29.09.2026, 09:21 Uhr
Mit der neuen Strategie richtet sich das Zürcher Investmenthaus an institutionelle Anleger, die im Schwellenländer-Segment aktiv, aber mit engerem Risikobudget investieren wollen. Die Lancierung fällt in eine Phase...
Europäische UCITS-ETF verzeichneten im dritten Quartal 2026 Nettozuflüsse von 127,4 Milliarden Euro. Investoren streuen breiter, verkürzen bei US-Anleihen die Laufzeiten und greifen so stark zu Gold wie noch nie.
Der europäische ETF-Markt hat ein starkes drittes Quartal hinter sich. Laut den neuesten Flow-Daten von Amundi flossen zwischen Juli und September netto 127,4 Milliarden Euro in in Europa domizilierte UCITS-ETF. Das sind 12 Prozent mehr als im zweiten Quartal mit 113,6 Milliarden Euro und deutlich mehr als im Vorjahresquartal mit 89,1 Milliarden Euro. Damit wird ein Rekordjahr immer wahrscheinlicher. Die verwalteten Vermögen erreichten Ende September 3'244,9 Milliarden Euro.
Aktien-ETF zogen im Quartal 99,3 Milliarden Euro an. Am meisten Geld floss in globale Strategien: All-Country-World-Produkte erhielten 29 Milliarden Euro, ETF auf entwickelte Märkte weltweit 25,5 Milliarden Euro. In US-Aktien flossen ebenfalls 25,5 Milliarden Euro. «Eine klare regionale Einzelwette gab es nicht», schreibt Amundi.
Europäische Aktien haben sich erholt. Nach Abflüssen im zweiten Quartal kamen 9,9 Milliarden Euro zurück. Die Zuflüsse in Schwellenländer-Aktien stiegen von 5,6 auf knapp 6,8 Milliarden Euro. Japan zog mit 2,3 Milliarden Euro ähnlich viel an wie im Vorquartal (2,7 Milliarden Euro).
Bei den Sektoren lag Informationstechnologie erneut vorn: Sie erhielt 4,4 Milliarden Euro, getragen von Profiteuren der künstlichen Intelligenz und guten Gewinnzahlen. Danach folgten Gesundheit (1,7 Milliarden Euro), Grundstoffe (1,4 Milliarden Euro) und Industrie (1,1 Milliarden Euro).
Allein im September flossen 34,9 Milliarden Euro in UCITS-ETF, davon 26,1 Milliarden Euro in Aktien- und 8,3 Milliarden Euro in Anleihen-ETF. Auch hier führten All-Country-Produkte mit 10,4 Milliarden Euro, vor World-ETF mit 8,3 Milliarden Euro. Europa-Aktien (3,2 Milliarden Euro) zogen im Monat mehr an als US-Aktien (3,0 Milliarden Euro).
Bei den Sektoren lag Gesundheit im September mit 1,1 Milliarden Euro knapp vor IT mit 1,0 Milliarden Euro. Aus Finanzwerte-ETF flossen dagegen 1,0 Milliarden Euro ab, aus Versorgern 391 Millionen Euro. Unter den Themen-ETF war Cybersecurity mit 520 Millionen Euro am gefragtesten, gefolgt von Halbleitern mit 341 Millionen Euro. Aus alternativen Energien zogen Anleger 133 Millionen Euro ab. Bei den Smart-Beta-Strategien lagen ertragsorientierte Produkte (Income Generation) mit 2,2 Milliarden Euro klar vorn, Value folgte mit 930 Millionen Euro.
Anleihen-ETF erhielten im Quartal 26,4 Milliarden Euro, trotz unruhiger Zinsmärkte. Staatsanleihen zogen 11,9 Milliarden Euro an, doch je nach Region setzten die Investoren unterschiedlich. In Europa kauften sie ETF über alle Laufzeiten (2,4 Milliarden Euro) und erhöhten damit die Duration. Bei US-Staatsanleihen blieben sie vorsichtig und setzten auf kurze (1,4 Milliarden Euro) und ultrakurze Laufzeiten (1,7 Milliarden Euro).
Bei Unternehmensanleihen nahmen die Anleger Risiko heraus. In Euro-Hochzinsanleihen flossen nur noch 564 Millionen Euro, nach 3,2 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Im September flossen sogar 624 Millionen Euro ab. Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade zogen 3,7 Milliarden Euro an (Vorquartal: 4,4 Milliarden Euro). Laut Amundi suchen Investoren weiterhin Carry-Erträge.
Geldmarktnahe ETF waren als Cash-Alternative gefragt. Ihre Zuflüsse stiegen von rund 3 auf 4,1 Milliarden Euro. Inflationsgeschützte Anleihen zogen 1,4 Milliarden Euro an (Vorquartal: 1,0 Milliarden Euro).
Am auffälligsten war das Interesse an Gold. Im August flossen rund 6 Milliarden Euro in Gold-ETC und -ETP, im September weitere 3,5 Milliarden Euro. Im ganzen Quartal kamen mehr als 10 Milliarden Euro zusammen. Damit ist das bisherige Rekordjahr 2022 mit 7,6 Milliarden Euro bereits klar übertroffen. Auslöser waren laut Amundi der Ausverkauf an den Anleihemärkten, steigende Renditen von US-Staatsanleihen und eine wachsende Risikoscheu. Auch Unsicherheit über den Zinspfad, hohe Staatsschulden und Defizite sowie die allgemeine Marktvolatilität hätten die Nachfrage getrieben.
Nachhaltige Aktien-ETF erhielten im dritten Quartal 16,5 Milliarden Euro, 19 Prozent mehr als im Vorquartal. Bei Anleihen verlieren ESG-Produkte dagegen an Gewicht. Ihre Zuflüsse sanken von 7,4 auf 5,5 Milliarden Euro. Früher entfielen rund 30 Prozent der Anleihen-Zuflüsse auf ESG-Produkte, heute ist es noch etwa ein Viertel.