Gehört Kernenergie zu den nachhaltigen Investitionen?

Kernenergie stösst zwar kein CO2 aus, hat aber schon enorme Unfälle verursacht und die Entsorgung ist nicht gelöst. (Bild: Shutterstock.com/vlastas)
Kernenergie stösst zwar kein CO2 aus, hat aber schon enorme Unfälle verursacht und die Entsorgung ist nicht gelöst. (Bild: Shutterstock.com/vlastas)

Die globale Erwärmung ist ein grosses Risiko, und die Produktion von sauberer Energie ist eine der Antworten auf diese Herausforderung. Doch immer noch entfallen 63% der weltweiten Stromerzeugung auf fossile Brennstoffe. 11% werden durch Atomkraft abgedeckt, 15% liefert die Wasserkraft. Am wenigsten decken die "sauberen" Energien ab.

28.04.2021, 12:02 Uhr

Redaktion: rem

Auf saubere Energien wie Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse entfallen heute 11% der weltweiten Stromerzeugung. "Auch wenn Wind und Sonne die besten Lösungen zu sein scheinen und von immer grösseren Investitionen profitieren, hören diese Energiequellen ohne Wind oder Sonne auf, selbst wenn sie mit Batterien gekoppelt sind", sagt Nicolas Pelletier, Investment Manager bei Reyl.

Prominenter Unterstützer für Kernenergie

Bill Gates unterstützt in seinem neuesten Buch "Klima: Wie man eine Katastrophe vermeiden kann, Die aktuellen Lösungen. Die notwendigen Innovationen" eine Position zugunsten der Kernenergie. Ihm zufolge läuft ein Kernkraftwerk 24 Stunden am Tag und steht sehr selten still. Strom aus Kernenergie sei mit am günstigsten zu produzieren und Kernenergie stosse kein CO2 aus. Die Kilowattstundenproduktion sei reichlich und regelmässig. Die Kernenergie werde es ermöglichen, die Produktion von Elektrizität mit fossilen Brennstoffen zu ersetzen und auf den Anstieg des Stromverbrauchs in Verbindung mit Elektrofahrzeugen zu reagieren, was ebenfalls eine Lösung zur Bekämpfung der globalen Erwärmung darstelle.

Nachteile der Kernenergie

"Die Kernkraft leidet jedoch unter zwei Problemen: der Abfallbehandlung und Unfällen", betont Pelletier. Er weist indes darauf hin, dass aktuell zur Vermeidung von Abfall neue nukleare Produktionstechnologien entwickelt werden, zum Beispiel mit dem ITER-Projekt, dem internationalen thermonuklearen Versuchsreaktor. Die neue Technologie werde dieses Problem bis 2030 mit der Kernfusion lösen, die langfristig keinen radioaktiven Abfall produziere. Die US-Firma TerraPower entwickelt eine Klasse von Kernreaktoren, die sogenannten Wanderfeldreaktoren.

Nach Pelletiers Ansicht habe man aus nuklearen Unfällen wie Three Mile Island in den USA, Tschernobyl und Fukushima gelernt, Fehler zu korrigieren und die nukleare Stromerzeugung zuverlässiger zu machen. "Die Kernenergie bleibt eines der notwendigen Mittel, um reichlich saubere Energie zu erzeugen und die globale Erwärmung zu begrenzen", zieht Pelletier Fazit.

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