20.08.2026, 08:42 Uhr
Der Sommer 2026 hat sich zu einer der schwersten Waldbrandsaisons der vergangenen zwei Jahrzehnte entwickelt. Nach Daten des European Forest Fire Information System (EFFIS) der EU-Kommission waren bis zum 19. August...
Die gemeinsame Intervention von USA und Japan am Devisenmarkt hat den Yen kurzzeitig gestützt, doch für Neuberger zählt letztlich die Zinsdifferenz zwischen den beiden Ländern. Der Asset Manager bleibt bei japanischen Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit untergewichtet, sieht aber Potenzial bei sehr lang laufenden Titeln.
Das japanische und das amerikanische Finanzministerium haben am 1. August gemeinsame Yen-Käufe bestätigt – die erste koordinierte Devisenmarktintervention seit 1998. Japan kaufte dabei Yen im Gegenwert von rund 36 bis 59 Milliarden US-Dollar; die USA verkauften keine Dollar, dafür aber Euro. Das schreibt Joseph V. Amato, President und Chief Investment Officer – Equities bei Neuberger , in seinem aktuellen «CIO Weekly».
Der Dollar fiel nach der Intervention kräftig von knapp 160 auf rund 155 Yen. Bereits wenige Tage später hatte er sich aber wieder auf 159 Yen erholt – knapp unter dem Stand vor dem Markteingriff. Für Amato zeigt dies die Grenzen solcher Massnahmen auf: «Auf Dauer bewirken Interventionen nicht viel, wenn sich die Geldpolitik nicht ändert», so seine Einschätzung. Solange die Zinsen und das Wachstum in den USA höher blieben als in Japan und die Bank of Japan (BoJ) die Zinsen nicht anhebe, werde der Yen weiter unter Druck stehen – trotz aller Interventionen.
Neuberger-Analyst Amato bezeichnet die BoJ weiterhin als Ausnahme unter den Notenbanken der Industrieländer: Sie normalisiert ihre Geldpolitik nur langsam mit weiteren Zinserhöhungen, während die Fiskalpolitik expansiv bleibt. Der Vermögensverwalter rechnet mit einer nächsten Zinsanhebung im September – ein Schritt, den die Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi offenbar befürwortet. Aggressiveren Zinserhöhungen stünden jedoch das seit Jahrzehnten schwache Wirtschaftswachstum, steigende Finanzierungskosten für Hypotheken und KMU sowie die hohe Staatsverschuldung entgegen.
Neuberger erwartet deshalb den nächsten Zinsschritt der BoJ im vierten Quartal 2026, einen weiteren im Jahr 2027 und eine mögliche Rückführung auf ein neutrales Niveau von 1,00 bis 1,25 Prozent im Jahr 2028.
Bei zehnjährigen japanischen Staatsanleihen bleibt der Asset Manager aufgrund von Haushaltsbedenken und der – um Subventionen bereinigten – Inlandsinflation untergewichtet. Interessanter erscheinen Neuberger dagegen sehr lang laufende Titel: Die Laufzeitprämien und die steile Zinsstrukturkurve könnten von einem vorsichtigen Vorgehen der Notenbank profitieren.
An seiner optimistischen Haltung gegenüber japanischen Aktien hält Neuberger trotz der leicht angepassten Anleihenpositionierung fest. Als Argumente führt Amato den hohen Anteil exportorientierter Industrien, Halbleiterhersteller und KI-Zulieferer an, dazu Fortschritte bei der Corporate Governance sowie zunehmende Aktienrückkäufe und steigende Aktionärserträge. Die Zweitquartalsergebnisse hätten die strukturelle These bestätigt: Die meisten im ersten Segment der Tokioter Börse notierten Unternehmen übertrafen die Erwartungen mit deutlichem Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr.
Langfristig sei es ohnehin das Wachstum, das die Wechselkurse bestimme, nicht umgekehrt, so Amato: Verbessere sich die japanische Konjunktur, könnten die Zinsen angehoben werden, ohne das Wachstum zu gefährden – ein Umstand, der zusammen mit den strukturellen Governance-Fortschritten die positive Einschätzung zu japanischen Aktien stütze.