07.05.2026, 10:17 Uhr
Das Risiko für eine Blase am Schweizer Immobilienmarkt ist im ersten Quartal 2026 gestiegen. Noch weist der von der Grossbank UBS erhobene «Swiss Real Estate Bubble Index» zwar nur ein «moderates» Blasenrisiko...
Die Schweizerische Bankiervereinigung erhält einen neuen Präsidenten: EFG-International-CEO Giorgio Pradelli folgt auf Marcel Rohner, der das Amt nach fünf Jahren abgibt. Der Verwaltungsrat hat Pradelli am Montag einstimmig gewählt. Die Amtsübergabe ist auf den Bankiertag vom 17. September 2026 angesetzt.
Marcel Rohner zieht sich nach fünfjähriger Amtszeit aus dem Präsidium der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) zurück. An einer ausserordentlichen Sitzung am 11. Mai 2026 hat der Verwaltungsrat Giorgio Pradelli, CEO von EFG International und bisheriges Verwaltungsratsmitglied, einstimmig zu Rohners Nachfolger gewählt. Pradelli wird das Präsidium zusätzlich zu seiner operativen Funktion bei EFG International ausüben und seine übrigen Verbandsmandate abgeben.
Rohner begründet seinen Rücktritt mit einem aus seiner Sicht passenden Übergabezeitpunkt. Die Geschäftsstelle sei gut aufgestellt, um gemeinsam mit der Mitgliederbasis die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter mitzugestalten. Mit Pradelli sei der ideale Nachfolger gefunden – nicht zuletzt wegen dessen Vernetzung in Wirtschaft und Politik und seiner Rolle als amtierender Präsident der Vereinigung Schweizerischer Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken (VAV).
Der Verwaltungsrat würdigt Rohners Wirken: Unter seiner Präsidentschaft habe die SBVg ihre Sichtbarkeit gegenüber Politik und Öffentlichkeit gestärkt; zugleich sei es gelungen, unterschiedliche Sichtweisen innerhalb des Bankensektors zu bündeln und die Branche mit geeinter Stimme zu vertreten. Rohner hatte das Präsidium 2021 von Herbert J. Scheidt übernommen. In seine Amtszeit fielen die Notübernahme der Credit Suisse durch die UBS im März 2023 und die seither anhaltende Debatte um Kapitalanforderungen und Bankenregulierung.
Pradelli erklärt, er sei sich der Bedeutung des Amtes für den Finanzplatz bewusst. Im Vordergrund stünden der konstruktive Dialog mit den Behörden sowie der Erhalt von Stabilität, Proportionalität und internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Damit setzt der designierte Präsident inhaltliche Akzente, die mit der Position der Branche zum laufenden Bundesratspaket «Too big to fail» und den geplanten verschärften Eigenmittelvorgaben für die UBS übereinstimmen.
Mit der Wahl Pradellis rückt erstmals seit längerer Zeit wieder ein Vertreter einer reinen Privat- und Vermögensverwaltungsbank an die Spitze der SBVg. Das dürfte innerhalb des Verbands die Sichtbarkeit der Asset- und Wealth-Management-Themen weiter erhöhen – ein Segment, das für den Schweizer Finanzplatz wirtschaftlich von zentraler Bedeutung ist und in den vergangenen Jahren in den regulatorischen Debatten phasenweise hinter der Grossbankenfrage zurückstand.
Giorgio Pradelli (Jahrgang 1967) führt EFG International seit 2018 als CEO. Unter seiner Leitung hat sich die Zürcher Privatbank strategisch neu positioniert und sich zu einer der wachstumsstärksten Privatbanken der Schweiz entwickelt. Pradelli verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im globalen Vermögensverwaltungsgeschäft und hat Schlüsselpositionen bei internationalen Bankinstituten unter anderem in Deutschland, Griechenland, Grossbritannien, Italien und Luxemburg bekleidet.
Über das operative Mandat hinaus ist Pradelli derzeit Präsident der Vereinigung Schweizerischer Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken (VAV), Mitglied des Verwaltungs- und Stiftungsrats der Fondation Genève Place Financière sowie Präsident des Steuerungsausschusses Private Banking der SBVg. Diese Verbandsmandate wird er mit Antritt des neuen Amtes abgeben. Im Verwaltungsrat der Swiss-American Chamber of Commerce in Zürich bleibt er vertreten.
Pradelli ist Schweizer und italienischer Staatsbürger und lebt mit seiner Familie im Kanton Schwyz. Mit ihm rückt ein Manager an die Spitze der SBVg, der das internationale Private-Banking-Geschäft aus eigener operativer Erfahrung kennt – eine Konstellation, die in der Verbandsführung eine deutliche Akzentverschiebung in Richtung Vermögensverwaltung erwarten lässt.