28.07.2026, 08:21 Uhr
Die Halbleiterbranche steht erneut unter massivem Verkaufsdruck. Nachdem bereits Anfang Juli ein erster Schock durch die Märkte ging, erfasste diese Woche eine zweite, noch heftigere Verlustwelle die globalen...
Der globale Private-Equity-Markt kühlt bei der Anzahl der Transaktionen weiter ab, während das investierte Kapital sich auf hohem Niveau hält. Das zeigt der am Montag veröffentlichte Bericht «Pulse of Private Equity Q2'26» von KPMG. Besonders alarmierend: Die Exit-Aktivität ist auf den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt gefallen – mit Folgen für die Liquidität der Investoren.
Auf rollierender Zwölfmonatsbasis sank die globale Zahl der Private-Equity-Transaktionen von 21'060 auf 20'105. Das ist der niedrigste Wert seit 21 Quartalen schreibt KPMG im «Pulse of Private Equity Q2'26». Das globale Investitionsvolumen ging im gleichen Zeitraum nur leicht von 2,4 auf 2,3 Billionen Dollar zurück, so das Beratungsunternehmen weiter. Im ersten Halbjahr 2026 allein wurden über 9'294 Deals insgesamt 1 Billion Dollar investiert – im historischen Vergleich ein solider Wert, während die Zahl der Abschlüsse schwach bleibt.
Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den Exits aus. Im ersten Halbjahr 2026 zählte KPMG lediglich 1'315 Exits mit einem Gesamtwert von 570 Milliarden Dollar – das schwächste Exit-Tempo seit über einem Jahrzehnt. Zum Vergleich: 2025 erreichte der jährliche Exit-Wert insgesamt 1,2 Billionen Dollar. Die Aufschlüsselung nach Exit-Art:
Gavin Geminder, Global Head of Private Equity bei KPMG International, ordnet die Lage in einer Mitteilung so ein ein: Es gebe weiterhin einen enormen Rückstau an Exits, die eigentlich anstehen würden. Von Notverkäufen könne aber keine Rede sein – die Sponsoren würden geduldig bleiben und auf mehr Klarheit bei den Unsicherheitsfaktoren warten.
Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Amerika (579,2 Milliarden Dollar, 4'319 Deals) und die USA im Speziellen (545,1 Milliarden Dollar, 3'926 Deals) auf rollierender Basis rückläufig sind, konnte die EMA-Region von 775,7 auf 782,4 Milliarden Dollar zulegen. ASPAC verzeichnete ebenfalls ein leichtes Plus.
Innerhalb von EMA führte Grossbritannien mit 105,3 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr – unter anderem dank der Übernahme von Intertek durch EQT im Rahmen eines Take-private-Deals für 14,6 Milliarden Dollar. Deutschland folgte mit 34,9 Milliarden Dollar, angetrieben durch den 8,6-Milliarden-Dollar-Buyout von Everllence durch Bain Capital, vor Frankreich (31,1 Milliarden Dollar), Italien (24,9 Milliarden Dollar) und Spanien (21,6 Milliarden Dollar).
Ein Blick auf die Schweiz zeigt ein Muster, das sich nicht eins zu eins mit dem globalen PE-Bild deckt, aber dieselbe Grundspannung zwischen Kapitalüberhang und Zurückhaltung widerspiegelt. Gemäss den «Mid-2026 M&A Insights» der Boston Consulting Group (BCG) wurden im ersten Halbjahr 2026 172 Übernahmen mit Schweizer Zielunternehmen abgeschlossen – der höchste Stand seit 2022. Gleichzeitig brach das Transaktionsvolumen bei Schweizer Zielunternehmen um 40 Prozent ein.
Insgesamt bleibt auch das globale Fundraising lag zur Jahresmitte bei lediglich 261,8 Milliarden Dollar über 315 Fonds – das Kapital konzentriert sich zunehmend bei wenigen grossen, etablierten Managern.
Auf Sektorebene bleibt Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) mit 354,7 Milliarden Dollar der grösste Investitionsbereich, vor Industrial Manufacturing mit 154 Milliarden Dollar. Auffällig ist der Energiesektor: Mit 149,2 Milliarden Dollar an Investitionen zur Jahresmitte ist er auf Rekordkurs – getrieben durch die Energiewende und den wachsenden Strombedarf der KI-Infrastruktur.
Für das dritte Quartal rechnet KPMG mit einer stabilen Investitionstätigkeit, da sich Private-Equity-Investoren weiterhin auf grosse, hochwertige und selektive Deals konzentrieren dürften. Energie und KI-Infrastruktur gelten laut den KPMG-Researchern weiterhin als «sehr heisse» Investitionsbereiche, während Software-Investments angesichts der Disruption durch künstliche Intelligenz eher gemieden würden.
Insgesamt zeichnet der Bericht das Bild eines «Barbell»-Marktes: Wenige, aber hochwertige Grossdeals treiben das investierte Volumen, während die Anzahl der Transaktionen – sowohl bei Investitionen als auch bei Exits – auf mehrjährige beziehungsweise dekadenlange Tiefststände fällt. Der Rückstau an exitreifen Portfoliounternehmen bleibt damit ein zentrales Risiko für die Liquidität der Limited Partners.