30.06.2026, 10:10 Uhr
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Die Schweizer Pensionskassen haben 2025 ihren Versicherten so viel Rendite direkt gutgeschrieben wie nie zuvor. Mit durchschnittlich 4,33 Prozent erreichte die Verzinsung der Altersguthaben aktiver Versicherter den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004. Dies zeigt der am 2. Juli 2026 veröffentlichte Report «Der 3. Beitragszahler» der Asset Management Association Switzerland (AMAS).
Der sogenannte 3. Beitragszahler – die Nettorendite aus der Anlage der Vorsorgevermögen, in Analogie zu den Beiträgen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden – erwirtschaftete 2025 rund 80 Milliarden Franken. Die Schweizer Pensionskassen erzielten dabei eine durchschnittliche Nettoperformance von 6,1 Prozent. Seit 2004 summierte sich der Beitrag der Kapitalmärkte auf mehr als 650 Milliarden Franken, was gemäss AMAS rund 40 Prozent des heutigen Vorsorgevermögens ausmacht.
Wie der Report erstmals im Detail aufschlüsselt, flossen die 80 Milliarden Franken nicht vollständig in die Verzinsung der Altersguthaben. 27 Milliarden dienten der Verzinsung für aktive Versicherte, 8 Milliarden der Verzinsung für Rentenbeziehende, rund 1,5 Milliarden der Deckung von Pensionierungsverlusten und 44 Milliarden Franken dem Aufbau von Wertschwankungsreserven respektive der Erhöhung des Deckungsgrads.
Gemäss der gleichzeitig veröffentlichten Swisscanto-Pensionskassenstudie 2026 stieg die Verzinsungsquote – der Anteil der Nettoperformance auf dem Kapital der aktiven Versicherten, der als Verzinsung gutgeschrieben wird – 2025 auf 78 Prozent, nach 56 Prozent im Vorjahr und 48 Prozent 2023. Als Gründe nennt der Report die gestiegene Risikofähigkeit der Kassen sowie rückläufige Pensionierungsverluste infolge sinkender Umwandlungssätze. Der durchschnittliche reglementarische Umwandlungssatz für Pensionierungen in fünf Jahren liegt derzeit bei 5,17 Prozent.
Der durchschnittliche Deckungsgrad stieg 2025 von 110,7 auf 113,1 Prozent. Der Anteil der Vorsorgeeinrichtungen, die mindestens 75 Prozent ihrer Ziel-Wertschwankungsreserve erreicht haben, nahm von 53 auf 75 Prozent zu.
Die durchschnittliche Nettoperformance von 6,1 Prozent verdeckt laut AMAS erhebliche Unterschiede: Die erfolgreichsten 10 Prozent der Pensionskassen erzielten 2025 Renditen von 9,1 Prozent, die schwächsten 10 Prozent lagen bei 3,2 Prozent. Der Report führt dies auf unterschiedliche Anlagestrategien zurück – Kassen mit einem höheren Sachwertanteil (Aktien, Immobilien, Infrastruktur, Private Markets) erzielten tendenziell höhere Renditen. Die Volatilität der Anlagestrategien stieg 2025 leicht von 6,4 auf 6,8 Prozent.
Der Report widmet sich zudem der Rolle der Pensionskassen als Immobilieninvestoren. Mit einem Anteil von 22,3 Prozent am Gesamtvermögen sind Immobilien die drittgrösste Anlagekategorie; die Vorsorgeeinrichtungen investieren insgesamt rund 300 Milliarden Franken in diese Anlageklasse, wovon rund 80 Prozent auf den Schweizer Markt entfallen. 70 Prozent der Wohnimmobilien befinden sich in stabilen Wohnlagen.
Die AMAS thematisiert dabei auch die vorgeschlagene Verschärfung der Lex Koller, die den Erwerb von Anteilen an Schweizer Wohnimmobilienfonds durch Personen im Ausland einschränken soll. Da eine Anlegerprüfung im Börsenhandel praktisch nicht umsetzbar sei, drohe den rund 44 kotierten Schweizer Immobilienfonds und -gesellschaften (Marktwert rund 80 Milliarden Franken) im Falle einer direkten Umsetzung eine Dekotierung von der SIX. Dies würde den Wegfall des Agios bedeuten, das je nach Zinsumfeld 10 bis 30 Prozent über dem Nettoinventarwert liegt – ein Effekt, der die Pensionskassen laut AMAS-Berechnung rund 12 Milliarden Franken kosten könnte.
«Viele Versicherte fragen sich, was mit den Erträgen der Pensionskassen geschieht. Die Antwort lautet: Sie kommen den Versicherten zugute – direkt über die Verzinsung der Altersguthaben und indirekt über die Stärkung der finanziellen Stabilität der Vorsorgewerke», wird Michel Bossong, Vorsorgeexperte der AMAS, in der Mitteilung zitiert.
Der Report stützt sich auf Daten der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) zu 1'257 Vorsorgeeinrichtungen, die Swisscanto-Pensionskassenstudie 2026 sowie eine eigene AMAS-Auswertung der Geschäftsberichte der 15 grössten Schweizer Pensionskassen.