Hypothekarzinsen trotzen der zweiten Corona-Welle

Die kommenden Monate bieten gute Gelegenheiten für taktische Abschlüsse am Hypothekarmarkt. (Shutterstock.com/Michael Dechev)
Die kommenden Monate bieten gute Gelegenheiten für taktische Abschlüsse am Hypothekarmarkt. (Shutterstock.com/Michael Dechev)

Im Gegensatz zur ersten Corona-Welle ignorierten die Hypothekarzinsen im Schlussquartal 2020 die zweite Welle. Zehnjährige Festhypotheken gibt es bereits ab 0,61%, fünfjährige für 0,54%. Das zeigt das Comparis-Hypobarometer für das 4. Quartal 2020.

07.01.2021, 05:00 Uhr

Redaktion: rem

Die Richtzinsen von Festhypotheken bewegten sich im vierten Quartal 2020 kaum. Die mit Abstand beliebteste Laufzeit (10 Jahre) notierte während der vergangenen drei Monate zwischen 1,04% und 1,07% und damit jeweils knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 1%. Keine Veränderungen zeigten fünf- und zweijährige Festhypotheken. Beide verharrten während der vergangenen drei Monate bei 0,90% beziehungsweise 0,86%. Damit reagierte der Hypothekarmarkt bislang nicht auf die zweite Corona-Welle. Während der ersten Welle hatte er deutlich nervöser reagiert. Die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken verteuerten sich Ende des ersten Quartals innert weniger Tage vom Rekordtief bei 0,98% auf fast 1,20%.

Zinsentwicklung 10-, 5- und 2-jähriger Festhypotheken (seit Oktober 2010)

Quelle: Comparis
Quelle: Comparis

Gute Gelegenheit für taktische Abschlüsse

"In den kommenden Monaten ist mit mehr Dynamik im Hypozinsmarkt zu rechnen", prognostiziert Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. Das habe in erster Linie weniger mit der Corona-Pandemie zu tun, sondern vielmehr mit der Hypothekarpolitik der Anbieter. Sie zeigten üblicherweise zu Jahresbeginn wieder mehr Appetit auf bestimmte Laufzeiten und offerieren entsprechend attraktive Zinssätze. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass sich die Konkurrenz unter den Anbietern wieder intensiviere, ganz zugunsten der Immobilienkäufer und -besitzer.

Mindestens genauso wichtig wie der Zeitpunkt des Abschlusses sei der Vergleich diverser Offerten. Daten der zur Comparis-Gruppe gehörenden Hypothekarspezialistin HypoPlus zeigten grosse Unterschiede bei den Angeboten, so Papp. Zehnjährige Festhypotheken gibt es bereits ab 0,61%. Das sind 0,44% weniger als der aktuelle durchschnittliche Richtzins bei 1,05%. Aufgerechnet auf eine Hypothek über 750’000 Franken sind dies 3’300 Franken pro Jahr oder klar über 30’000 Franken für die gesamte Laufzeit. Mit der Intensivierung des Konkurrenzkampfes sollte sich diese Bandbreite 2021 tendenziell vergrössern.

Saron-Hypothek gleich teuer wie 7-jährige Festhypothek

Die Zinssätze kurzer, mittlerer und langer Laufzeiten liegen weiterhin sehr eng beieinander, wie nachfolgende Tabelle zeigt. Die Differenz zwischen einer zehnjährigen und einer fünfjährigen Festhypothek beträgt per Ende Dezember 15 Basispunkte. Eine fünfjährige Festhypothek ist nur um 4 Basispunkte teurer als eine zweijährige.

Bei den Richtzinsen handelt es sich um Durchschnittswerte. Der konkret ausgehandelte Abschluss liege in der Regel deutlich tiefer. Eine siebenjährige Festhypothek ist bereits ab 0,55% zu haben. Das ist gleich viel wie eine Saron-Hypothek oder Laufzeiten zwischen 4 und 6 Jahren.

Quelle: Comparis
Quelle: Comparis
Alle Artikel anzeigen