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Swiss Life Asset Managers veräussert Amprion-Beteiligung an RWE

Swiss Life Asset Managers verkauft die Beiteiligung am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion (Bild: Amprion)
Swiss Life Asset Managers verkauft die Beiteiligung am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion (Bild: Amprion)

Swiss Life Asset Managers hat eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer mittelbaren Beteiligung am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion an die RWE AG unterzeichnet. Die Transaktion beendet ein 15-jähriges Infrastrukturengagement und fällt in eine Phase erheblicher Bewegung in der Amprion-Eigentümerstruktur.

22.06.2026, 19:39 Uhr
Asset Management | Versicherungen | Vorsorge

Swiss Life Asset Managers (SLAM) hält ihre Beteiligung indirekt über die M31 Beteiligungsgesellschaft, die ihrerseits 74,9 Prozent an Amprion besitzt. Laut der Mitteilung von SLAM befindet sich RWE in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf des rund 17-prozentigen Anteils, den Swiss Life derzeit an M31 hält. Im Rahmen der Transaktion könnte Amprion mit rund 10 Milliarden Euro bewertet werden.

Die Beteiligung an Amprion geht auf das Gründungsjahr der Infrastructure-Equity-Plattform zurück: Swiss Life Asset Managers war 2011 erstmals in den Übertragungsnetzbetreiber eingestiegen. Christoph Manser, Head Infrastructure Equity International, kommentiert: «Die Beteiligung an Amprion war ein Schlüsselinvestment für den Aufbau und die Entwicklung unserer Infrastrukturplattform. Nach rund 15 Jahren ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Beteiligung in neue Hände zu übergeben.» Die Transaktion stehe im Einklang mit der strategischen Weiterentwicklung hin zu Control- und Co-Control-Positionen.

Christoph Gisler, Head Infrastructure Equity, betont die Kapitalallokationsperspektive: «Die frei werdenden Mittel werden wir gezielt für neue attraktive Opportunitäten in unseren Zielmärkten einsetzen.»

Amprion im Fokus des Energiewende-Kapitals

Die Transaktion steht nicht isoliert. RWE verhandelt gleichzeitig auch über den Erwerb von Anteilen der Ärztlichen Beteiligungsgesellschaft (AEBG), die rund 24 Prozent an M31 hält. Analysten von Oddo BHF und Bernstein errechneten, dass damit potenziell 30,7 Prozent der Amprion-Anteile Gegenstand der Transaktion wären. RWE hält bereits über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor Apollo 25,1 Prozent an Amprion. Goldman-Sachs-Analyst Alberto Gandolfi sprach im Fall eines Mehrheitsanteils gar von einem möglichen «Game Changer» für RWE.

RWE hat heute zudem eine Eigenkapitalerhöhung angekündigt, um die Transaktionen zu finanzieren. Der Gesamtkaufpreis für alle Transaktionen beläuft sich auf rund 3,6 Milliarden Euro; der Vollzug wird im dritten Quartal 2026 erwartet. Investing.com

Hintergrund des Verkaufsdrucks auf Amprion-Anteilseigner ist der massiv gestiegene Investitionsbedarf: Amprion will bis 2029 rund 36,4 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren, und auch im nächsten Jahrzehnt seien erhebliche Investitionen erforderlich.

Swiss Life Asset Managers Infrastructure Equity

Die Infrastructure-Equity-Plattform von Swiss Life Asset Managers verwaltet ein Vermögen von über 13 Milliarden Euro und beschäftigt 70 Anlagespezialisten. Die Plattform hat in 15 Lösungen über 80 Infrastrukturanlagen in den Sektoren Energie, Kommunikation, Verkehr, soziale Infrastruktur und erneuerbare Energien investiert. Per Ende 2025 verwaltete Swiss Life Asset Managers insgesamt CHF 288,3 Milliarden, davon über CHF 145,7 Milliarden für Drittkunden.

Amprion betreibt ein rund 11'000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz von der Nordsee bis zu den Alpen und versorgt 29 Millionen Menschen in sieben Bundesländern mit Strom.

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