28.04.2026, 09:10 Uhr
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Der italienische Vermögensverwalter Eurizon Capital SGR baut sein ETF-Geschäft aus: Nach dem Aufbau einer passiven Plattform mit inzwischen 33 Teilfonds und über 19 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen lanciert das Unternehmen mit «YAS Robotics Active» seinen ersten aktiv verwalteten ETF.
Eurizon Capital SGR, der Vermögensverwaltungsarm der Intesa Sanpaolo-Gruppe, hat im März die auf aktive ETFs spezialisierte Plattform «YourActive SICAV» eingeführt. Erstes Produkt ist der «YAS Robotics Active», der gezielt in Unternehmen investiert, die innovative Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Robotik und Automatisierung entwickeln. Die Lancierung markiert für den Mailänder Asset Manager den Eintritt in ein Marktsegment, das in den vergangenen zwei Jahren überproportional gewachsen ist.
Begonnen hatte Eurizon den ETF-Aufbau im Mai 2025 mit den ersten zehn Aktienfonds der «YourIndex SICAV»-Reihe. In der Folge wurde das Angebot kontinuierlich um Anleihefonds erweitert, die laut Anbieter auf die Anforderungen einer ausgewogenen Vermögensallokation zugeschnitten sind. Heute umfasst die Plattform 33 Teilfonds – 16 Aktien- und 17 Anleihefonds – und verwaltet per April 2026 mehr als 19 Milliarden Euro. Die Strategien decken nach Angaben des Unternehmens alle geografischen Regionen und Anlageklassen ab, mit einem Schwerpunkt auf ESG-Themen. Anleger können zwischen traditionellen (institutionellen) und börsengehandelten (UCITS-ETF-)Anteilsklassen wählen.
Eurizon positioniert sich laut eigenen Angaben als einziges Unternehmen in Italien, das sämtliche ETF-Aktivitäten integriert verwaltet – von der Portfolioverwaltung bis zur Kapitalmarktanbindung. Mit der «YIS»-Multi-Share-Class-Plattform zähle man zu den führenden Akteuren in Europa, schreibt Eurizon in einer Mitteilung.
Der Vorstoss ins aktive Segment fällt in eine Phase markanter Strukturveränderung des europäischen ETF-Marktes. 2025 überschritt das verwaltete Vermögen die Schwelle von drei Billionen US-Dollar, die Nettomittelzuflüsse erreichten 390 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wurden 621 neue ETFs aufgelegt – ein Sprung gegenüber 317 Neulancierungen im Jahr 2023, der die Beschleunigung der Produktinnovation deutlich macht.
Auffällig ist die Verteilung dieses Wachstums: Während passive Strategien in absoluten Zahlen weiterhin dominieren, geht der Schub primär auf aktive Produkte zurück. Die Zahl neu aufgelegter aktiver ETFs stieg innerhalb von zwei Jahren von 32 auf 167. Damit erhöhte sich ihr Anteil an den Gesamtneuemissionen von 10 auf 27 Prozent. Für Anbieter mit etablierter passiver Infrastruktur eröffnet sich daraus ein Erweiterungsfeld – sofern die Managementkompetenz im aktiven Bereich vorhanden ist
Maria Luisa Gota, CEO und General Manager von Eurizon, ordnet den Schritt strategisch ein: «Produktinnovation ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg in der Vermögensverwaltungsbranche.» Für Eurizon sei es «strategisch wichtig, sowohl mit seinen passiven als auch mit seinen aktiven ETFs, die zunehmend von institutionellen und privaten Kunden genutzt werden, wettbewerbsfähig zu sein.» ETFs seien einfache und kostengünstige Instrumente, die im Privatkundengeschäft durch Beratungsleistungen ergänzt werden müssten, um massgeschneiderte Anlagelösungen zu bieten. Passive und aktive ETFs würden traditionelle Fonds nicht ersetzen, sondern in diversifizierten Portfolios mit ihnen kombiniert werden.
Eurizon Capital SGR ist über Niederlassungen in Luxemburg, Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz – wo das Unternehmen mit einer Repräsentanz der Luxemburger Niederlassung präsent ist – sowie über einen osteuropäischen Hub mit Einheiten in der Slowakei, Ungarn und Kroatien tätig. Über die Tochtergesellschaft Eurizon Capital Real Asset SGR (20 Prozent Kapitalanteil, 51 Prozent Stimmrechte) deckt die Gruppe alternative Anlageklassen ab, über Eurizon SLJ Capital Ltd (85 Prozent) Makro- und Währungsstrategien aus London. In Asien ist sie mit Eurizon Capital Asia Limited in Hongkong sowie der Beteiligung an Penghua Fund Management (49 Prozent) in China vertreten. Insgesamt erstreckt sich die Geschäftstätigkeit auf 27 Länder.