09.09.2026, 10:30 Uhr
Der US-Vermögensverwalter VanEck erweitert sein Schweizer ETF-Angebot um ein Agrarthema: Seit dem 9. September 2026 notiert der VanEck Agribusiness UCITS ETF an der SIX Swiss Exchange. Der Fonds bildet den MVIS...
Der Boom rund um künstliche Intelligenz treibt nicht mehr nur die Aktienkurse, sondern zunehmend auch die Ausschüttungen an die Aktionäre. Das zeigt die neuste Ausgabe des «Dividend Watch» von Capital Group. Auch Schweizer Unternehmen tragen mit einem neuen Rekordwert zum globalen Wachstum bei.
Unternehmen weltweit haben im zweiten Quartal 2026 Dividenden in Rekordhöhe von 827,3 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet. Das entspricht einem Anstieg von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Dies geht aus der «Capital Group Global Equity Study», genauer aus deren «Dividend Watch»-Teilstudie, hervor, welche die Ausschüttungen der 1'600 grössten Unternehmen der Welt nach Marktkapitalisierung analysiert.
Das um Wechselkurseffekte, Sonderdividenden und Kalendereffekte bereinigte Kernwachstum lag bei 7,5 Prozent und damit über der Prognose von Capital Group. Für das erste Halbjahr 2026 beträgt das Kernwachstum 6,7 Prozent. Das zweite Quartal markiert saisonal bedingt jeweils den Höhepunkt der globalen Dividendenzahlungen – die im Berichtsquartal ausgeschütteten Dividenden übertrafen damit bereits die gesamte Jahresdividende des Jahres 2011.
Das Wachstum war breit abgestützt: 88 Prozent der Unternehmen weltweit erhöhten ihre Ausschüttungen oder hielten sie zumindest konstant, das Medianwachstum lag bei 6,0 Prozent.
Den grössten Sprung verzeichnete der Technologiesektor mit einem Kernwachstum von 26,3 Prozent. Rund die Hälfte davon entfällt auf einen einzigen Titel: Nvidia. Der weltweit grösste Chiphersteller hat sich im Berichtsquartal erstmals substanziell an seine Aktionäre gewandt und über 6 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet – 25-mal so viel wie im Vorjahresquartal. Damit dürfte Nvidia von Platz 501 im globalen Ranking der Dividendenzahler 2025 auf Rang zwei nach Microsoft vorrücken.
Innerhalb des Technologiesektors legten die Ausschüttungen der Halbleiterbranche besonders kräftig zu: Sie stiegen um 62,1 Prozent, angetrieben von der Nachfrage im Zuge des KI-Rechenzentrenbooms – mit deutlichen Zuwächsen in Taiwan, Korea, den Niederlanden und Japan.
Der Finanzsektor bleibt mit Abstand der grösste Dividendenzahler und erhöhte die Ausschüttungen um 26 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 10,1 Prozent Kernwachstum. Auch der Bergbausektor legte deutlich zu: Die Ausschüttungen stiegen um 15,1 Prozent, gestützt durch den Rohstoffzyklus. Am schwächsten entwickelten sich konsumnahe Branchen – insbesondere der Automobilsektor verzeichnete die grössten Kürzungen, belastet durch Wettbewerbsdruck und die Kosten der Transformation hin zur Elektromobilität.
Regional betrachtet verzeichneten Japan und die weitere Pazifikregion das stärkste Dividendenwachstum, unterstützt durch steigende Unternehmensgewinne, Governance-Reformen und eine zunehmend aktionärsfreundliche Ausrichtung der Unternehmen. Japans Kernwachstum lag bei 18,4 Prozent, jenes der Pazifikregion (ohne China, Hongkong und Japan) bei 15,0 Prozent.
Europa erreichte zwar mit 260,1 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert, das Kernwachstum blieb mit 3,6 Prozent aber moderat. Kräftige Zuwächse im Finanzsektor wurden durch deutliche Kürzungen in der Automobilindustrie – unter anderem bei Stellantis, Mercedes-Benz und Porsche – teilweise ausgeglichen.
Die USA verzeichneten mit 8,7 Prozent ein robustes Kernwachstum, wovon rund drei Prozentpunkte allein auf Nvidia zurückzuführen sind. In den Schwellenländern hinkte das Wachstum mit 4,7 Prozent hinterher, vor allem wegen Rückgängen im Nahen Osten – dort wurden unter anderem Ausschüttungen von Riyad Bank, Dubai Islamic Bank sowie der Immobilienunternehmen Emaar Properties und Emaar Developments zurückgehalten oder ausgesetzt.
Schweizer Unternehmen zahlten im zweiten Quartal Dividenden in Höhe von 33,4 Milliarden US-Dollar respektive 26,9 Milliarden Franken aus – ein neuer Höchststand. Das Kernwachstum lag bei 5,2 Prozent und damit nahe am globalen Medianwert von 6,0 Prozent. Haupttreiber war erneut der Finanzsektor, insbesondere Zurich Insurance und UBS. Mit Ausnahme von Kühne+Nagel dessen Dividendenpolitik eng an die zyklischen Gewinne der Transportbranche gekoppelt ist, erhöhten oder hielten sämtliche Indexunternehmen aus der Schweiz ihre Ausschüttung.
Capital Group hat die Dividendenprognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor 2,20 Billionen auf neu 2,23 Billionen US-Dollar angehoben. Dies entspricht einem Wachstum von 6,4 Prozent auf Topline-Basis beziehungsweise 6,0 Prozent Kernwachstum – eine deutliche Anhebung gegenüber der bisherigen Prognose von 4,7 Prozent. Als Haupttreiber der Anhebung nennt Capital Group den grösseren Ausschüttungsbeitrag von Nvidia (rund 18 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr), höher als erwartete Sonderdividenden sowie einen schwächeren US-Dollar.
«Die weltweiten Dividenden haben im zweiten Quartal 2026 an Fahrt gewonnen, mit starkem Wachstum in den meisten Regionen und Sektoren», wird Alexandra Haggard, Head of Product, Europa und Asia-Pacific bei Capital Group, in der Studie zitiert. Der KI-Boom treibe mittlerweile nicht mehr nur die Aktienkurse an, sondern trage auch dazu bei, weltweit Rekordausschüttungen für Aktionäre zu erzielen.