09.09.2026, 16:21 Uhr
Schweizer Pensionskassen haben im August 2026 nach Abzug der Gebühren eine durchschnittliche Performance von 0,66 Prozent erzielt. Das geht aus der monatlichen Erhebung «UBS Pensionskassen-Performance» hervor, die...
Eine internationale Umfrage von Lombard Odier zeigt: Jüngere Philanthropen teilen zwar die Werte ihrer Elterngeneration, messen aber Wirkung und Innovation deutlich mehr Bedeutung bei. Mit der grössten Vermögensübertragung der Geschichte wird Philanthropie zunehmend strukturierter und evidenzbasierter.
Die Welt der HNWIs steht vor dem grössten Vermögenstransfer in der Geschichte. Ensprechend bereiten sich die Privatbanken und Wealth Manager auf diesen Wechsel vor. Was denkt die neue Generation von Vermögenden über Philantropie, wo legen sie ihre Schwerpunkte? Dem ging auch die Privatbank Lombard Odier in einer Umfrage nach. In dieser wurden 260 jüngere vermögende Privatpersonen mit einem investierbaren Vermögen von über 1 Million Schweizer Franken in der Schweiz, in Singapur, in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und im Vereinigten Königreich befragt.
Die Resultate erstaunen auf den ersten Blick: 80 Prozent der Befragten sehen keinen grundlegenden Unterschied zwischen den Generationen, wenn es um Werte und Motive philanthropischen Engagements geht. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch bei den Prioritäten: Jüngere Spender legen mehr als doppelt so viel Wert auf messbare Wirkung (19 Prozent gegenüber 7 Prozent) und Innovation (27 Prozent gegenüber 13 Prozent) als ältere Generationen. Entsprechend gefordert sind die Wealth Manager der Zunkunft.
Dr. Maximilian Martin, Global Head of Philanthropy bei der Lombard Odier Gruppe, ordnet den Befund ein: Das Gesamtvolumen der Zuwendungen habe zwar nie höher gelegen, gleichzeitig nehme die Zahl der Menschen, die diese Beiträge leisten, rasch ab. Jüngere Spender würden sich dabei nicht von den Werten früherer Generationen abwenden, sondern fragten vielmehr, wie ein professionellerer Ansatz dazu beitragen könne, dieselben Werte in langfristige Wirkung umzusetzen.
Verstärkt wird dieser Wandel durch die zunehmende Konzentration philanthropischen Kapitals auf eine kleinere Gruppe von Gebern, obwohl das gesamte Spendenvolumen 2025 Rekordhöhen erreichte. Dabei unterscheiden sich auch die unterschiedlichen Märkte.
Schweiz – Verfeinerung statt Neuerfindung: Mit über 13'700 aktiven gemeinnützigen Stiftungen verfügt die Schweiz über eine der höchsten Stiftungsdichten weltweit, mit einem Gesamtvermögen von über 100 Milliarden Schweizer Franken und jährlichen Zuwendungen von 6 Milliarden Franken. Bemerkenswert: Sämtliche Schweizer Teilnehmenden stufen langfristige Projektnachhaltigkeit als wichtig ein, 98 Prozent legen Wert auf messbare Ergebnisse. 50 Prozent nennen die Integration von Philanthropie in Familienvermögensstrategien als wichtigste Dienstleistung, die sie von Vermögensverwaltern erwarten. Philantropie wird demnach nicht nur ein reines Geben sein, sondern Teil einer aktiven Strategie.
Die Studie identifiziert demnach drei Trends für das kommende Jahrzehnt: Erstens dürfte sich institutionelle und Grossspender-Philanthropie weiter verfestigen, während die Basis kleinerer Spender schwindet – mit Folgen für die politische Legitimität des Sektors. Zweitens wird Wirkungsmessung zum limitierenden Faktor, da die Dateninfrastruktur mit der Vielfalt neuer Finanzinstrumente nicht Schritt hält. Drittens verschiebt sich die Geografie des Gebens: Singapur und die Golfregion etablieren sich nicht mehr nur als Vermögensverwaltungszentren, sondern zunehmend als Quellen philanthropischen Kapitals und neuer Gebermodelle.