17.09.2026, 17:29 Uhr
Der Ständerat hat noch keine Entscheide zu den künftigen Eigenkapitalregeln für systemrelevante Grossbanken mit Auslandsbeteiligungen gefällt. Aus Zeitgründen konnte er die umstrittene Vorlage nicht zu Ende...
Die Graubündner Kantonalbank erfüllt als eine der ersten nicht-systemrelevanten Banken der Schweiz die Voraussetzungen für die Erweiterte Liquiditätsfazilität (ELF) der Schweizerischen Nationalbank. Das Instrument ist eine der zentralen Lehren aus dem Untergang der Credit Suisse.
Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat die Anforderungen zur Teilnahme an der Erweiterten Liquiditätsfazilität der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erfüllt. Wie die Bank am Mittwoch mitteilte, kann sie damit im Bedarfsfall rasch und geordnet zusätzliche Liquidität von der SNB gegen Sicherheiten beziehen. Nach eigenen Angaben zählt die GKB damit zu den ersten Banken ohne Systemrelevanz-Status, welche die nötigen Voraussetzungen geschaffen haben.
Die ELF ist Teil des neuen Liquiditätsdispositivs der Nationalbank. Sie steht allen Banken in der Schweiz offen und soll – nach den mit der Credit Suisse gemachten Erfahrungen – die Finanzstabilität weiter stärken. Zugelassene Banken können von der SNB bis zu einer bestimmten Obergrenze, der sogenannten ELF-Limite, vereinfacht Liquidität gegen ausreichende Sicherheiten beziehen. Als Sicherheiten akzeptiert die Nationalbank hypothekarisch besicherte Kreditforderungen sowie einen breiten Kreis von Wertschriften; Banken können mit einer oder beiden Sicherheitenkategorien teilnehmen. Für die Abwicklung zieht die SNB die SIX-Gesellschaften SIX Terravis und SIX SIS bei.
Gerade der Einbezug von Hypotheken als Sicherheiten ist für eine Kantonalbank mit starkem Hypothekargeschäft wie die GKB relevant: Er erschliesst einen grossen Teil der Bilanz als potenzielle Liquiditätsquelle.
Die GKB ist dem Zeitplan voraus. Bis Mitte 2026 wurde der ELF-Prozess mit Pilotbanken getestet, Anfang 2027 soll die Fazilität in den produktiven Betrieb gehen. Die SNB drängt dabei auf eine breite Teilnahme: Für die Stärkung der Finanzstabilität sei es wichtig, dass möglichst viele Banken die Vorbereitungen treffen, um an der ELF teilzunehmen.
Die GKB habe in den vergangenen Jahren die rechtlichen, technischen und operativen Grundlagen geschaffen, heisst es in der Mitteilung. Die ELF-Teilnahme ergänze die bestehende Liquiditätsvorsorge und sei Teil eines vorausschauenden Risikomanagements. Mit einem Eigenkapital von drei Milliarden Franken verfüge die Bank über eine überdurchschnittliche Resilienz.
Urs Widmer, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Finance & Risk der GKB, ordnet den Schritt in einer Mitteilung als Vorsorge ein: «Die ELF-Fähigkeit ist ein weiterer Baustein unserer vorsorglichen Stabilitätsarchitektur. Wir erweitern damit unsere Handlungsoptionen im Liquiditätsmanagement aus einer Position der Stärke heraus – im Interesse unserer Kundschaft, des Kantons Graubünden und des Finanzplatzes Schweiz.»