China: Noch ist Vorsicht geboten

Laut Fidelity ist in China noch Vorsicht geboten - doch im Jahr des Hasen kehren Anlagechancen zurück. (Bild Shutterstock/hxdbzxy)
Laut Fidelity ist in China noch Vorsicht geboten - doch im Jahr des Hasen kehren Anlagechancen zurück. (Bild Shutterstock/hxdbzxy)

Während sich viele Anleger in China auf das Neujahrsfest vorbereiten, sind die Investmentteams von Fidelity International der Frage nachgegangen, was Anleger von Aktien und Anleihen im Reich der Mitte im Jahr des Hasen erwarten können.

20.01.2023, 14:41 Uhr

Redaktion: sw

Victoria Mio, Leiterin Aktien-Research Asien-Pazifik bei Fidelity International, kommentiert im aktuellen Ausblick: «Am Übergang zum Jahr des Hasen beobachten wir, dass das Interesse an Investments in China und Asien wieder wächst. Zu Recht wie wir meinen, denn China dürfte Anlegern 2023 wieder bedeutende Anlagechancen bieten. In dieser Einschätzung bestärken uns neben den langfristigen strukturellen Wachstumstrends im Reich der Mitte die unlängst gelockerte Null-Covid-Politik, der anhaltende Fokus Pekings auf Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung sowie die Unterstützung durch die chinesische Zentralbank.»

Der Weg zu positiven Anlageergebnissen dürfte allerdings nicht geradlinig verlaufen. Hasen sind vorsichtige und wachsame Tiere, die sich schnell an ihre Umgebung anpassen. Diese Eigenschaften könnten auch für Anleger von Vorteil sein, wenn sie Anlagemöglichkeiten in China, das sich derzeit von der Pandemie erholt, in Betracht ziehen.

Anleger sollten daher die Fähigkeiten des Hasen trainieren sowie geduldig und wachsam bleiben. In den letzten Wochen haben sich die Stimmung und die Bewertungen deutlich gebessert. «Wir sollten jedoch davon ausgehen, dass sich die Wirtschaft des Landes nur allmählich erholen wird und die Wirtschaftsdaten möglicherweise nicht sofort mit dem Tempo der Aktivitäten Schritt halten. So dürfte die Wirtschaftsleistung auch im ersten Quartal schwächeln, da die Covid-Infektionszahlen wohl hoch bleiben werden. In der zweiten Jahreshälfte erwarten wir einen Anstieg der Unternehmensgewinne und -bewertungen sowie positive Impulse durch den Nachholbedarf beim Konsum», schreibt Mio.

Anleger sollten sich auf weitere Schwankungen einstellen und mit längerem Anlagehorizont an die strukturellen Wachstumschancen in China herangehen, wobei Qualitätsunternehmen im Fokus stehen sollten. Im Jahr des Hasen und darüber hinaus behält Fidelity vor allem den Konsum im Blick, insbesondere bei Nahrungsmitteln, Sport- und Luxusartikeln, wobei der Trend zu Premiumprodukten geht. «Während sich der Internet-Sektor von der jüngsten Regulierungswelle erholt und vom Wachstumsschub nach Corona profitiert, beobachten wir zudem Aktien von Qualitätsunternehmen mit Internetbezug und starken Fundamentaldaten aufmerksam», heisst es weiter. Ebenfalls im Fokus stehe der Immobiliensektor, da sich der Markt nach weiteren Anzeichen einer Unterstützung aus Peking zu stabilisieren beginnt, was die Wohnungsnachfrage und damit verwandte Bereiche ankurbeln könnte. «Dem grünen Wandel in China sollten Anleger ebenfalls Beachtung schenken: Anstrengungen zur Dekarbonisierung werden eine Fülle neuer nachhaltiger Anlagemöglichkeiten in allen Sektoren mit sich bringen.»

Vanessa Chan, Leiterin Asian Fixed Income Investment Directing bei Fidelity International, kommentiert: «Das Jahr des Tigers war vor allem für asiatische Anleihen wegen der Dominanz chinesischer Emittenten und der wirtschaftlichen Folgen von Chinas Null-Covid-Politik eine grosse Herausforderung. Im Jahr des Hasen werden die Wiederöffnung Chinas und die Regierungsmassnahmen voraussichtlich positivere Bedingungen für die Wirtschaft des Landes schaffen, was der gesamten asiatischen Region zugutekommen dürfte. Nach diversen von konstruktiven Äusserungen aus Peking begleiteten günstigen Entwicklungen, folgten Lockerungen der Vorschriften für den Immobiliensektor, Zinssenkungen und staatliche Unterstützung unter anderem für den Konsum-, Telekom-, Medien- und Technologiesektor.»

Diese Entwicklungen und die mehrfachen Leitzinserhöhungen der Fed hätten Anleihen wieder attraktiv gemacht. «Wir beobachten eine breite Neubewertung von auf US-Dollar lautenden asiatischen und chinesischen Anleihen, wobei höhere Anfangsrenditen attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten.»

Nach Aufhebung der strengen Covid-Auflagen in China und wegen einer möglichen Zinswende in den USA sind die Risikoaufschläge asiatischer Unternehmensanleihen bester Bonität rückläufig. Eine allmähliche Besserung der Wirtschaftsdaten dürfte chinesischen und asiatischen Hochzinsanleihen zusätzlichen Auftrieb geben. Dennoch sei es wichtig, wachsam zu bleiben. «Wir behalten die ökonomischen und ökologischen Folgen der Politik im Blick und gehen davon aus, dass wegen des insgesamt schwächeren Konjunkturumfelds in den meisten Industriemärkten die Volatilität 2023 erhöht bleiben wird. Diversifizierung und Titelauswahl bleiben daher entscheidend, um von den Chancen in Asien und China profitieren zu können.»

Das Portfolio Management Team von links: Christoph Wirtz, Beat Keiser, Benjamin Meier und Gianluca Ricci. (Bild pd)

Nachhaltig, zuverlässig und widerstandsfähig: was spricht für «Quality»-Aktien?

In einem aktuellen Interview erläutern die Portfoliomanager der...

Advertorial lesen
Daniel Lüchinger, CIO der Graubündner Kantonalbank (rechts), und Dr. Thomas Steinemann, CIO der Privatbank Bellerive. (Bild pd)

2023: Ausgewogenheit im Portfolio bringt Rendite

Das Jahr 2022 war weltweit von beispiellosen Turbulenzen an den...

Advertorial lesen
Alle Artikel anzeigen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen.> Datenschutzerklärung