09.07.2026, 09:22 Uhr
Edmond de Rothschild Asset Management hat ihren Anlageausblick für das zweite Halbjahr 2026 veröffentlicht. Im Zentrum der Analyse steht das Bild einer Weltwirtschaft, die sich zunehmend in unterschiedlichen...
Unternehmen weltweit haben mittlerweile ausreichend hohe Gewinne erwirtschaftet, um ihren gesamten Börsenwert vom Jahresbeginn 2014 zu übertreffen. Dies zeigt die Studie «Werteradar», die im Rahmen der Capital Group Global Equity Study erstellt wurde. Das starke Gewinnwachstum der vergangenen Dekade hat demnach die steigenden Aktienbewertungen wiederholt gerechtfertigt.
Die Studie ordnet Börsenwerte globaler Unternehmen anhand der Zeit ein, die diese benötigen, um ihren Marktwert durch tatsächlich erzielte Gewinne «zurückzuverdienen» – die sogenannte Equity Payback Period. Die weltweit 1'600 grössten börsennotierten Unternehmen wiesen zu Beginn des Jahres 2014 einen gemeinsamen Börsenwert von 35.3 Billionen US-Dollar auf. Zwischen 2014 und 2025 erzielten sie kumulierte Gewinne von 36.7 Billionen US-Dollar und verdienten damit ihren damaligen Börsenwert innerhalb von weniger als zwölf Jahren zurück.
Zu Beginn des Jahres 2014 wurden globale Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15.9 gehandelt. Unter der Annahme unveränderter Gewinne hätten Anleger bis 2029 warten müssen, um diesen Wert zurückverdient zu sehen. Das tatsächliche Gewinnwachstum verkürzte diesen Zeitraum jedoch um rund vier Jahre.
Auch über andere Zeiträume zeigt sich ein ähnliches Muster. Für den Börsenwert von 2010 in Höhe von 24.9 Billionen US-Dollar benötigten die im Capital Group Index erfassten Unternehmen 13 Jahre. Seit 2020 haben dieselben Unternehmen bereits 45 Prozent ihres damaligen Börsenwerts von 54.7 Billionen US-Dollar durch Gewinne erwirtschaftet – ein Hinweis darauf, dass sich erneut ein Rückverdienungszeitraum von zwölf bis 13 Jahren abzeichnet. Bereits jedes siebte Unternehmen hat seinen gesamten Börsenwert von 2020 zurückverdient.
Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group, ordnet die Ergebnisse ein: Der Wert eines Unternehmens hänge nicht nur vom Bewertungsniveau ab, das Investoren zu zahlen bereit sind, sondern auch davon, ob künftiges Gewinnwachstum diese Bewertung rechtfertigen könne. Aktuell würden globale Aktien mit einem Börsenwert von 113.8 Billionen US-Dollar bewertet, was etwa dem 21-Fachen der für 2026 erwarteten Gewinne entspreche. Damit sei die Hürde für Investoren gestiegen: Bei höheren Ausgangsbewertungen müsse das Gewinnwachstum einen grösseren Beitrag leisten.
Für aktive Investoren wie Capital Group gehe es dabei nicht darum, hohe Bewertungen grundsätzlich zu meiden, sondern Unternehmen zu identifizieren, deren Wachstum nachhaltig und vom Markt noch nicht vollständig eingepreist ist. Aktives Management spiele eine wichtige Rolle bei Preisfindung, Bewertungsdisziplin und der Bereitstellung langfristigen Kapitals über verschiedene Marktzyklen hinweg.
Die regionalen Unterschiede im Rückverdienungszeitraum widerspiegeln laut Capital Group vor allem den jeweiligen Sektormix, wobei auch länderspezifische Faktoren eine Rolle spielen.
US-Unternehmen verdienten ihren Börsenwert von 2014 trotz hoher Ausgangsbewertungen innerhalb von zwölf Jahren zurück, getragen von starkem Gewinnwachstum. In Europa konnten Energie- und Finanzunternehmen nach einer Phase schwachen Wachstums in den 2010er-Jahren zuletzt deutlich aufholen: Europäische Unternehmen verdienten ihren Börsenwert von 2013 innerhalb von 13 Jahren zurück.
Die im Capital Group Index erfassten Schweizer Unternehmen verdienten ihren Börsenwert von 2012 innerhalb der folgenden 13 Jahre zurück. In diesem Zeitraum erzielten sie Gewinne in Höhe von 839 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit knapp ihren damaligen Börsenwert von 824 Milliarden US-Dollar. Bis Ende April 2026 ist der gesamte Börsenwert der Schweizer Unternehmen auf 2.20 Billionen US-Dollar gestiegen.
Laut Capital Group wird der Schweizer Durchschnitt von den grössten und stark defensiv geprägten Titeln – Roche, Novartis und Nestlé – geprägt, deren Wachstum vergleichsweise langsam verläuft. Damit liegt der mediane Rückverdienungszeitraum der Schweizer Unternehmen ein Jahr über dem globalen Durchschnitt.
Den vollständigen Werteradar, Teil der Capital Group Global Equity Study, mit weiteren Daten zu einzelnen Sektoren und Ländern, stellt Capital Group auf Anfrage zur Verfügung.