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Strom wird zum strategischen Rohstoff

Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities (Bild: Maverix)
Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities (Bild: Maverix)

Die Welt spricht über künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Elektromobilität und Reindustrialisierung. Doch hinter all diesen Trends steht dieselbe Engstelle: Strom. Nicht Daten, Chips oder Kapital könnten zum knappsten Faktor werden, sondern verfügbare, verlässliche und bezahlbare Elektrizität, schreibt Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities.

17.06.2026, 08:37 Uhr
Aktien | Anlagefonds | Anlagestrategie

Autor: Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities

Redaktion: asc

Die Stromnachfrage steigt strukturell. Rechenzentren benötigen immer mehr Energie, industrielle Prozesse werden elektrifiziert und durch Wärmepumpen sowie E-Mobilität wird die Nachfrage in die Stromnetze verschoben. Gleichzeitig wurden Kraftwerke, Netze, Transformatoren und Speicher über Jahre nicht im gleichen Tempo ausgebaut. Die Folge ist keine kurzfristige Marktstörung, sondern eine neue Investitionsrealität. Es fehlt an Produktion, die Netze sind überlastet und die Anschlusszeiten werden länger.

Besonders sichtbar wird dies bei KI. Für Hyperscaler ist neben dem Strompreis vor allem die «time to power» entscheidend. Wer keinen Netzanschluss bekommt, kann keine Rechenleistung hochfahren. Daraus entsteht ein mehrstufiger Investitionszyklus. Kurzfristig profitieren dezentrale Lösungen, Batterien, Solarenergie, Netzanschlüsse und Umspannwerke. Mittelfristig werden gesicherte Leistung durch Gas, flexible Kraftwerke und moderne Grid-Technologie benötigt. Langfristig rückt die CO₂-arme Grundlast wieder ins Zentrum.

Kernenergie wird wieder ein Thema

Damit ist Kernenergie wieder ein Thema. Das ist für Investoren relevant, weil Uran und die nukleare Wertschöpfungskette nicht nur eine Klima-, sondern vor allem eine Versorgungssicherheits-These sind. Bestehende Reaktoren benötigen Brennstoff. Neue Projekte, Laufzeitverlängerungen und Small Modular Reactors erhöhen die strategische Bedeutung von Uran, Komponenten, Services und spezialisierten Betreibern. Die Renaissance wird nicht linear verlaufen, aber die Richtung ist klar. Ohne verlässliche Grundlast wird die Elektrifizierung kaum funktionieren.

Der spannende Punkt ist, dass diese Stromlücke global und technologieoffen ist. Sie betrifft Nordamerika, Europa und Asien. Betroffen sind Versorger, Netztechnik, Industrie, Gasinfrastruktur, Kupfer, Uran, Speicher und ausgewählte Anbieter schneller Stromlösungen. Anleger müssen deshalb nicht auf eine einzelne Technologie setzen. Attraktiver ist ein breiter, aktiv gesteuerter Zugang zu den Profiteuren dieser Engpässe.

Versorgungssicherheit, Netzstabilität und geopolitische Unabhängigkeit

Zudem hat das Thema eine seltene Qualität. Es verbindet Wachstum und Sicherheit. Die steigende Stromnachfrage resultiert aus Zukunftstechnologien wie KI, Cloud, Automatisierung und Elektrifizierung. Gleichzeitig erzwingen Versorgungssicherheit, Netzstabilität und geopolitische Unabhängigkeit neue Investitionen in die klassische Infrastruktur. Genau diese Kombination macht den Sektor für Anleger besonders interessant.

Genau hier setzen wir an. Mit einem fokussierten, globalen Themenkorb entlang dem Thema Stromknappheit. Die Auswahl konzentriert sich auf Unternehmen und Instrumente, die direkt von der steigenden Stromnachfrage, Netzengpässen, der Versorgungssicherheit und dem Comeback der Grundlast profitieren könnten. Entscheidend ist nicht die lauteste Story, sondern die beste Kombination aus strukturellem Rückenwind, Qualität, Bewertung und Timing.

Strom war lange ein defensives Infrastrukturthema. Heute wird er zum strategischen Rohstoff der digitalen Wirtschaft. Für Anleger könnte genau darin eine der spannendsten Chancen der kommenden Jahre liegen.

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