Werbung

Swisscanto-CIO-Survey: Gold und Tech-Aktien bleiben Favoriten

Swisscanto-CIO-Survey: Das Ende des Ölpreisschocks kündigt sich an (Bild: ZKB)
Swisscanto-CIO-Survey: Das Ende des Ölpreisschocks kündigt sich an (Bild: ZKB)

Die Schweizer Chief Investment Officers (CIOs) haben den Ölpreisschock im Zusammenhang mit dem Irankrieg offenbar bereits verarbeitet. Trotz zäher Friedensverhandlungen rechnet keiner der Befragten mit einem erneuten Anstieg des Ölpreises auf über 100 US-Dollar.

30.06.2026, 09:09 Uhr
Anlagestrategie

Zuerst eine gute Nachricht: Die deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmenden geht davon aus, dass sich der Ölpreis in einer Spanne von 60 bis 80 US-Dollar pro Barrel einpendeln wird. Zum Vergleich: Vor Ausbruch des Iran-Konflikts notierte das Barrel bei rund 70 US-Dollar. Gleichzeitig bleibt rund ein Drittel der CIOs bei Rohstoffen übergewichtet.

Passend dazu rechnen lediglich 22 Prozent der CIOs bis Ende Jahr mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed – obwohl die Finanzmärkte derzeit zwei Zinserhöhungen einpreisen. «Die Inflationsgefahr infolge steigender Ölpreise wird von den Schweizer CIOs somit offenbar als weniger gravierend beurteilt», kommentiert Nicola Grass, Verantwortlicher der Swisscanto-CIO-Survey und Senior Portfolio Manager im Asset Management der Zürcher Kantonalbank. Für die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan erwartet die Mehrheit der Befragten hingegen eine weitere Zinserhöhung, während bei der Schweizerischen Nationalbank mehrheitlich von stabilen Leitzinsen ausgegangen wird.

Gold verliert an Übergewichtung, bleibt aber Favorit

An der Präferenz für Realwerte zulasten von Obligationen hat sich im Vergleich zu Ende 2025 kaum etwas verändert – dies, obwohl die Obligationenrenditen im Ausland infolge des Irankriegs nochmals deutlich angestiegen sind und globale Aktien seit Jahresbeginn bereits rund 10 Prozent zugelegt haben.

Gold bleibt unangefochten die bevorzugte Anlageklasse, auch wenn die Übergewichtung weniger ausgeprägt ausfällt als Ende 2025. Aktuell sind 57 Prozent der CIOs in Gold gegenüber ihrer eigenen strategischen Allokation übergewichtet, nur 6 Prozent untergewichtet. Das ergibt eine Netto-Positionierung von 51 Prozent gegenüber eindrücklichen 77 Prozent in der vorherigen Erhebung. Trotz einer Kurskorrektur von 25 Prozent seit Januar erwarten fast 90 Prozent der Befragten in der zweiten Jahreshälfte keinen weiteren deutlichen Preisrückgang.

Schwellenländer und USA weiterhin gefragt

Innerhalb der Anlageklasse «Aktien Global» präferieren die Umfrageteilnehmenden erneut Schwellenländer und die USA – getrieben von der hohen Gewichtung von Technologietiteln in diesen Indizes. Die CIOs gehen damit von einer Fortsetzung der KI-getriebenen Kursrally aus.

Insgesamt scheint die Zuversicht der Befragten leicht nachzulassen, was sich in einer verstärkt neutralen Positionierung in einigen Anlagekategorien niederschlägt. Auffällig ist der hohe Anteil neutraler Einschätzungen bei Schweizer Aktien: Der hiesige Aktienindex mit seinem hohen Gewicht in den defensiven Sektoren Gesundheit und Basiskonsumgüter scheint im aktuellen Umfeld weniger gefragt zu sein.

Staatsanleihen und europäische Aktien bleiben gemieden

Die Kombination aus hoher Staatsverschuldung, steigenden Inflationsraten und dem anhaltenden Tiefzinsumfeld in der Schweiz hat im ersten Halbjahr erneut zu mageren Obligationenrenditen geführt. Die CIOs bleiben deshalb mit überwältigender Mehrheit bei CHF-Anleihen und bei globalen Staatsanleihen untergewichtet – praktisch unverändert zur ersten Umfrage im Dezember 2025. Bloss ein CIO erwartet einen Anstieg der Renditen von Schweizer Staatsanleihen auf über 0,6 Prozent.

Auch europäische Aktien bleiben innerhalb der Anlageklasse «Aktien Global» wenig gefragt. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere die schwächere Gewinnentwicklung der Unternehmen, die – nicht zuletzt aufgrund höherer Energiepreise und eines deutlich geringeren Anteils an Firmen entlang der KI-Wertschöpfungskette – nicht mit jener der US-Konzerne Schritt halten kann.

KI-Euphorie als grösstes Risiko

Trotz ihrer Präferenz für Technologieaktien sehen die CIOs Enttäuschungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz als wahrscheinlichsten Auslöser einer Aktienmarktkorrektur im zweiten Halbjahr. Die starke KI-Rally wird damit zwar als grosses Risiko eingestuft, gleichzeitig rechnen die Befragten vorerst weiter mit steigenden Kursen. Nur 4 Prozent erwarten eine Rezession in den USA – ein Bild, das mit der Untergewichtung von Staatsanleihen konsistent ist. Eine deutliche Wachstumsabschwächung würde die grosse Mehrheit der CIOs daher auf dem falschen Fuss erwischen.

Alle Artikel anzeigen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen eine bestmögliche Nutzung zu ermöglichen. Mit der Annahme der Cookies bestätigen Sie, dass Sie ein professioneller Anleger mit Sitz in der Schweiz sind.> Datenschutzerklärung