ZKB erhöht Aktienübergewicht und setzt auf Zykliker

Der Asset Allocation Update der ZKB lässt aufhorchen (Bild: Shutterstock)
Der Asset Allocation Update der ZKB lässt aufhorchen (Bild: Shutterstock)

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat ihre Taktische Asset Allocation für Juli 2026 angepasst und das Aktienübergewicht in den Portfolios wieder erhöht. Gleichzeitig kauft das Institut zyklische Titel aus dem Bereich Kreislaufwirtschaft sowie globale Staatsanleihen hinzu, wie Roger Rüegg, Leiter Multi Asset Solutions bei der ZKB, mitteilt.

03.07.2026, 07:00 Uhr

Redaktion: asc

Trotz starker Konjunkturdaten rechnet die Zürcher Kantonalbank (ZKB) weiterhin nicht mit Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve. Der Aktienmarkt habe sich im Juni aufgrund von Zinsängsten zwar etwas abgekühlt, das Sentiment sei aber nicht mehr euphorisch, und die technischen Indikatoren würden keine Verkaufssignale mehr liefern. Für den saisonal meist starken Monat Juli erhöht die Bank ihr Aktienübergewicht deshalb erneut.

Fokus auf Industrieunternehmen und Kreislaufwirtschaft

Die Konjunkturdaten würden in vielen Regionen weiterhin positiv überraschen, so die ZKB. Zyklische Aktien bauten Momentum auf, wobei besonders Industrieunternehmen aus der Kreislaufwirtschaft attraktiv erschienen. Neben Technologiewerten bevorzugt die Bank weiterhin zyklische Titel wie Nebenwerte (Small Caps) und Industrieaktien. Für die anstehende Berichtssaison erwartet der Markt ein robustes Gewinnwachstum von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den USA und von 12 Prozent in der Eurozone.

Im Gegenzug baut die ZKB ihre Position in defensiven Aktienregionen ab: Die Position in britischen Aktien wird komplett verkauft, da der Energie-Hedge nicht mehr angemessen erscheine. Neu geht die Bank zudem in ein Untergewicht bei Schweizer Aktien, die im Juni zwar gut performt hätten, diesen Vorsprung aber voraussichtlich wieder abgeben würden.

Ölpreis fällt auf Vorkriegsniveau, Inflationsängste verflüchtigt

Bei den Obligationen erhöht die ZKB ihr Übergewicht global. Der Ölpreis der Sorte Brent sei vom Höchststand im März von 120 US-Dollar auf rund 70 US-Dollar gefallen und notiere damit wieder auf dem Niveau vor Kriegsbeginn. In der Folge seien auch die Inflationserwartungen in den USA eingebrochen: Die in einjährigen TIPS eingepreiste Inflationsrate sei von über 5 Prozent auf unter 2 Prozent gesunken. Auch der «hawkische» Auftritt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh habe dazu beigetragen. Entgegen dem Marktpricing rechnet die ZKB dennoch weiterhin nicht mit Zinserhöhungen der Fed, weshalb der jüngste Renditerückgang bei US-Dollar-Anleihen anhalten dürfte – mit Ausnahme des japanischen Yen gelte eine ähnliche Tendenz auch für die übrigen Hauptwährungen.

Beim US-Dollar reduziert die Bank ihr Untergewicht. Die Währung habe dank der von Fed-Präsident Warsh betonten geldpolitischen Unabhängigkeit Momentum aufgebaut und sei technisch ausgebrochen. Langfristig sieht die ZKB zwar weiterhin Argumente für einen schwächeren Dollar, will das entsprechende Risiko über die Sommermonate aber reduzieren.

Bei Gold, Rohstoffen und Immobilien weiterhin an der Seitenlinie

Bei alternativen Anlagen bleibt die ZKB vorsichtig. Insbesondere Edelmetalle und Öl hätten starke Verluste erlitten und befänden sich in einem Abwärtstrend. Bei Gold sei man strukturell zwar positiv gestimmt, sehe aber technische Gefahren, nachdem neben der 200-Tage-Durchschnittslinie zeitweise auch die Marke von 4'000 US-Dollar unterschritten worden sei. Auch die vorübergehende Stärke des Dollar belaste den Goldpreis. Während der Ölpreis noch weiter sinken könnte, dürften die Agrarpreise aufgrund der extremen Dürre steigen. Bei Rohstoffen bleibt die Bank deshalb neutral gewichtet. Immobilienfonds seien zwar nicht mehr so teuer wie zuvor, und kantonale Abstimmungsergebnisse im Wohnbereich sorgten für Entwarnung – es fehle aktuell aber an Momentum für eine Übergewichtung.

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