Invesco: KI-Kursgewinne finden zunehmend in der Wertschöpfungskette statt

Invesco sieht Signale für eine Sektorrotation. Was heisst dies für KI-Anlagen? (Bild: Shutterstock)
Invesco sieht Signale für eine Sektorrotation. Was heisst dies für KI-Anlagen? (Bild: Shutterstock)

Die Konzentration am US-Aktienmarkt war Anfang Jahr ungewöhnlich hoch, wodurch zahlreiche Portfolios stark von der Entwicklung einer kleinen Gruppe von Titeln abhängig waren. Seither hat sich das Bild jedoch gewandelt: Die Kursgewinne verteilen sich auf eine deutlich breitere Zahl an Unternehmen, schreibt Invesco in einer Analyse.

27.08.2026, 09:12 Uhr

Redaktion: asc

In den vergangenen Monaten hat sich das Interesse der Anleger von den grossen Technologiekonzernen hin zu jenen Unternehmen verlagert, die KI-Technologie einsetzen, von den entsprechenden Investitionen profitieren oder aktiv am weiteren Ausbau mitwirken. Dies schreibt der Asset Manager Invesco in einer Analyse.

Diese Verschiebung zeige sich deutlich in der Marktentwicklung: Während der S&P 500 Index ohne die «Magnificent Seven» seit Jahresbeginn 2026 rund 20 Prozent zugelegt hat, notieren die «Mag-7»-Titel selbst nahezu unverändert gegenüber ihrem Ausgangsniveau.

Ein breiter aufgestellter Markt eröffnet in der Regel mehr Raum für differenzierte Wertentwicklungen über Sektoren und Regionen hinweg. Die Argumente für eine fortgesetzte Rotation stützen sich dabei auf drei Faktoren: anhaltendes Wirtschaftswachstum, vorsichtig agierende Zentralbanken sowie eine zunehmend differenzierte KI-Entwicklung, bei der nicht mehr nur die grössten Ausgaben zählen, sondern der konkrete Nutzen der Technologie.

Entsprechend dürfte es in der kommenden Phase weniger darum gehen, wer am meisten investiert, sondern darum, wer KI am wirkungsvollsten einsetzt. Das bedeutet auch, dass künftige Marktführer wahrscheinlich selektiver bestimmt werden und der Markt insgesamt weniger konzentriert bleibt.

Was bedeutet dies für die Indizes?

Bereits im Juni zeigten sich am Aktienmarkt erste Anzeichen einer Rotation aus den am stärksten konzentrierten Segmenten: Nasdaq 100, S&P 500, MSCI World und MSCI Emerging Markets verzeichneten nach einer Phase starker Renditen im Monatsverlauf allesamt Rückgänge.

Andere Marktsegmente entwickelten sich hingegen weiterhin positiv. Der S&P 500 Equal Weight Index legte im Juni um 2 Prozent zu und lag damit seit Jahresbeginn über der Wertentwicklung seines kapitalgewichteten Pendants – begleitet von den höchsten Zuflüssen in gleichgewichtete ETF seit zehn Monaten. Der S&P Small Cap 600 Index erzielte im gleichen Monat ein Plus von 7.3 Prozent, eines der stärksten Ergebnisse im breiten Marktvergleich.

Besonders deutlich zeigte sich die Bedeutung der Selektivität in China: Die Onshore-A-Aktien-Indizes ChiNext 50, S&P China A 300 und S&P China A MidCap 500 legten durchweg zu, während breiter gefasste China-Indizes durch die schwächere Entwicklung der Offshore-Titel belastet wurden.

Für Anlegerinnen und Anleger, die über ETF investieren, spricht dies dafür, dass ein langfristiges Engagement in Aktien und KI attraktiv bleiben kann. Dabei gilt es jedoch, das Risiko zu berücksichtigen, dass die nächste Renditephase anders verlaufen könnte als die vergangene. Eine breitere regionale Aufstellung kann helfen, das Konzentrationsrisiko zu reduzieren und eine grössere Bandbreite an Nutzniessern der KI-Entwicklung abzudecken – darunter entwickelte Märkte ausserhalb der USA wie Japan, Schwellenländer sowie ausgewählte europäische Titel.

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