Fondsanleger in den USA am besten gestellt, Schweiz im Mittelfeld

Anleger informieren sich an der Finanzmesse in Zürich
Anleger informieren sich an der Finanzmesse in Zürich

Das Umfeld für Fondsanleger ist in den USA am besten und in China am schlechtesten. Die Schweiz liegt laut einer Morningstar Untersuchung im Mittelfeld von 25 Ländern.

11.06.2015, 12:43 Uhr

Redaktion: cw

Welche Erfahrungen machen Fondsanleger in unterschiedlichen Ländern und wo gibt es Verbesserungsspielraum? Diesen Fragen geht Morningstar seit 2009 in der Global Fund Investor Experience Studie nach. Die Analyse, die Morningstar alle zwei Jahre durchführt, ist die mittlerweile vierte und nimmt insgesamt 25 Länder in Europa, Nordamerika, Asien und Afrika unter die Lupe. Dafür wurden in jedem Land vier für Fondssparer relevante Bereiche untersucht: "Regulierung & Besteuerung", "Offenlegungspflichten", "Gebühren" und "Vertrieb & Medien".

Fondsanleger in den USA sind gemäss der diesjährigen Studie mit der Note A am besten bedient. Erstmals hat aber Südkorea zu den USA aufgeschlossen. Am schlechtesten schneidet China mit der Note D+ ab.

Mit einer Note von B- liegt die Schweiz im Mittelfeld. Die steuerlichen Rahmenbedingungen für Investoren können stark von Kanton zu Kanton variieren, allerdings ist die steuerliche Belastung von Fondsinvestoren im Vergleich zu den meisten anderen Fondsstandorten gering. Insgesamt erhält die Schweiz in der Kategorie "Regulierung & Besteuerung“ die Note „B-“.

Die Anlegern zur Verfügung stehenden Produktinformationen bewertet Morningstar in der Schweiz mit der Note „C+“. Diese leichte Verschlechterung erfolgt im Zuge der Einführung der Schweizer KIID in Anlehnung an die in der EU eingeführten ‘Wesentlichen Anlegerinformationen‘. Für die meisten Schweizer Anlagefonds werden monatliche Portfolioholdings veröffentlicht, manche Fondsgesellschaften publizieren auch für Retail-Investoren Informationen zum Fondsmanagement. Mit Blick auf den Zeitverzug bei der Veröffentlichung dieser Informationen besteht indes Verbesserungsbedarf.

Die laufenden Gebühren bewegen sich im globalen Vergleich im Mittelfeld. Die in der Schweiz domizilierten Fonds weisen im Schnitt allerdings deutlich tiefere Kosten auf als ausländische Fonds mit Vertriebszulassung Schweiz. Asymmetrische Erfolgsgebühren (d.h. Gebühren auf die Outperformance) sind, wie in vielen anderen Länder auch, zulässig. Berater werden in der Regel über Retrozessionen vergütet, insofern besteht hier Verbesserungsbedarf. Es wird allerdings erwartet, dass künftig im Zuge der Verbreitung der Honorarberatung zunehmend Fonds ohne Kickbacks erhältlich sein werden. Beim Punkt Gebühren erhält die Schweiz die Note „B-".

Die Schweiz schneidet in der Kategorie "Vertrieb und Medien" insgesamt überdurchschnittlich ab. Die grossen Banken dominieren den Fondsvertrieb, aber Anleger haben Zugang zu unabhängigen Beratern bzw. Vermögensverwaltern. Schätzungsweise werden rund 50% der vertriebenen Fonds in einem System der ‚Open Architecture‘, d.h. unter Berücksichtigung von Fremdfonds, angeboten. Die traditionelle Praxis, hauseigene Fonds im Vertrieb nach vorne zu stellen, wird im Zuge der Debatte um Retrozessionen zunehmend aufgeweicht. Die Berichterstattung in den Medien zu Anlagefonds als Langfristinvestments ist verbesserungswürdig, zumal die Bedeutung von (tiefen) Gebühren als wichtige Performance-Quelle für Anleger häufig nicht hervorgehoben wird.

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