25.09.2026, 07:29 Uhr
Die Anleihenmärkte fürchten keine Schuldenkrise, sondern weitere Zinserhöhungen. Für Ashok Bhatia, CIO und Global Head of Fixed Income bei Neuberger, hat das klare Folgen für die Portfolios: weniger...
Mit der neuen Strategie richtet sich das Zürcher Investmenthaus an institutionelle Anleger, die im Schwellenländer-Segment aktiv, aber mit engerem Risikobudget investieren wollen. Die Lancierung fällt in eine Phase historisch enger Spreads.
Vontobel baut sein Fixed-Income-Angebot in den Schwellenländern aus. Am 28. September 2026 hat das Investmenthaus den Vontobel Fund – Emerging Market Debt Core aufgelegt, einen in Luxemburg domizilierten Fonds, der in auf Hartwährung lautende Staatsanleihen aus Schwellenländern investiert. Das Schwellenländer-Anleihengeschäft von Vontobel umfasst derzeit rund 10 Milliarden US-Dollar.
Der Fonds ergänzt die bestehende Palette um einen Ansatz, der sich stärker an der Benchmark orientiert, dem J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index. Positionen ausserhalb des Index werden begrenzt, angestrebt wird ein tieferer Tracking Error. Verantwortlich sind Wouter Van Overfelt, Leiter Emerging Markets Bonds, und Dario Scheurer.
«Mit dem Emerging Market Debt Core Fund bedienen wir die Nachfrage institutioneller Anleger nach einer aktiven, zugleich aber stärker an der Benchmark orientierten Strategie, ohne auf die Stärken unseres bewährten Ansatzes zu verzichten», sagt Van Overfelt. Im Zentrum stünden Konsistenz und Risikokontrolle.
Der Unterschied zum Flaggschiff zeigt sich auch bei den Kosten. Die Verwaltungsgebühr der Anteilsklasse E beträgt 0,28 Prozent pro Jahr. Beim bestehenden Vontobel Fund – Emerging Markets Debt liegt die Verwaltungsgebühr für institutionelle Anteilsklassen bei 0,55 Prozent, die Total Expense Ratio bei 0,78 Prozent. Die Core-Variante kostet damit rund halb so viel wie der konträre, stärker auf Überzeugungspositionen ausgerichtete Stammfonds. Dessen Strategie zielt darauf ab, Bewertungschancen zu nutzen, die durch irrationales, herdenartiges Anlegerverhalten entstehen.
Die Lancierung erfolgt in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Laut Bloomberg Intelligence ist die Geldpolitik der US-Notenbank im vierten Quartal das Hauptrisiko für Schwellenländer-Anleihen in Hartwährung; die Spreads liegen nahe einem 19-Jahres-Tief. Zuletzt haben mehrere grosse Vermögensverwalter ihre risikoreicheren Positionen in dem Segment reduziert, da der Ausverkauf an den globalen Kreditmärkten den starken Lauf der Schwellenländer-Anleihen zu bremsen droht.
Fundamental präsentiert sich die Anlageklasse hingegen robust. Gemäss Bank of America lag die Ausfallrate bei Staatsanleihen in den letzten drei Jahren bei null Prozent, und 79 Prozent der Rating-Anpassungen im laufenden Jahr waren Heraufstufungen. Die Mittelflüsse waren zuletzt allerdings verhalten: Anfang September stagnierten die Zuflüsse in Hartwährungs-Anleihefonds.
Gerade bei engen Spreads dürfte ein benchmarknaher Ansatz für Pensionskassen und andere institutionelle Investoren interessant sein, die das Segment als strategischen Baustein halten, das aktive Risiko aber begrenzen wollen.