08.06.2026, 11:17 Uhr
Hedgefonds haben ihre historische Gewinnserie auch im Mai fortgesetzt. Der breit gefasste HFRI Fund Weighted Composite Index stieg im Monatsverlauf um 1,6 Prozent, wie der Indexanbieter Hedge Fund Research (HFR)...
Die durch den Iran-Konflikt ausgelöste Neubewertung am kurzen Ende der Zinskurve hat die All-in-Renditen kurzlaufender Unternehmensanleihen deutlich angehoben. Für TwentyFour Asset Management, die auf festverzinsliche Anlagen spezialisierte Boutique von Vontobel, ergibt sich daraus eine selten attraktive Ausgangslage.
Innerhalb der vergangenen Wochen sind die Markterwartungen von Zinssenkungen auf Zinserhöhungen gekippt. Vor dem Konflikt hat der Markt 57 Basispunkte (Bp) an Senkungen durch die US-Notenbank Fed, 52 Bp durch die Bank of England (BoE) und 8 Bp durch die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet. Inzwischen seien bis Jahresende 22 Bp an Erhöhungen durch die Fed, 47 Bp durch die BoE und 66 Bp durch die EZB eingepreist. Dies rechnet die Vontobel-Boutique TwentyFour Asset Management in einem Kommentar vor. Den Grossteil dieser Anpassung hält TwentyFour für abgeschlossen.
Entscheidend sei die Abgrenzung zur Inflationsphase nach der Pandemie. Damals habe ein breiter Nachfrageschub bei sehr angespanntem Arbeitsmarkt und steigenden Löhnen die Teuerung getrieben. Die heutige Situation sei ein einmaliger Angebotsschock bei der Energie vor einem schwächeren konjunkturellen Hintergrund – mit deutlich geringerem Risiko einer anhaltenden Inflationsspirale. TwentyFour erwartet deshalb, dass die Zentralbanken den direkten Energieeffekt weitgehend «durchschauen». Fed und BoE lägen weiterhin über dem neutralen Niveau und könnten abwarten; die EZB, derzeit auf neutralem Niveau, dürfte im Juni eine vorsorgliche Erhöhung vornehmen.
Für Investoren zählt laut TwentyFour vor allem die verbesserte All-in-Rendite. Auf dem Index für Investment-Grade-Anleihen (IG) mit Laufzeiten von einem bis fünf Jahren liege diese nun bei 4,73 Prozent in den USA (53 Bp höher seit Konfliktbeginn), 5,29 Prozent in Grossbritannien (+68 Bp) und 3,39 Prozent in Europa (+48 Bp).
Damit seien auch die Breakeven-Niveaus noch attraktiver geworden: Auf Indexebene lägen sie bei rund 250 Bp. Die Renditen müssten also um mehr als 250 Bp steigen, bevor die Jahresrenditen negativ würden. Die Einstiegsrendite bleibe ein starker Indikator für künftige Erträge – die jüngste Neubewertung habe das Haus vom 55. auf das 64. Perzentil bei den Dreijahresrenditen gehoben. Beim globalen 1-bis-5-jährigen IG-Index deute die aktuelle Rendite von 4,23 Prozent auf einen jährlichen Ertrag von rund 5,35 Prozent hin; durch aktives Management lasse sich der Ausblick auf über 6 Prozent steigern.
Den Ausverkauf bei den Kreditspreads zu Beginn des Konflikts bezeichnet TwentyFour als kurzlebig und weitgehend zurückgenommen. Gestützt werde dies durch solide Unternehmensbilanzen, starke Gewinne und eine intakte Preissetzungsmacht; ein Grossteil des IG-Segments sei vom Energieschock vergleichsweise gut abgeschirmt. Vorsichtiger zeigt sich das Haus bei Emittenten mit direktem Bezug zum Nahen Osten oder mit energiebedingtem Margendruck.
Auch die technische Lage spreche für das kurze Ende: Höhere Renditen zögen Zuflüsse an, die Nachfrage bleibe robust, und das Primärangebot werde problemlos absorbiert. Am langen Ende sieht TwentyFour Anleger dagegen nicht angemessen für das Zusatzrisiko entschädigt – erhöhte fiskalische Belastungen, Laufzeitprämien und ein hohes Emissionsvolumen liessen Langläufer unattraktiv erscheinen. Die Kombination aus hohem Carry, tiefem Verlustpuffer und einem Dreijahresausblick von rund 6 Prozent sei selten – und Renditen am kurzen Ende blieben historisch nicht lange auf diesem Niveau.
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