29.04.2026, 08:32 Uhr
Das Asset Management der UBS hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg der Mittelzuflüsse verzeichnet. Mit Nettoneugeldern von 14,0 Milliarden US-Dollar verdoppelte die UBS in diesem Bereich. Insgesamt...
Die Baloise Anlagestiftung für Personalvorsorge (BAP) hat ihr Nettovermögen 2025 um 16,7 Prozent auf rund 2'827 Millionen Franken ausgebaut. Getragen wurde das Wachstum laut Geschäftsbericht von einer breit positiven Marktentwicklung, deutlichen Neugeldzuflüssen sowie der Öffnung der Immobilien-Anlagegruppe Real Estate Switzerland für externe Investoren. Anfang 2026 lanciert die Stiftung mit Corporate Direct Lending eine neue Anlagegruppe für Schweizer Vorsorgeeinrichtungen.
Trotz starker geostrategischer Spannungen entwickelten sich die meisten Anlageklassen 2025 positiv. Der Swiss Performance Index legte über das Jahr knapp 18 Prozent zu – allerdings begleitet von deutlichen Schwankungen. So gaben Schweizer Aktien im April im Zuge der US-Zollankündigungen innert weniger Wochen über 15 Prozent ab, bevor sich der Markt unter anderem dank Zoll-Deals und der Euphorie rund um künstliche Intelligenz wieder erholte. Am Devisenmarkt blieben die politischen Spuren sichtbar: Der US-Dollar verlor gegenüber dem Schweizer Franken bis zum Jahresende 13 Prozent.
Die positive Markttendenz spiegelt sich in den Ergebnissen der gemischten Anlagegefässe der Baloise Anlagestiftung für Personalvorsorge (BAP) wider. Sämtliche Mixed Mandate erzielten 2025 eine positive Rendite: Der BVG-Mix 15 Plus erreichte 3,3 Prozent, der BVG-Mix 25 Plus 4,9 Prozent und der BVG-Mix 40 Plus 7,2 Prozent. Die dynamischen Strategien fielen noch besser aus – der BVG-Mix Dynamic Allocation 0–40 erzielte 4,7 Prozent, der BVG-Mix Dynamic Allocation 0–80 mit 7,8 Prozent die höchste Jahresrendite innerhalb der gemischten Gefässe. Auf Dreijahressicht liegen die annualisierten Renditen zwischen rund 5 und 8 Prozent. Einzig die Anlagegruppe Aktien Global 0–100 blieb mit 2,6 Prozent zurück.
«Glücklicherweise hat sich der USD-Kurszerfall dank eher niedrigen Fremdwährungsquoten nur abgeschwächt ausgewirkt. Einzig die Anlagegruppe Aktien Global 0–100 blieb 2025 angesichts des strategisch bedingten, hohen USD-Anteils im Vergleich etwas zurück», schreibt Andreas Bertschi, Senior Portfoliomanager BVG-Mix Perspectiva bei Baloise Asset Management, im Geschäftsbericht. Die Erholung nach dem «Liberation Day» Anfang April habe zudem zu deutlichen Mehrperformances der dynamischen Strategien geführt, deren Mechanik genau auf solche Trends ausgerichtet sei.
Melanie Rama, Head of Economic Research bei Baloise Asset Management, verweist auf das auseinanderlaufende Zinsumfeld: «Der Euroraum kämpfte lange mit hoher Inflation, Ende 2025 lag diese noch bei rund 2 Prozent. In der Schweiz schwankte sie hingegen um die Nullprozent-Marke.» Der Schweizer Referenzzinssatz lag bereits im Sommer 2025 wieder bei 0 Prozent.
Den auffälligsten Wachstumsschub verzeichnete die Anlagegruppe Real Estate Switzerland (RECH), die im April 2025 erstmals für externe Investoren geöffnet wurde. Nach einer überzeichneten Emission erwarb die RECH vier Wohnliegenschaften in der Nordwestschweiz, im Espace Mittelland und in Zürich. Im November folgte eine vollvermietete Gewerbeliegenschaft in zentraler Lage in Aarau zu einer Bruttoanfangsrendite von über 5 Prozent. Insgesamt wurde das Portfolio um fünf Liegenschaften und rund 94 Millionen Franken erweitert.
Per Ende 2025 stieg das Gesamtvermögen der RECH auf rund 231 Millionen Franken, was ein Wachstum von 75 Prozent darstellt. Die Anlagerendite belief sich auf 5,63 Prozent, der NAV pro Anteil auf rund 1'130 Millionen Franken (+13,1 Prozent seit Lancierung). Der unabhängige Schätzungsexperte Wüest Partner verbuchte über das Bestandsportfolio Aufwertungen von rund 4,7 Millionen Franken (+2,1 Prozent). Der marktwertgewichtete reale Diskontsatz lag mit 2,73 Prozent zwei Basispunkte unter dem Vorjahreswert. «Auch unter zunehmendem Konkurrenzdruck am Transaktionsmarkt konnte im November eine vollvermietete und kommerziell genutzte Liegenschaft an zentraler Lage in Aarau zu einer attraktiven Bruttoanfangsrendite von über 5 Prozent akquiriert werden», kommentiert Fabian Hauswirth, Portfoliomanager Real Estate Switzerland.
Der Schweizer Markt für indirekte Immobilienanlagen verzeichnete 2025 mit über CHF 8,5 Mrd. Zuflüssen eines der stärksten Jahre überhaupt – rund 40 Prozent davon flossen in Anlagegruppen und -stiftungen.
Mit der Anlagegruppe Corporate Direct Lending (CDL) lanciert die BAP Anfang 2026 ihren jüngsten Sprössling. Das Produkt richtet sich an Schweizer Vorsorgeeinrichtungen, die angesichts tiefer Frankenzinsen nach Alternativen im festverzinslichen Bereich suchen. Die Anlagegruppe zielt eine Nettorendite von rund 4 Prozent in Schweizer Franken an – nach Abzug der Währungsabsicherungskosten.
CDL fokussiert sich auf erstrangige, besicherte Kredite an mittelständische Unternehmen in Europa. Laufzeiten betragen üblicherweise fünf bis sieben Jahre, die Verzinsung erfolgt variabel. «Die Spreads in Europa für vergleichbare Kredite sind 25 bis 75 Basispunkte höher als in den USA. Zudem sind die Kreditdokumentationen solider und auch das politische Umfeld ist stabiler», argumentiert Marc Schreier, Senior Portfolio Manager Private Assets. Für die Umsetzung stützt sich Baloise auf etablierte Manager wie Hayfin und Permira.
Strukturell ist die Anlagegruppe als Evergreen mit quartalsweisen Zeichnungen und Rücknahmen ausgestaltet. Eine Besonderheit: Die Versicherungsbilanz von Helvetia Baloise ist mit über CHF 700 Millionen Franken in den gleichen Krediten investiert, was laut Stiftung eine Interessensübereinstimmung schafft. Stiftungsratspräsident Robert Antonietti und Geschäftsführerin Claudia Kalbermatten betonen, dass der Ausbau der Angebotspalette planmässig fortgesetzt werde.