SIX bündelt digitale und traditionelle Wertschriftenwelt – FINMA bewilligt Integration und Krypto-Verwahrung

Die Fusion der SIX Digital Exchange AG mit der SIX SIS AG markiert eine neue Strategie im Umgang mit digitalen Vermögenswerten (Bild: SIX)
Die Fusion der SIX Digital Exchange AG mit der SIX SIS AG markiert eine neue Strategie im Umgang mit digitalen Vermögenswerten (Bild: SIX)

Die SIX führt ihre digitale Börseninfrastruktur mit dem klassischen Zentralverwahrer zusammen und erhält gleichzeitig die Bewilligung, Krypto-Verwahrdienste über die regulierte CSD-Infrastruktur anzubieten. Damit entsteht in Zürich eine integrierte Post-Trade-Plattform für Finanzinstitute.

05.05.2026, 07:31 Uhr
Finanzplätze

Redaktion: asc

Lange wurden die beiden Einheiten getrennt geführt, doch die digitale Tochter kam nie richtig zum Fliegen. Nun kommt der Strategiewechsel und auch die dafür nötige Bewilligung ist da: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA hat die Fusion der SIX Digital Exchange AG mit der SIX SIS AG bewilligt. Mit dem Zusammenschluss bündelt die SIX laut der Mitteilung ihre Dienstleistungen für digitale und traditionelle Vermögenswerte in einer einzigen Rechtseinheit. Die konsolidierte Struktur soll als Fundament dienen, um Post-Trade-Services über sämtliche Anlageklassen hinweg aus einer Hand bereitzustellen.

Parallel dazu hat die SIX von der FINMA die Bewilligung erhalten, über ihren lizenzierten Zentralverwahrer Krypto-Verwahrdienstleistungen anzubieten. Dieser Schritt markiere einen wichtigen Meilenstein im Aufbau einer regulierten institutionellen Marktinfrastruktur für Kryptowerte, so die SIX.

Krypto-Verwahrung in regulierter Infrastruktur

Was heisst das genau? Finanzinstitute können künftig digitale Vermögenswerte innerhalb derselben regulierten Infrastruktur verwahren lassen, die sie bereits für klassische Wertschriften nutzen. Im Zentrum stehen die Rechtssicherheit und operative Stabilität, die Banken und institutionelle Anleger von etablierten Marktinfrastrukturen erwarten. Die SIX positioniert das Angebot als «One plug to two worlds» – einen einzigen Zugangspunkt, der traditionelle und digitale Anlageklassen verbindet und die operative Komplexität in einer skalierbaren Post-Trade-Umgebung reduzieren soll.

«Unser Ziel ist es, Finanzinstituten einen einheitlichen, sicheren und regulierten Zugang zu digitalen Vermögenswerten zu bieten», sagt Rafael Moral Santiago, Head Securities Services und Mitglied der Geschäftsleitung der SIX. Mit der Erweiterung der CSD-Infrastruktur um die Krypto-Verwahrung und der Integration digitaler Vermögenswerte in das Kerngeschäft verbinde die SIX die Innovationskraft des digitalen Bereichs mit der regulatorischen Verlässlichkeit etablierter Finanzmarktinfrastruktur.

Strategie 2030: paneuropäischer Post-Trade-Anbieter

Die beiden Bewilligungen sind Teil einer langfristig angelegten Strategie. Bis 2030 will sich die SIX als paneuropäischer Anbieter integrierter und digitaler Post-Trade-Lösungen etablieren. Mit der Konsolidierung der Rechtsstrukturen und der Ausweitung des Verwahrgeschäfts auf Kryptowerte legt der Schweizer Börsenbetreiber dafür nun ein zentrales Fundament.

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