Delivery Hero: Fast 2 Milliarden Euro aus IPO der Nahost-Tochter

Freude beim IPO, später fiel der Kurs unter den Ausgabepreis zurück. (Bild pd)
Freude beim IPO, später fiel der Kurs unter den Ausgabepreis zurück. (Bild pd)

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat seine Nahost-Tochter Talabat an die Dubaier Börse gebracht. Die grösste Neuemission des Jahres im Nahen Osten bringt dem Mutterkonzern umgerechnet 1,9 Milliarden Euro in bar ein. Das Geld wird dringend benötigt, um die Schulden zu senken.

10.12.2024, 13:21 Uhr
Aktien

Redaktion: sw

Gleich zum Handelsstart legten die Talabat-Aktien noch rund sieben Prozent zu. Kurz danach büssten sie dann aber ein und fielen letztlich sogar unter den Ausgabekurs von 1,60 Dirham (umgerechnet 38 Rappen).

Danach ging es auch für die im deutschen MDax notierten Papiere von Delivery Hero deutlich nach unten. Sie gaben zwischenzeitlich fast neun Prozent nach. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen.

Firmenchef Niklas Östberg betonte, der Schritt von Talabat auf das Börsenparkett habe «mehr als eine rein finanzielle Dimension». Wegen der hohen Nachfrage hatte Delivery Hero entschieden, statt wie ursprünglich geplant 15 sogar 20 Prozent der Tochter an die Börse zu bringen. Die angebotenen Aktien kamen allesamt aus dem Bestand von Delivery Hero. Der Mutterkonzern beabsichtigt, auch langfristig die Mehrheit an der Tochter zu halten.

Talabat ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten, Jordanien, Bahrain, Kuwait, im Irak, im Oman und in Katar aktiv und kommt in diesen Ländern insgesamt auf sechs Millionen aktive Kunden im Monat, die von mehr als 119 000 Fahrern mit Restaurantessen, Lebensmitteln und weiteren Produkten beliefert werden. In den ersten neun Monaten kletterte der Bruttowarenwert (GMV) um rund ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Dollar.

Diverse Probleme

Analyst Genelot von Bryan, Garnier & Co. erklärte, der Börsengang sei gemischt zu bewerten. Zwar ermögliche er es Delivery Hero, die Nettoschulden deutlich zu senken, und zwinge Analysten, ihre Bewertungen nach oben anzupassen. Aber der Börsengang sorge nicht dafür, dass die weiterhin bestehenden Probleme von Delivery Hero ausgeblendet würden.

So musste Delivery Hero in Spanien auf Druck der Behörden eine Kehrtwende vollziehen und seinen dortigen Lieferfahrern eine Festanstellung anbieten, was das Unternehmen deutlich mehr kosten wird. Offenbar gibt es auch Widerstand gegen den sicher geglaubten Verkauf des Taiwangeschäfts an die Uber-Tochter Uber Eats für fast eine Milliarde Dollar. Ausserdem läuft noch das Verfahren der EU-Kommission wegen des Verdachts eines Kartellverstosses, weswegen Delivery Hero bereits 400 Millionen Euro zurückgelegt hat.

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