23.04.2026, 07:52 Uhr
Der Bundesrat hält bei der Kapitalunterlegung der UBS-Auslandstöchter am 100-Prozent-Prinzip fest, rudert jedoch bei der Eigenmittelverordnung zurück. Offen bleibt, was die neue Regulierung für die...
Das Asset Management der UBS hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg der Mittelzuflüsse verzeichnet. Mit Nettoneugeldern von 14,0 Milliarden US-Dollar verdoppelte die UBS in diesem Bereich. Insgesamt verdiente die UBS im 1. Quartal mit 3,04 Milliarden US-Dollar 80 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Zuflüsse im Asset Management wurden gemäss UBS vor allem durch die starke ETF-Dynamik sowie robuste Zuflüsse in das SMA-Angebot (Separately Managed Accounts) getrieben – eine Kategorie, die UBS Asset Management seit der Integration des ehemaligen Credit-Suisse-Geschäfts gezielt ausbaut. Inklusive Geldmarktflüsse und assoziierter Gesellschaften beliefen sich die Nettoneugelder auf 14,0 Milliarden US-Dollar, ohne diese Effekte auf 13,8 Milliarden Dollar. Dies schreibt die Bank in ihrer Mitteilung.
Das Quartal markiert damit nach dem starken dritten Quartal 2025 – als 18 Milliarden US-Dollar Nettoneugeld verbucht und erstmals die Zwei-Billionen-Dollar-Marke bei den verwalteten Vermögen überschritten wurden – die Fortsetzung der Wachstumsdynamik in einem Geschäftsfeld, das innerhalb der Gruppe lange als margenseitig schwierigster Bereich galt.
Die Erträge der Sparte stiegen um 4 Prozent auf 772 Millionen US-Dollar. Höhere Nettoverwaltungsgebühren wurden dabei teilweise durch niedrigere Performance-Fees neutralisiert. Auf der Kostenseite verbesserte sich das Bild ausgeprägter: Die operativen Aufwendungen sanken um 8 Prozent auf 555 Millionen Dollar, getragen von tieferen Sach- und Personalkosten sowie dem Effekt aus dem angekündigten Ausstieg aus dem O'Connor-Geschäft. Bereinigt um Integrationskosten von 35 Millionen Dollar lagen die operativen Aufwendungen bei 520 Millionen Dollar, ein Rückgang um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Cost/Income-Ratio fiel auf 71,9 Prozent (bereinigt: 67,4 Prozent) – nach 81,8 Prozent im Vorjahresquartal. Damit nähert sich das Asset Management dem 2028er-Effizienzziel der Gruppe von rund 67 Prozent von oben an.
UBS positioniert das Asset Management explizit als zentralen Pfeiler des «One Bank»-Konzepts, das Cross-Selling zwischen Global Wealth Management, Investment Bank sowie Personal & Corporate Banking institutionalisiert. Die Integration des ehemaligen Credit-Suisse-Asset-Managements wurde bereits bis Ende 2025 weitgehend abgeschlossen – ein Quartal früher als ursprünglich geplant. Wachstumsimpulse erwartet das Management aus dem Ausbau der Bereiche Alternatives, Lösungen für HNWI-Kunden sowie Multi-Asset-Strategien im Hinblick auf die 2028er-Ambitionen der Gruppe (rund 18 Prozent Eigenkapitalrendite, Cost/Income-Ratio rund 67 Prozent).
Auf Gruppenebene meldete UBS einen Reingewinn von 3,04 Milliarden Dollar, ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Vorsteuergewinn sprang auf 3,84 Milliarden Dollar (Vorjahr: 2,13 Milliarden), die Eigenkapitalrendite (RoCET1) erreichte 16,8 Prozent, bereinigt 17,0 Prozent. Die Erträge stiegen um 13 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar, getragen von Rekordergebnissen im Investment Banking – Global Markets verzeichnete einen Anstieg der bereinigten Erträge um 31 Prozent auf 3,25 Milliarden Dollar – und einem starken Global Wealth Management mit 37,4 Milliarden Dollar Nettoneugeld.
