Was Anleger auf dem falschen Fuss erwischen könnte

Extreme Klimakatastrophen wie die Waldbrände in Australien können auch im Jahre 2020 wieder verheerende Schäden anrichten. (Bild: Shutterstock.com)
Extreme Klimakatastrophen wie die Waldbrände in Australien können auch im Jahre 2020 wieder verheerende Schäden anrichten. (Bild: Shutterstock.com)

Neben dem optimistischen Basisszenario für den Ausblick ins Jahr 2020 zeichnet UBS Asset Management fünf Szenarien, welche die Kapitalmärkte beeinflussen könnten und die Anleger möglicherweise noch nicht beachtet haben. Die Experten raten, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben.

04.12.2019, 04:00 Uhr

Redaktion: maw

UBS Asset Management erwartet in ihrem Marktausblick für das Jahr 2020 eine moderate Wiederbeschleunigung des Wachstums in der ersten Jahreshälfte, da die geopolitischen Risiken kurzfristig nachlassen, die Wachstumsabkühlung in China sich stabilisiert und die expansivere globale Geldpolitik allmählich auf die Nachfrage durchschlägt. Dieses Basisszenario könnte jedoch nach wie vor durch geopolitische Risiken gefährdet werden.

"Obwohl dieser Konjunkturzyklus allmählich in die Jahre zu kommen scheint, sind die Zutaten für eine Beschleunigung des globalen Wachstums und sehr unterschiedliche regionale Entwicklungen im nächsten Jahr – verglichen mit 2019 – vorhanden. Natürlich kann es immer zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, die die Basisannahmen über den Haufen werfen", erklärt Barry Gill, Head of Investments bei UBS Asset Management.

Waffentillstand und unerwartete Wahlergebnisse

Mit Blick auf das Jahr 2020 sieht UBS Asset Management fünf potenzielle Marktentwicklungen, die die Erwartungen der Anleger durchkreuzen könnten, und zeigt jeweils mögliche Reaktionen auf. Die erste Marktentwicklung betrifft den US-chinesischen Handelskrieg. Ein Waffenstillstand mit einem umfassenden Handelsabkommen zwischen den beiden Grossmächten würde den globalen Industriezyklus wieder ankurbeln und könnte Aktien Auftrieb verleihen, insbesondere in den Schwellenländern.

Zweitens könnten überraschende US-Wahlergebnisse im November 2020 die Weichen für tiefgreifende Veränderungen in der nationalen Wirtschaftspolitik und inländischen Regulierung stellen. Mit den Vorwahlen der Demokraten in Iowa Anfang Februar wird der US-Wahlprozess Tempo aufnehmen. Ein Führungswechsel mit einem Kandidaten, der eine radikal andere politische Agenda verfolgt, könnte zu einer Untergewichtung von US-Aktien zugunsten von Chancen in anderen Regionen führen.

Fiskalische Impulse in der EU

Sollte Deutschland als grösste Volkswirtschaft Europas in einem dritten Szenario seine Meinung ändern und den nachlassenden Effekt der Geldpolitik durch fiskalische Impulse ausgleichen, so könnte dies die Marktlage signifikant verändern. Ein umfassendes Konjunkturprogramm könnte die Kurse der längst vergessenen europäischen Value-Aktien befeuern, auf Kosten der längerfristigen Staatsanleihen des Kontinents.

Klimakatastrophe und Nahost-Konflikt

Schwere Wetterereignisse treten immer häufiger auf. In der zweiten Hälfte des Jahres 2019 richteten extreme Waldbrände in Australien und grossflächige Überschwemmungen in Nordengland verheerende Schäden an. In den nächsten zwölf Monaten könnte zum Beispiel ein grosser Ballungsraum von einem Megasturm getroffen werden oder ein kollabierter Gletscher den Geschäftsbetrieb in Europa unterbrechen. Mit Anlagestrategien, die den Dialog mit den Unternehmen suchen und ihnen helfen, ihre CO2-Bilanz zu reduzieren, können sich Anleger besser auf die Zukunft vorbereiten und zu nachhaltigen Lösungen beitragen.

Die letzte Marktentwicklung setzt sich mit dem Nahen Osten auseinander. Wenn sich dessen Spannungen zu einem Krieg ausweiten, könnten Ölanlagen in der Golfregion zerstört werden. Dieses Szenario könnte den Märkten bewusst machen, dass die Elektrifizierung des Fahrzeugbestands in weiterer Ferne liegt als erwartet, und Aktien von vorgelagerten Bereichen des Energiesektors, Öldienstleistern und alternativen Energien Auftrieb verleihen.

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