Bereinigung oder Trendwende: Wie geht es weiter mit dem Goldpreis (Bild: Adobe Stock)
Der Goldpreis durchläuft derzeit eine intensive Konsolidierungsphase. Nach historischen Höchstständen zu Jahresbeginn stellt sich für institutionelle Investoren die entscheidende Frage: Ist es eine gesunde Atempause oder sehen wir schon das Ende des Bullenmarkts?
Das erste Quartal 2026 war für Gold-Investoren eine Achterbahnfahrt. Im Januar legte der Kurs um 13,5 Prozent zu; im Februar markierte das Edelmetall mit 5'594 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch. Als Treiber wirkten Trumps eskalierende Zollpolitik – inklusive der Ankündigung eines globalen Importzolls von 15 Prozent –, eine schwächelnde US-Währung sowie anhaltende Käufe der Zentralbanken.
Der März brachte die Quittung: Minus 11,6 Prozent. Aktuell notiert Gold bei rund 4'750 US-Dollar beziehungsweise 4'052 Euro – auf Jahressicht dennoch solide 9,5 Prozent im Plus. Längst hat sich also Ernüchterung breit gemacht und die Erkenntnis, dass es wohl nicht mehr so steil nach oben geht.
Die grossen Häuser bleiben konstruktiv
Gleichwohl: Die institutionelle Community bewertet die Korrektur mehrheitlich als technische Überhitzungsbereinigung, nicht als Trendwende.
BlackRock bezeichnet den Preisanstieg als strukturell und stellt das Edelmetall ins Zentrum seiner Makroanalyse: Gold spiegele fiskalische Realität wider – «nüchtern, wertstabil und zunehmend unverzichtbar im Portfolio». Das Haus erwartet künftig weniger Momentum, dafür mehr Fundamentalgetriebenes.
Ähnlich argumentiert Pimco. Portfoliomanager Greg Sharenow verwies gegenüber Bloomberg auf zwei dauerhafte Antriebskräfte: die sich verändernde Weltordnung und anhaltende Inflation. Kurzfristiges spekulatives Kapital könne den Preis zwar um zehn bis fünfzehn Prozent bewegen, «ohne dass sich an der langfristigen Geschichte irgendetwas ändert».
Fidelity-Portfoliomanager Ian Samson teilt diese Einschätzung: Die Treiber der starken Rally – Zentralbankkäufe, sinkende Realzinsen und hohe Haushaltsdefizite – seien intakt. Er erwartet für 2026 weiter steigende Kurse.
Die Kursziele im Überblick
Die Preisprognosen für das laufende Jahr divergieren, bleiben aber durchgehend bullisch:
UBS-Stratege Dominic Schneider sieht den Goldpreis bis Juni bei 4'500 US-Dollar und prognostiziert Zentralbankkäufe von rund 900 Tonnen für das Gesamtjahr.
Goldman Sachs nennt im Basisszenario 4'900 US-Dollar bis Dezember – mit Aufwärtsrisiken, sollten private US-Investoren stärker in die Anlageklasse rotieren. J.P. Morgan geht bis Ende des vierten Quartals von rund 5'000 US-Dollar aus und setzt langfristig sogar auf 6'000 US-Dollar, gestützt auf eine Quartals-Nachfrage von 585 Tonnen durch Zentralbanken und institutionelle Anleger.
Einzig WisdomTree gibt sich etwas zurückhaltender und veranschlagt für Q2 2026 ein makroökonomisches Konsensszenario von 3'850 US-Dollar – bezeichnet die aktuelle Phase aber als «Vorspannen der Feder».
Drei strukturelle Säulen
Hinter den kurzfristigen Kursbewegungen stehen drei tragende Faktoren, auf die sich die Prognosen der Analysten stützen:
Die Zentralbanknachfrage. Die Notenbanken weltweit diversifizieren weiter weg vom Dollar. Prognostizierte 900-Tonnen-Käufe im Jahr 2026 liegen weit über dem historischen Schnitt von 450 bis 500 Tonnen, der zwischen 2010 und 2021 verzeichnet wurde.
Die geopolitische Prämie. Trumps Handelspolitik, der anhaltende Nahost-Konflikt und eine insgesamt fragile Weltordnung erhöhen die strukturelle Nachfrage nach sicheren Häfen dauerhaft.
Die fiskalische Überdehnung. Hohe Staatsdefizite in den USA und Europa nähren das Narrativ des Werterhalts gegenüber Papierwährungen – ein Argument, das BlackRock ins Zentrum seiner Analyse stellt.
Was heisst das für Anleger?
