"Das S in ESG wurde bisher vernachlässigt"

Thoms Sørensen, Co-Manager der Nordea Social Empowerment-Strategie
Thoms Sørensen, Co-Manager der Nordea Social Empowerment-Strategie

Fast zwei Drittel der ESG-Investitionen fliessen zurzeit in Umweltthemen. Bei der Nordea Social Empowerment-Strategie setzt Co-Manager Thomas Sørensen hingegen auf die Stärkung der sozialen Aspekte.

28.12.2020, 06:00 Uhr

Redaktion: cwe

Rund zwei Drittel der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung widmen sich der Stärkung sozialer Belange, dem Social Empowerment. In den Jahren 2017 bis 2019 flossen aber 61% der Investitionen im Zusammenhang mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung in den Umweltsektor. Um die sozialen Ziele zu erreichen, sind geschätzte Investitionen in Höhe von 5 bis 7 Mrd. USD pro Jahr erforderlich – aber nur die Hälfte wird derzeit dafür aufgebracht.

"Das S in ESG, das für Social steht, wurde bislang vernachlässigt. Die Covid-19-Pandemie und die jüngsten Demonstrationen gegen soziale Ungleichheit, die hauptsächlich von jüngeren Generationen vorangetrieben wurden, haben jedoch das Bewusstsein für dieses Thema geschärft", sagt Thomas Sørensen, Co-Manager der neu aufgelegten Nordea Social Empowerment-Strategie.

Sørensen investiert in Unternehmen weltweit, welche erstens Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser oder Wohnen befriedigen, zweitens die Inklusion mit Bildungsmassnahmen und digitaler Vernetzung verbessern, und drittens den Menschen Entwicklungsmöglichkeiten bietet, indem sie leichteren Zugang zu Gesundheit, Innovationen und finanziellen Mitteln erhalten. Laut Sørensen besteht das Anlageuniversum aus rund 1'000 Unternehmen.

Drei Unternehmen, die soziales Empowerment unterstützen

Simply Good Foods ist ein US-amerikanischer Hersteller von gesunden Snacks. Schlechte Ernährung ist weltweit eine Hauptursache für Fettleibigkeit, unter der 31% der US-Bevölkerung leidet. In den USA essen 90% der Bevölkerung Snacks, aber nur 50% wählen dabei die gesunde Alternative. Allerdings steigt der Anteil, und man sollte die Macht des Verbrauchers nicht unterschätzen – was es dem Unternehmen ermöglicht, mit einer Rate von über 5% zu wachsen.

Das norwegische Unternehmen Kahoot! hat eine ansprechende und unterhaltsame Online-Lernplattform geschaffen. Laut UN werden 69 Millionen neue Lehrkräfte benötigt, um die Bildungsziele bis 2030 zu erreichen. Das Ökosystem an Bildungsinhalten von Kahoot! ist gross – 800 Millionen Schüler profitieren von dieser Plattform und sechs Millionen Lehrpersonen nutzen das System, um die Bildungserfahrungen ihrer Schüler zu verbessern. Mit einer stetig wachsenden Nutzerbasis beginnt Kahoot! nun mit der Monetarisierung seiner Plattform, was das Unternehmen für Sørensen zu einer sehr attraktiven Anlagemöglichkeit macht.

Die Bank Rakyat ist die zweitgrösste Bank Indonesiens und eine der erfolgreichsten Mikrofinanzinstitutionen der Welt. Viele Menschen in Indonesien haben keinen Zugang zu einem Bankkonto, daher sind die Kleinkredite der Bank Rakyat von entscheidender Bedeutung, damit Familien ihre eigenen kleinen Unternehmen gründen können. Die Bank Rakyat kann Kredite zu angemessenen Zinssätzen vergeben, da ihre Quote notleidender Kredite im Vergleich zu herkömmlichen Bankkrediten sehr gering ist.

"Mit der neuen Global Social Empowerment-Strategie wollen wir nicht nur attraktive Renditen erzielen, sondern die Welt in die richtige Richtung bewegen, indem wir in Unternehmen investieren, die Lösungen im Hinblick auf soziale Belange bereitstellen", sagt Sørensen.

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