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Klimawandel: Renditerisiko bei Energiekonzernen nimmt zu

Laut landläufiger Meinung stellt die immer stärkere Verknappung wichtiger Ressourcen eine der größten Gefahren für die Menschheit dar.

29.01.2015, 16:21 Uhr
Alternatives

Der Club of Rome warnte schon Anfang der 70er Jahre vor den „Grenzen des Wachstums“ und die globalen Erdölkonzerne hielten kurz nach der Jahrtausendwende das globale Erdölfördermaximum für überschritten. Regierungen, Ökonomen, Geowissenschaftler, die Internationale Energieagentur – und natürlich die Energiekonzerne – waren sich einig, dass die Suche nach neuen Vorkommen fossiler Brennstoffe zur Sicherung der Energieversorgung höchste Priorität genießen müsse. Energiekonzerne gaben allein 2014 geschätzte 670 Mrd. USD für die Exploration und Erschließung neuer fossiler Brennstoffreserven aus.

Doch die Erschließung neuer fossiler Brennstoffreserven stellt ein hochexplosives Spiel mit dem Feuer dar. Immer mehr Menschen erkennen, dass der Kampf gegen den Klimawandel zu den drängendsten Aufgaben der Gegenwart zählt. Diplomaten, Experten und NGOs ringen auf zahlreichen Klimakonferenzen um die Verringerung der Treibhausgasemissionen. Selbst Erdöl- und Erdgaskonzerne wie BP oder Shell geben zu, dass die Nutzung der gesamten derzeitigen Reserven fossiler Brennstoffe unweigerlich den Klimawandel verschlimmern und zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um weit mehr als 2 Grad C führen wird. Weshalb noch immer nach neuen Vorkommen suchen?

Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie des University College London zeigt, dass die Lage weit kritischer ist als bislang angenommen. Russland, Kanada, die USA und Saudi-Arabien dürften den Großteil ihrer bekannten fossilen Brennstoffreserven nicht mehr fördern, wenn der Klimawandel noch gebremst werden soll. Über 85% aller Ölsand-, 80% aller Kohle , über die Hälfte aller Gas- und ein Drittel aller bekannten Erdölreserven weltweit dürften laut Studie nicht mehr genutzt werden, wenn die globale Erwärmung auf 2 Grad C begrenzt werden soll. Die Ergebnisse dieser Studie zwingen daher zu einem radikalen Umdenken. Prof. Paul Ekins, einer der Koautoren der Studie, läutete die Alarmglocken. Das langfristige Renditerisiko von Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe nehme immer weiter zu. Verständige Energie-Investoren sollten aus seiner Sicht in weniger emissionsintensive Energiequellen umschichten.

Quelle: Finance & Ethics Research

Fondmanager Anthony Bailly von Rothschild & Co Asset Management. (Bild pd)

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