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Erkenntnisse zum Technologiesektor

Der Marktanteil von Elektroautos hat sich 2021 gegenüber 2019 vervierfacht – ein Schlüsselfaktor für die Halbleiterbranche. (Bild: Shutterstock.com/Petair)
Der Marktanteil von Elektroautos hat sich 2021 gegenüber 2019 vervierfacht – ein Schlüsselfaktor für die Halbleiterbranche. (Bild: Shutterstock.com/Petair)

Der Technologiesektor hat eine scharfe Korrektur erfahren, bedingt durch die beschleunigte Inflation, eine Rotation von Wachstums- zu Value-Aktien, eine sinkende Konsumnachfrage und Lieferkettenprobleme. Doch die langfristigen Wachstumschancen sind bei erst noch niedrigerer Bewertung intakt, lautet das Fazit der 9. Fidelity Research Tour durchs Silicon Valley.

22.08.2022, 16:48 Uhr

Redaktion: hf

Die 9. Fidelity Research Tour für Manager und Analysten an der US-Westküste war die erste Reise seit dem Beginn der Pandemie. Ziel war es, Gespräche mit führenden Vertretern des Technologiesektors zu führen. Zu den wichtigsten Themen gehörten die steigende Nachfrage nach Digitalisierung und Automatisierung, die langfristigen Wachstumspfade für Halbleiter, die Entwicklung neuer Technologien zur Förderung des Übergangs zur Cloud und das zunehmende Bestreben der Unternehmen, ihre Rentabilität durch ihre Preisgestaltungsmacht zu erhalten.

Die Tour habe gezeigt, dass Covid-19 und Störungen in den Lieferketten zu Katalysatoren für die Einführung von Technologie besonders in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Lösungen für hybrides Arbeiten geworden seien, fasst Portfoliomanager Hyun Ho Sohn zusammen. Er verwaltet seit 2013 den Global Technology Fund von des US-Asset Managers Fidelity.

Technologien für hybrides Arbeiten

Unternehmen müssten in Technologie investieren, um sich in hybriden Arbeitsumgebungen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und Prozesse zu automatisieren, um Beschaffungsrisiken zu reduzieren, betont er. Die wichtigsten Sektoren, die davon profitieren würden, seien die Bereiche Cloud, Sicherheit und Datenanalyse sowie Hardwareunternehmen, die Technologien für hybrides Arbeiten bereitstellen.

"Amazon beispielsweise ist über seinen Geschäftsbereich AWS, der auf Cloud-Dienste für Unternehmen und Privatpersonen spezialisiert ist, optimistisch in Bezug auf das Cloud-Computing. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die Vorteile der Cloud noch stärker im hybriden Arbeiten zum Ausdruck kommen, ein Trend, der auch nach der Pandemie anhalten wird", berichtet Hyun Ho Sohn.

Schub durch Elektrofahrzeuge

Trotz der makroökonomischen Schwierigkeiten würden sich die Ausgaben für Rechenzentren und Cloud-Computing hartnäckig halten. Als Beispiel nennt der Fondsmanager Marvell Technology, ein Unternehmen, das Halbleiter entwickelt und herstellt. Marvell sei im Begriff, sich vom Verbrauchersegment abzuwenden und sich auf Rechenzentren zu konzentrieren. Durch diese Neuausrichtung sei das Unternehmen weniger anfällig für zyklischen Konsum, und der Gewinn mehrerer Aufträge im Chipbereich dürfte den Umsatz ankurbeln.

"Innerhalb der Halbleiterbranche sehen die Unternehmen in Elektrofahrzeugen (EVs) eine langfristige Schlüsselquelle für die Chipnachfrage", so Hyun Ho Sohn weiter. 2021 haben sich die EV-Verkäufe vervierfacht, was das grosse Wachstumspotenzial unterstreiche. Innerhalb anderer Sektoren hätten die Diskussionen bestätigt, dass auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Motorenempfehlungen auch für Internetunternehmen eine substanzielle Rendite versprechen dürften.

