22.07.2026, 08:35 Uhr
Die Privatbank EFG International ist im ersten Semester 2026 beim Gewinn wegen eines wegfallenden Sonderertrages unter dem Vorjahreswert geblieben. Das Institut hat gleichzeitig sein schnelles Neugeldwachstum...
Die Bank Vontobel hat im ersten Halbjahr 2026 von einer hohen Kundenaktivität profitiert und den Gewinn stark gesteigert. Im Privatkundengeschäft verzeichnete die Bank erneut klare Neugeldzuflüsse, während die Netto-Neugeldflüsse im Geschäft mit den institutionellen Kunden stagnierten.
Vontobel erzielte in den ersten sechs Monaten unter dem Strich einen Reingewinn von 216,0 Millionen Franken nach 115,5 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie die Zürcher Bank am Freitag mitteilte. Neben deutlich gestiegenen Erträgen profitierte das Institut auch von einer tieferen Kostenbasis.
Die verwalteten Vermögen (AuM) erhöhten sich per Ende Juni auf 252,2 Milliarden Franken gegenüber 240,1 Milliarden per Ende März. Der Bank flossen in den ersten sechs Monaten Nettoneugelder in Höhe von 2,5 Milliarden zu, gegenüber 2,0 Milliarden in der entsprechenden Vorjahresperiode.
Zu verdanken waren die Zuflüsse weiterhin der Vermögensverwaltung für Private: Der Bereich «Private Clients» vermeldete Zuflüsse von 2,5 Milliarden Franken (VJ 3,3 Milliarden). Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 4,1 Prozent.
Im Bereich «Institutional Clients», dem früheren Asset Management, lag der Nettoneugeldzufluss unter dem Strich bei Null. Bereinigt um Abflüsse im Zusammenhang mit Raiffeisen und Quality Growth hätten die Nettoneugeldzuflüsse rund 3,8 Milliarden Franken betragen, schreibt Vontobel.
Die Bank erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Betriebsertrag von 852 Millionen Franken, was einem Anstieg um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Ein sehr starkes erstes Halbjahr habe der Bereich «Structured Solutions» erzielt. Dieser profitierte von einer hohen Kundennachfrage insbesondere nach Produkten mit Bezug zu Rohstoffen und US-Aktien.
Klare Fortschritte verzeichnet Vontobel zudem mit seinem Effizienzprogramm, das die Kosten um 100 Millionen Franken senkte. Das Programm schreite schneller als geplant voran, es soll nun bis Ende Jahr abgeschlossen werden. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich sehr deutlich auf 67,9 Prozent (Vorjahr 77,9 Prozent). Damit blieb es auch unter dem Zielwert über den Zyklus hinweg von 72 Prozent.
Insgesamt habe Vontobel ein hohes Tempo bei der Umsetzung seiner Strategie aufrecht erhalten, betont die Bank. So habe sie die Integration von «Quantitative Investments» in die breitere Investments-Organisation abgeschlossen und quantitative sowie KI-Kompetenzen über die Anlageboutiquen hinweg verankert.
Neu gegründet wurde zudem «Vontobel Solutions», das eine steigende Kundennachfrage nach ganzheitlichen Anlagelösungen abdecken soll. Das neue Angebot will Expertise über Anlageklassen hinweg in den Bereichen Portfoliokonstruktion, Anlagestrategie und Risikomanagement vereinen, um auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene Lösungen anzubieten.
Die Privatbank kann zudem einen wichtigen Posten neu besetzen: Antoine Boublil wird per August 2026 das Amt des Finanzchefs übernehmen und in die Geschäftsleitung einziehen. Der frühere Leonteq- und Cembra-Finanzchef übernimmt damit das Amt von Thomas Heinzl, der Ende 2025 zurückgetreten war.