Effektives Engagement kann Einfluss von Investoren maximieren

Auch wenn Sektoren eindeutig vorteilhaft für die Umwelt sind – wie etwa erneuerbare Energien –, könnten sie beispielsweise Schäden an der Biodiversität verursachen. (Bild: ZVG)
Auch wenn Sektoren eindeutig vorteilhaft für die Umwelt sind – wie etwa erneuerbare Energien –, könnten sie beispielsweise Schäden an der Biodiversität verursachen. (Bild: ZVG)

M&G Investments nutzt seinen Einfluss, damit Unternehmen ihre Offenlegung und Ihre Zielsetzungen verbessern. Als Impact-Investoren müsse man alle negativen Auswirkungen der Aktivitäten eines Unternehmens erkennen. So könnten sie auf bessere Ergebnisse für die Menschen und den Planeten hinwirken.

31.05.2021, 05:00 Uhr

Redaktion: rem

Impact Investing zielt letztlich darauf, Herausforderungen zu meistern und positive Veränderungen zu bewirken. M&G investments setze daher das Geld zielgerichtet ein und investiere in Unternehmen, die sich für die Lösung der weltweiten Herausforderungen einsetzen. Als aktiver Fondsmanager könne M&G positive "Impacts" auf zwei Arten anstreben: Dadurch, wie investiert wird, und dadurch, in was angelegt wird. Zu erreichen sei dies, indem M&G einen positiven Einfluss ausübe und seine Stimme nutze, um bessere Ergebnisse zu erreichen. Der Zweck dieses Engagements sei vielschichtig. Ein Aspekt sei, die Auswirkungen des Handelns der Unternehmen besser zu verstehen – seien sie positiv oder negativ. Der Dialog ermögliche, neue Erkenntnisse und Einsichten zu gewinnen. Darüber hinaus kann der Investmentmanager bei den Firmen auf mehr Transparenz und verbesserte Offenlegung hinwirken.

Zielgerichtete Fragen an Unternehmen

Neben der Förderung von Transparenz könne es darum gehen, die Unternehmen dazu zu bewegen, sich spezifischere oder ehrgeizigere wirkungsbezogene Ziele zu setzen. Im Jahr 2020 sei es besonders wichtig gewesen zu erkennen, wie die Unternehmen in den Portfolios von der Covid-19-Pandemie betroffen waren – und wie sie die negativen Auswirkungen bekämpft haben. M&G wollte erfahren, wie die Management-Teams ihre Impact-Ziele verfolgt haben. Darum wurden die Geschäftsleitungen aller Unternehmen angeschrieben, in die einer der Equity Impact Funds von M&G zu dieser Zeit investiert war.

Gefragt wurde erstens nach einem Update zu den Bemühungen, Aktivitäten und Initiativen, mit denen ein Unternehmen die Auswirkungen der Krise bekämpft, indem es seine Stakeholder-Gemeinschaft unterstützt. Wichtig seien dabei auch alle Schritte gewesen, die direkt mit dem Kernzweck des Unternehmens zusammenhängen. Zweitens wurde gefragt, wie das Unternehmen die Interessen und das Wohlergehen seiner Belegschaft mit Themen wie der Vergütung von Führungskräften und der Rendite für die Aktionäre in Einklang gebracht hat.
Die meisten Unternehmen hätten geantwortet, so M&G. In den Rückmeldungen habe sich eine überwältigende Unterstützung für die von der Pandemie Betroffenen widergespiegelt. Insgesamt hätten die Massnahmen der Unternehmen stark mit ihren Leitbildern übereingestimmt.

Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Themen

M&G erachtet Engagement bei sensiblen Themen als besonders wichtig. Als Impact-Investoren müsse man alle negativen Auswirkungen der Aktivitäten eines Unternehmens erkennen. Auch wenn Sektoren eindeutig vorteilhaft für die Umwelt seien – wie etwa erneuerbare Energien –, könnten sie beispielsweise Schäden an der Biodiversität verursachen. Wasserkraftwerke könnten Süsswasser-Ökosysteme schädigen, da die Dämme den natürlichen Flusslauf verändern. Windparks könnten sich negativ auf die Vogelwelt auswirken.

Für M&G sei es entscheidend, dass die Nettoauswirkungen eines Unternehmens auf die Gesellschaft positiv seien. Als Impact-Investoren sehe sich der Investmentmanager in der Verantwortung, Unternehmen bei der Verringerung negativer Auswirkungen zu unterstützen – und falls nötig auf Veränderungen zu drängen.

Es könne auch branchenspezifische Überlegungen geben. Im Gesundheitswesens legt M&G beispielsweise grossen Wert darauf, ob Unternehmen einen erschwinglichen Zugang zu ihren Produkten oder Dienstleistungen bieten. Firmen sollten nachweisen können, dass sie ihre Produkte auch Geringverdienern zugänglich machen – und Menschen, die nicht von den allgemeinen Gesundheitssystemen versorgt werden. Um Zugang zu Medikamenten ging es beispielsweise auch, als sich das M&G Impact-Team für börsennotierte Aktien im Jahr 2020 bei einem Unternehmen engagierte.

ALK-Abelló ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich der Allergie-Immuntherapie. M&G sei überzeugt, dass ALK für Allergiker und Asthmatiker eine klare positive Wirkung erziele, war aber der Meinung, dass ALK Aspekte seiner Nachhaltigkeitsziele und -angaben verbessern könnte. Darum habe M&G mit ALK unter anderem über die Massnahmen gesprochen, mit denen es seine Produkte besser für Patienten mit geringem Einkommen zugänglich machen könne. Als Teil des Engagements habe man die neue "Access to Medicine" Index-Methodik hervorgehoben, die ALK nun in Betracht ziehe. Inzwischen sei ein ermutigendes Update über die Massnahmen eingegangen, mit denen das Unternehmen seine verschiedenen Stakeholder unterstützen wolle.

"Effektives Engagement kann daher zu besseren Ergebnissen führen, für Unternehmen und für die Gesellschaft. Es kann solche positiven Ergebnisse nicht garantieren. Doch das Engagement zeigt, welche Anstrengungen wir unternehmen und dass wir positive Veränderungen mit Energie vorantreiben. Ich glaube daher, dass es dazu beitragen kann, unseren Einfluss als Investoren zu maximieren", zieht M&G Fazit.

Alle Artikel anzeigen