Die harte Kernkapitalquote (CET1) blieb mit 14,7 Prozent komfortabel über dem internen Zielwert von rund 14 Prozent. Das laufende Aktienrückkaufprogramm von 3 Milliarden Dollar ist bis zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen abgesichert; eine Dividendensteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich wurde bestätigt.
Auf Konzernebene wurde im März 2026 die Migration der rund 1,2 Millionen Kundenbeziehungen aus der Credit Suisse auf UBS-Systeme abgeschlossen. Sergio P. Ermotti, Group Chief Executive Officer der UBS, bezeichnete dies als «entscheidenden Meilenstein in einer der komplexesten Integrationen der Bankengeschichte». Die kumulierten Bruttokosteneinsparungen auf Gruppenebene erreichten zum Quartalsende 11,5 Milliarden Dollar – das ursprüngliche 10-Milliarden-Ziel ist damit übertroffen, das neue 13,5-Milliarden-Ziel bis Ende 2027 weiter im Visier. Allein im ersten Quartal 2026 wurden zusätzliche 0,8 Milliarden Dollar an Einsparungen realisiert.
Für das zweite Quartal rechnet UBS mit einem weitgehend stabilen Zinserfolg in Global Wealth Management und Personal & Corporate Banking. Die Kosteneffekte aus der Integration sollen sich – wie bereits bei der Jahresauftaktpräsentation Anfang Februar 2026 angedeutet – primär in der zweiten Jahreshälfte materialisieren, wenn die letzten Integrationsmeilensteine erreicht werden. Die Bestätigung der 2026er-Exit-Ziele (RoCET1 rund 15 Prozent, bereinigte Cost/Income-Ratio unter 70 Prozent) deutet auf weitere Effizienzgewinne, an denen das Asset Management mit einer fortgesetzten Margenexpansion einen wesentlichen Anteil tragen soll.
Belastend wirkt sich derzeit der schwelende Grundsatzkonflikt mit dem Bundesrat über die Eigenmittelanforderungen aus. Im April 2026 publizierte der Bundesrat die finalen Anpassungen zur Eigenmittelverordnung (ERV) sowie den definitiven Vorschlag zu den Änderungen des Bankengesetzes für die Beteiligungen an ausländischen Töchtern – das umstrittenste Element der Vorlage. Bei voller Anrechnung müsste UBS zusätzliches CET1-Kapital von rund 22 Milliarden Dollar auf Stufe UBS AG standalone vorhalten; hinzu kommen weitere 15 Milliarden Dollar aus den Credit-Suisse-bezogenen Anforderungen, davon 9 Milliarden Dollar aus der Aufhebung der Credit Suisse gewährten regulatorischen Konzessionen und 6 Milliarden Dollar aus den progressiven Anforderungen. Insgesamt rund 37 Milliarden Dollar zusätzliches hartes Eigenkapital.
Die Massnahmen sollen über sieben Jahre gestaffelt eingeführt werden, beginnend bei einem Abzug von 65 Prozent im ersten Jahr und schrittweise auf 100 Prozent ansteigend. Bei der Behandlung des aktivierten Softwarewerts gewährte der Bundesrat eine Erleichterung gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag: Die Abschreibung wird auf maximal drei Jahre festgesetzt – wirksam erst ab 2029. Die geplanten Anpassungen bei den Additional-Tier-1-Instrumenten (AT1) wurden komplett fallengelassen.
UBS reagiert verhalten. CEO Sergio P. Ermotti betonte, der Konzern wolle sich konstruktiv und auf Faktenbasis an den parlamentarischen Beratungen beteiligen, ohne das diversifizierte Geschäftsmodell oder die globale Aufstellung in Frage zu stellen. Die parlamentarische Beratung der «Lex UBS» wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet, eine Inkraftsetzung der Verordnungsteile per 1. Januar 2027.