31.07.2026, 09:37 Uhr
Der US-Private-Markets-Riese KKR analysiert die Investment-Chancen in Europa. Dabei kommt Henry McVey, CIO des Balance Sheet von KKR sowie Head of Global Macro & Asset Allocation, zum Schluss, dass Investoren die...
Der US-Dollar hat am Montag gegenüber dem japanischen Yen deutlich nachgegeben, nachdem US-Präsident Donald Trump und Japans Finanzministerin Satsuki Katayama die gemeinsame Marktintervention beider Länder offiziell bestätigt haben. Es ist die erste derartige Bestätigung einer koordinierten Intervention seit 15 Jahren. Die Folgen bekommt auch der Franken zu spüren.
Die «Financial Times» nannte den Schritt «historisch». Hintergrund war die langanhaltende Schwäche des Yen gegenüber dem Dollar. Diese sorgt in Japan seit längerem für Frustration, da das Land einen Grossteil seines Konsums über Importe deckt und eine schwache Währung entsprechend die Inflation anheizt. Noch in der vergangenen Woche hatte der Dollar mit über 163 Yen ein 40-Jahres-Hoch markiert, den höchsten Stand seit Dezember 1986. Frühere Stützungsmassnahmen im Frühjahr hatten den Wechselkurs kaum bewegen können.
Wie die «Financial Times» unter Berufung auf mehrere informierte Personen berichtet, hatte das US-Finanzministerium bereits am 31. Juli über die New York Fed begonnen direkt Yen zukaufen, abgewickelt über die beiden US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Es war das erste Mal seit fast 30 Jahren, dass Washington und Tokio gemeinsam mit Direktkäufen zur Stützung des Yen interveniert haben. Das letzte vergleichbare Beispiel war die konzertierte Aktion nach dem Erdbeben- und Tsunami-Desaster im Nordosten Japans im Jahr 2011 gewesen, wenn auch mit umgekehrter Stossrichtung: Damals ging es darum, den Yen zu schwächen statt zu stützen.
Die US-Behörden standen bei der Intervention in Kontakt mit Vertretern der Europäischen Zentralbank. Das US-Finanzministerium dürfte laut Bloomberg seine Yen-Käufe über den Euro statt über den Dollar finanziert haben. Damit will Washington offenbar vermeiden, den eigenen Dollar zu schwächen und seine Politik des starken Dollars infrage zu stellen. Entsprechend sei auch der Euro unter Druck geraten.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte nun in Tokio, auch das Finanzministerium habe Yen in Abstimmung mit dem US-Finanzministerium gekauft. Die Massnahme habe der «übermässigen Volatilität» und den «ungeordneten Bewegungen» des Yen der vergangenen Monate entgegengewirkt, hiess es in der Mitteilung. Man werde nicht zögern, bei Bedarf erneut zu handeln, und bleibe in engem Kontakt mit dem US-Finanzministerium.
Die Intervention blieb nicht ohne Wirkung: Nach der offiziellen Bekanntgabe am Montagmorgen sackte der Dollar um weitere rund 1 Prozent auf 156,34 Yen ab. Im Tagesverlauf notierte das Paar USD/JPY bei rund 156,51 Yen, ein Rückgang von 0,59 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht hat sich der Yen damit um 3,44 Prozent gegenüber dem Dollar verstärkt, bleibt aber auf Sicht von zwölf Monaten weiterhin 6,62 Prozent schwächer.
Auch der Euro hat gegenüber den meisten Währungen der «Gruppe der 10» an Wert verloren, gegenüber dem Yen um rund 4 Prozent. Der Bloomberg Euro Index gab am Montag um 0,2 Prozent nach, notiert aber weiterhin nahe seinem höchsten Stand seit dem 17. Juni.
Und auch der Franken bekommt die Intervention zu spüren: Auf Monatssicht steht der Euro gegenüber dem Franken noch rund 1,5 Prozent im Plus, auf Sicht von drei beziehungsweise sechs Monaten aber jeweils rund 1,2 bis 1,7 Prozent im Minus.
Interessanter Nebenaspekt: Die Bewegung fällt zeitlich mit dem Zinsentscheid der Bank of Japan (BoJ) zusammen, die den Leitzins am Freitag wie erwartet bei 1 Prozent beliess. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda betonte, die Notenbank wolle den Anschluss an die Zinsentwicklung nicht verlieren und behalte sich raschere Zinsschritte vor. Da sich die zugrunde liegende Inflation dem Zielwert von 2 Prozent nähere, sehe die BoJ verstärkten Anlass, Aufwärtsrisiken für die Inflation im Auge zu behalten. Laut Derivatemärkten wird einer Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im September inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 40 Prozent beigemessen, nach 30 Prozent noch zu Wochenbeginn. Es bleibt also spannend.