Erst am Übergang zur Cloud

In mehreren Gesprächen wurde deutlich, dass man sich aufgrund von Einschränkungen bei der Netzwerkbandbreite erst am Anfang des Übergangs zur Cloud befinde. Intel etwa sei von der Compute Express Link (CXL)-Technologie überzeugt, einem neuen Standard für Speicherverbindungen.

Dieser könnte die Serverbandbreite (ein gutes Zeichen für Chipspeicher und Cloud-Dienste) und die Rechenkapazität (ein gutes Zeichen für Betreiber von Rechenzentren, die damit ihren Kunden neue, leistungsfähigere Angebote machen können) erheblich steigern. Die Technologie funktioniere auch über bestehende physische Schnittstellen, was ihre Akzeptanz in den nächsten Jahren erleichtern und beschleunigen dürfte.

Auf der Angebotsseite drehten sich die Gespräche um die Lieferengpässe. Probleme in den Lieferketten sind in der Halbleiterindustrie besonders verbreitet und haben unter anderem dazu geführt, dass Taiwans Hersteller TMSC sein Auftragsvolumen deutlich reduziert hat.

Dennoch werden diese (kurzfristigen) Herausforderungen die langfristigen Aussichten nicht beeinträchtigen, lautet der Tenor in der Branche. LAM Research, ein führender Anbieter von verfahrenstechnischen Geräten und Anlagen, meint beispielsweise, dass die Halbleiterindustrie bis zum Ende des Jahrzehnts auf 1 Bio. US-Dollar wachsen werde, weil die Kapitalintensität aufgrund der zunehmenden Komplexität der benötigten Chips nicht abnehmen dürfte.

Die Macht der Preissetzung

Preissetzungsmacht und starke Bilanzen sind in einem stark inflationären und volatilen Umfeld von entscheidender Bedeutung. Die Diskussionen konzentrierten sich denn auch auf Unternehmen, die ihre Margen und Rentabilität dank Preissetzungsmacht aufrechterhalten. Da Halbleiter wesentliche Bestandteile vieler der innovativsten Technologien sind, verfügen die Konzerne in diesem Bereich über eine starke Hand. Hyun Ho Sohn verweist auf Softwarehersteller, die häufig Verträge haben, die Anpassungen an den Verbraucherpreisindex (CPI) vorsehen.

Darüber hinaus berechneten viele Technologieplattformen einen nominalen Prozentsatz auf alle von ihnen verkauften Produkte und Dienstleistungen. "Sie können daher die Inflation an ihre Kunden weitergeben und von einem Anstieg ihres nominalen Umsatzes profitieren", erklärt der Fidelity-Mann.

Attraktive Bewertungen

"Angesichts der Korrektur und der Überreaktion des Marktes auf die aktuellen kurzfristigen Schwierigkeiten bieten sich aktiven Anlegern mit einem Bottom-up-Ansatz hervorragende Möglichkeiten, Alphagewinne zu erzielen", fährt er fort. Die Bewertungen seien attraktiv und führende Technologieunternehmen würden zu niedrigen Multiplikatoren gehandelt, ohne dass sich ihre langfristigen Wachstumsprofile verändert hätten.

"Durch die Gespräche im Silicon Valley mit Unternehmen wie Zoom und Zendesk, einem Anbieter von Software für den Kundenservice, wurde meine Überzeugung von wachstumsorientierten Softwarelösungen gestärkt." Es gebe Chancen bei Unternehmen, die erstklassige Software entwickeln, die noch am Anfang der Markteinführung stehen und enorm viele Möglichkeiten böten, mit Multiples auf einem Tiefstand und die nicht von einer übermässig hohen Nachfrage aufgrund der Pandemie profitiert haben.

Portfoliomanager Hyun Ho Sohn rechnet mit einer Zunahme der Fusionen und Übernahmen in diesem Sektor, da viele kleine Unternehmen mit attraktiven Vermögenswerten infolge des Rückschlags im IT-Bereich nun wesentlich billiger geworden sind.

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