Solange Gold die Unterstützungszone zwischen 4'000 und 4'200 US-Dollar verteidigt, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend technisch intakt, so die Mehrheit der Chartisten. Das World Gold Council erwartet auf Jahressicht ein Kursplus von fünf bis fünfzehn Prozent, getragen von neuen Investorenzuflüssen aus China und Indien.
Für institutionelle Portfolios bedeutet das: Gold hat seinen Charakter gewandelt. Es ist weniger ein taktischer Trade auf Krisenereignisse als ein strategischer Baustein zur Absicherung geopolitischer und fiskalischer Risiken – ein Konsens, der sich quer durch alle grossen Häuser zieht.
UBS: Pensionskassen legen im August um 0,66 Prozent zu – globale Aktien treiben Rendite
09.09.2026, 16:21 Uhr
Schweizer Pensionskassen haben im August 2026 nach Abzug der Gebühren eine durchschnittliche Performance von 0,66 Prozent erzielt. Das geht aus der monatlichen Erhebung «UBS Pensionskassen-Performance» hervor, die...
UBS legt Immofonds zusammen
08.09.2026, 06:56 Uhr
Per Ende 2026 will die UBS ihre Immobilienfonds «Swissreal» und «Interswiss» zusammenführen. Diese soll danach unter der Bezeichnung UBS (CH) Property Fund - Swiss Commercial «Swissreal» auftreten, wie es in...
Gold und der starke Franken: Warum Schweizer Anleger zweimal hinschauen müssen
04.09.2026, 08:29 Uhr
Der Goldmarkt zeigt sich Anfang September 2026 nervöser als noch vor wenigen Wochen: Statt der erwarteten Zinssenkungen rückt in den USA plötzlich wieder ein möglicher Zinsschritt nach oben in den Fokus. Für...
UBS schätzt Zusatzaufwand durch WAK-S-Antrag auf 13 Milliarden USD in AT1
02.09.2026, 08:41 Uhr
Die parlamentarische Diskussion über die künftige Eigenmittel-Ausstattung der UBS ist im vollen Gang. Die UBS anerkennt die Arbeit der zuständigen Ständeratskommission mit Blick auf neue Kapitalvorgaben für die...
UBS: Schweizer Pensionskassen verlieren im Juli leicht an Terrain
12.08.2026, 09:37 Uhr
Die Anlageperformance der Schweizer Pensionskassen ist im Juli ins Minus gerutscht. Geopolitische Spannungen und steigende Anleihenrenditen belasteten die Portfolios – die Jahresperformance bleibt dennoch solide...
UBS: Schweizer Pensionskassen erzielen Rendite von 4,35 Prozent seit Jahresbeginn
09.07.2026, 10:09 Uhr
Die Schweizer Pensionskassen haben den Juni mit einer soliden Performance abgeschlossen. Wie aus der aktuellen UBS-Studie «Pensionskassen-Performance» hervorgeht, erzielten die im UBS-Sample erfassten...
UBS-Immobilienfonds schiebt Rückzahlung von Anteilen erneut auf
02.07.2026, 21:13 Uhr
Der UBS (CH) Property Fund - Europe schiebt die Rückzahlung gekündigter Anteile weiter auf. Man halte am bestehenden Aufschub der per Mitte 2024 gekündigten Anteile fest und schiebe zusätzlich auch die...
UBS-CEO Sergio Ermotti am Point Zero Forum: Schweiz muss Wettbewerbsfähigkeit ins Zentrum stellen
24.06.2026, 13:36 Uhr
UBS-CEO Sergio Ermotti hat am zweiten Tag des Point Zero Forum in Zürich klar gemacht, dass die Schweiz ihre Stärken als Finanzplatz aktiv verteidigen muss – und den Ball im Regulierungsstreit dem Parlament...
UBS skizziert mögliche Neukonzeption des Schweizer Vorsorgesystems
24.06.2026, 10:46 Uhr
Das Schweizer Drei-Säulen-System steht vor strukturellen Herausforderungen. Mit einer neuen Studie legt UBS ein umfassendes Gedankenexperiment vor – von der kapitalgedeckten AHV bis zur obligatorischen...
UBS und Nethermind testen Compliance-Infrastruktur auf öffentlichem Ethereum-Netzwerk
23.06.2026, 10:17 Uhr
UBS und das Blockchain-Unternehmen Nethermind haben zwei gemeinsame Proof-of-Concept-Tests abgeschlossen, die zeigen, dass das öffentliche Ethereum-Netzwerk die operativen und regulatorischen Anforderungen...