20.08.2026, 08:42 Uhr
Der Sommer 2026 hat sich zu einer der schwersten Waldbrandsaisons der vergangenen zwei Jahrzehnte entwickelt. Nach Daten des European Forest Fire Information System (EFFIS) der EU-Kommission waren bis zum 19. August...
Aktien aus Schwellenländern bieten nach Einschätzung von Aberdeen derzeit eine ungewöhnliche Kombination aus strukturellem Wachstum und attraktiver Bewertung. Pruksa Iamthongthong, Senior Investment Director für asiatische Aktien, sieht darin eine seltene Gelegenheit für langfristig orientierte Investoren.
Die jüngste Entwicklung der Schwellenländer wurde laut Pruksa Iamthongthong, Senior Investment Director für asiatische Aktien bei Aberdeen, stark von wenigen Märkten getragen, allen voran Südkorea und Taiwan mit ihren technologiegetriebenen Gewinnsteigerungen. Für den MSCI Asia Pacific ex Japan wird für 2026 ein Gewinnwachstum von rund 55 Prozent erwartet, das sich 2027 auf rund 19 Prozent abschwächen dürfte. Die Aberdeen-Analystin beobachtet jedoch bereits eine breitere Basis: anhaltende Gewinnrevisionen in weiten Teilen Asiens, eine stärkere wirtschaftliche Dynamik ausserhalb des Technologiesektors sowie eine sich verbessernde Exportentwicklung jenseits der Halbleiterbranche.
Trotz der jüngsten Volatilität in KI-nahen Märkten wie Korea würden Schwellenländeraktien sowie asiatisch-pazifische Titel (ohne Japan) weiterhin mit deutlichen Abschlägen gegenüber US-Aktien gehandelt. Diese Abschläge seien allerdings ungleich verteilt: Nordasiatische KI-Märkte hätten bereits eine spürbare Neubewertung erfahren, während sich ausserhalb der am stärksten nachgefragten Halbleiterwerte – etwa bei Energie, Stromnetzen, Industrie und Rechenzentren – noch attraktivere Bewertungen fänden. Auch China biete selektiven Zugang zu KI- und Technologiewachstum zu deutlich tieferen Bewertungen als bei global etablierten KI-Gewinnern.
Für die Gewinnentwicklung zeigt sich Pruksa Iamthongthong zuversichtlich: Für China wird 2026 ein Gewinnwachstum von rund 17 Prozent erwartet, 2027 von 18 Prozent. Für Indien wird im gleichen Zeitraum ein Wachstum von rund 15 bis 16 Prozent prognostiziert, während Taiwan und Korea aufgrund des Technologiezyklus noch höhere Werte aufweisen dürften.
Laut der Aberdeen-Analyse sprechen drei entscheidende Faktoren dafür, dass sich Investoren gerade jetz mit dem Thema Schwellenländer befassen sollen:
Pruksa Iamthongthong betont, dass sich Schwellenländer wirtschaftlich zunehmend von entwickelten Märkten annähern – Länder wie China, Korea und Taiwan seien technologisch hoch entwickelt und eng in die Weltwirtschaft eingebunden. Aus Marktperspektive verhielten sie sich jedoch weiterhin anders: Politische Rahmenbedingungen könnten sich rasch ändern, regulatorische Eingriffe abrupt erfolgen, und Kursbewegungen würden sich nicht immer an Fundamentaldaten orientieren. Selbst in etablierten Märkten könnten Privatanlegerströme und Leverage-Effekte die Kurse stärker beeinflussen als die zugrundeliegenden Unternehmensgewinne.
Daraus leitet Aberdeen drei Konsequenzen für Investoren ab: Erstens seien die Schwellenländer-Indizes stark auf wenige grosse Technologiewerte konzentriert, was die Umsetzung aktiver Anlageüberzeugungen erschwere. Zweitens sei das tatsächliche Anlagespektrum deutlich breiter als der Index – ein Engagement in KI lasse sich etwa auch über Ausrüstungsanbieter, Komponentenhersteller und Materialspezialisten realisieren, nicht nur über die grössten Halbleiterkonzerne. Drittens erfordere die Navigation in diesen Märkten fundierte Bottom-up-Analysen; ein rein passiver Ansatz greife hier aus Sicht der Aberdeen-Spezialistin zu kurz.