Pictet als Bester Schweizer Asset Manager im Bereich Nachhaltigkeit und Markenführung ausgezeichnet

Pictet Asset Management liegt im Bereich Markenführung und Nachhaltigkeit weltweit in der Spitzengruppe (Bild: IT)
Pictet Asset Management liegt im Bereich Markenführung und Nachhaltigkeit weltweit in der Spitzengruppe (Bild: IT)

Der Responsible Investment Brand Index (RIBI) zeigt, dass die Diskussion um Nachhaltigkeit an einem Wendepunkt steht. Nur 22 Prozent der weltweit 632 untersuchten Asset Manager erreichen den Status «Avant-Gardist». Aus der Schweiz schaffte es Pictet Asset Management in die Spitzengruppe.

29.04.2026, 08:58 Uhr
Asset Management | Banken | Regulierung

Redaktion: asc

Der von Brand Affairs und H-Ideas jährlich publizierte Responsible Investment Brand Index misst, wie konsistent Asset Manager ihre Überzeugungen in Sachen verantwortungsbewusstes Investieren in ihren Markenkern übersetzen. Die diesjährige Ausgabe analysiert 632 Gesellschaften weltweit.

Die globale Spitzengruppe im RIBI 2026 wird von DPAM (Belgien) Pictet Asset Management (Schweiz) und CANDRIAM (Belgien/Frankreich) angeführt. Dahinter folgen Nordea Asset Management, Amundi und Mirova. Vier Asset Manager sind in diesem Jahr neu in den globalen Top 10: Danske Bank Asset Management, Manulife Investment Management, RBC Global Asset Management sowie – als direkter Neueinsteiger – die spanische Boutique Suma Capital.

Die Top 10 vereint multinationale Generalisten wie Amundi mit hochspezialisierten Boutiquen. «Konsistenz in verantwortungsbewusstem Investieren und im Markenauftritt hängt von den Überzeugungen ab, die das Management leiten – nicht von der Grösse der Organisation», halten die Autoren dazu in ihrem Bericht fest.

Frankreich löst Japan ab

Auf Länderebene ist die wichtigste Verschiebung des Jahres geografischer Natur: Frankreich übernimmt von Japan die globale Spitze. Mit einem Commitment-Rating von 3,80 und einem Brand-Rating von 2,39 liegt Frankreich auf beiden Achsen klar über dem weltweiten Durchschnitt von 2,31 beziehungsweise 1,76. 52 Prozent der ausgewerteten französischen Gesellschaften gelten als sogenannte Avant-Gardisten – mehr als doppelt so viele wie im weltweiten Durchschnitt.

Japan bleibt mit einem Commitment-Rating von 3,60 und der niedrigsten Laggard-Quote weltweit (9 Prozent) zwar weiterhin sehr stark, hat den ersten Platz aber an Frankreich abgegeben. Südeuropa – Italien, Portugal und Spanien – ist mit einem Anstieg des Gesamtscores um 17 Prozent der dynamischste Aufsteiger und weist neu die stärkste Markenbewertung aller Regionen auf. Deutschland bleibt mit nur 10 Prozent Avant-Gardisten europäisches Schlusslicht.

Im Gegensatz dazu bleiben die Vereinigten Staaten – mit 233 untersuchten Gesellschaften und 63 Prozent des globalen verwalteten Vermögens das mit Abstand grösste Marktsegment – das Schlusslicht unter den entwickelten Volkswirtschaften. Das Commitment-Rating von 1,53 ist das niedrigste aller entwickelten Länder; 62 Prozent der US-Manager fallen in die Laggard-Kategorie. Auch Grossbritannien rutscht in dieser Ausgabe beim Markenauftritt unter den globalen Durchschnitt.

Schweiz: solide, aber unter Potenzial

Die Schweiz steht im RIBI 2026 weiter komfortabel über dem globalen Durchschnitt, schöpft laut den Autoren ihre Position aber nicht aus. Die Bewertung des Commitments steigt auf 3,40 (Vorjahr darunter), die Bewertung der Marke verharrt bei 1,95. Damit ist die Schweiz auf der Commitment-Achse das viertstärkste Land in Europa – und nur das fünftstärkste, was den Markenauftritt angeht.

In den 28 ausgewerteten Schweizer Gesellschaften finden sich 29 Prozent Avant-Gardisten und 50 Prozent Traditionalisten, also Häuser mit starkem Commitment, die ihre Überzeugungen aber nicht durchgängig in ihre Markenführung übertragen. Die nationale Top 10 wird angeführt von Pictet Asset Management, gefolgt von Mirabaud Asset Management, Partners Group, Vontobel und der Zürcher Kantonalbank. Auf den weiteren Plätzen liegen GAM Holding, UBS Asset Management, die Banque Cantonale Vaudoise, Zurich Invest und – neu in der Top 10 – LGT Capital Partners. Lombard Odier Investment Managers ist aus der Spitzengruppe gefallen.

Die Schweizer Top 10 ist, wie schon in den Vorjahren, bemerkenswert heterogen: Sie umfasst Vertreter aus der West- und der Deutschschweiz, börsenkotierte und private Gesellschaften, Banken- und Versicherungs-Töchter sowie zwei Asset Manager von Kantonalbanken. Pictet Asset Management ist als einziges Schweizer Haus auch global unter den ersten zehn vertreten – auf Platz zwei.

Markenidentität als strategisches Instrument

Die zentrale These der Autoren geht über die reine Rangliste hinaus. Markus Kramer, Managing Partner von Brand Affairs in Zürich und Mitautor des Index, ordnet den Befund so ein: «Wer weiss, wofür er steht, und es überzeugend vermittelt, baut eine tragfähige Kultur auf, zieht die richtigen Talente an und verdient sich das Vertrauen, das kein Preiskampf ersetzen kann.»

Sein Mitautor Jean-Francois Hirschel, Gründer und CEO der Genfer Beratung H-Ideas, formuliert es marktökonomischer: «In schwierigen Zeiten gewinnen nicht die stärksten Zahlen das Vertrauen der Kunden, sondern die klarste Identität. Wer weiss, wer er ist, schafft Erwartbarkeit. Eine gut definierte Marke ist kein Marketinginstrument. Sie ist ein Versprechen und das Wertvollste, das ein Asset Manager abgeben kann.»

Der Befund stützt sich auf konkrete Zahlen. 53 Prozent der untersuchten Gesellschaften artikulieren einen organisationalen Purpose – ein Wert, der im Vorjahresvergleich stabil bleibt. Doch nur 48 Prozent gelingt es, sich mit mindestens einem ausgesprochenen Wert oder einer Überzeugung von der Konkurrenz zu differenzieren. Anders formuliert: Mehr als die Hälfte der Branche definiert zwar, wofür sie existiert – aber weniger als die Hälfte schafft daraus eine Markendifferenzierung von innen heraus.

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