02.06.2026, 07:12 Uhr
Der KI-Konzern Anthropic hat bei der US-Börsenaufsicht SEC vertraulich einen Registrierungsentwurf für einen Börsengang eingereicht. Zuletzt mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet, könnte das Unternehmen im Herbst...
Nach einem aussergewöhnlich volatilen Jahresauftakt notiert Gold wieder bei rund 4'486 US-Dollar pro Unze. Die Mehrheit der grossen Investmenthäuser hält an ihren bullischen Prognosen fest – doch erste Stimmen warnen, die Rally könnte sich ihrem Ende nähern. Was steckt hinter dem Optimismus?
Das Edelmetall hat 2026 eine Achterbahnfahrt hinter sich. Im Januar markierte Gold mit 5'589 US-Dollar pro Unze ein Allzeithoch, bevor es im März in einer der stärksten Wochenkorrekturen seiner Geschichte um knapp 11 Prozent einbrach. Seither hat sich der Preis wieder gefangen. Gegenüber dem Vorjahr liegt Gold trotz der zwischenzeitlichen Verwerfungen noch immer rund 34 Prozent höher.
Über alle Häuser hinweg werden vier Faktoren als tragende Säulen der Rally genannt. An erster Stelle stehen die Käufe der Notenbanken:
Besonders bullisch positioniert sich die UBS. Analyst Dominic Schneider begründet den Ausblick mit Notenbankkäufen von rund 950 Tonnen pro Jahr, hohen Haushaltsdefiziten, niedrigeren US-Realzinsen und der anhaltenden Geopolitik. Das Aufwärtsszenario der Bank liegt bei 7'200 US-Dollar pro Unze.
Julius Bär bezeichnet Gold als «Top Hedge für 2026» und positioniert sich taktisch mit einem Übergewicht gegenüber der strategischen Benchmark. Die strukturellen Pfeiler – Notenbankkäufe und Safe-Haven-Nachfrage – seien intakt.
Die Union Bancaire Privée (UBP) erwartet einen Anstieg auf 5'200 US-Dollar bis zum vierten Quartal 2026. Nach dem Plus von rund 70 Prozent im Jahr 2025 sei eine Normalisierung der Renditen zu erwarten. Pictet betont seinerseits, dass die langfristige Story trotz der kurzfristigen Volatilität intakt bleibe: De-Dollarisierung und geopolitische Unsicherheit seien unverändert präsent.
Nicht alle teilen den Optimismus. EFG International stellt die Frage, ob die Rally erschöpft ist. Fondsmanager Thomas Winmill von Midas Funds rechnet für Juni mit einem Rückgang von 0 bis 5 Prozent. Als Negativszenario nennt der World Gold Council ein starkes US-Wachstum mit festem Dollar und hohen Zinsen, das den Goldpreis um bis zu 20 Prozent drücken könnte.
Die ING kommt indes zum gegenteiligen Schluss: Man glaube nicht, dass die Rally ihren Lauf beendet habe. Die strukturellen Pfeiler – die Diversifizierung der Notenbanken, das Interesse an börsengehandelten Fonds (ETF) sowie die Zinspolitik – seien weiterhin fest verankert.