Unternehmen von Milliardären erreichen höhere Renditen

Das Gesamtvermögen der Ultra-Reichen ist 2018 im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken. (Bild: Shutterstock.com/Alvov)
Das Gesamtvermögen der Ultra-Reichen ist 2018 im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken. (Bild: Shutterstock.com/Alvov)

Von Milliardären kontrollierte Unternehmen erzielten fast das Doppelte der durchschnittlichen Marktperformance. Allerdings ging die Anzahl der Milliardäre 2018 nach fünf Jahren erstmals wieder zurück, wie der Billionaires Report 2019 von UBS und PwC zeigt.

11.11.2019, 05:00 Uhr

Redaktion: lek

Von Milliardären kontrollierte Unternehmen erzielten in den letzten 15 Jahren fast das Doppelte der durchschnittlichen Marktperformance, wie aus dem Billionaires Insights Report von UBS und PwC hervorgeht. Dieser Milliardärseffekt ist auf die Bereitschaft der Milliardäre zurückzuführen, intelligente Risiken einzugehen und langfristig zu planen und zu investieren. Konkret heisst das: Von Milliardären kontrollierte – öffentliche und private – Unternehmen erzielten in den zehn Jahren bis Ende 2018 eine um 16% höhere Eigenkapitalrendite als der Durchschnitt und übertrafen damit erneut den MSCI AC World Equity Index, der im Durchschnitt nur 11% aufweisen konnte.

Die neue Philanthropie der Ultra-Reichen

Dem Bericht ist zudem zu entnehmen, dass das Vermögen von Milliardären im Jahr 2018 insgesamt um USD 388 Mia. auf USD 8,5 Bio. zurückging, nachdem es fünf Jahre lang gewachsen war. Milliardäre in Asien mussten eine Korrektur hinnehmen, nachdem sich ihr Vermögen während des starken Wachstums seit 2014 fast vervierfacht hatte. Im Gegensatz dazu stiegen die Vermögen in Nord- und Lateinamerika in diesem Jahr leicht an, angeführt von bekannten US-amerikanischen Tech-Milliardären. Trotz der Wachstumsverlangsamung im letzten Jahr ist das Vermögen von Milliardären nach einem Wachstum um USD 2,2 Bio. jetzt um über ein Drittel (34,5%) höher als vor fünf Jahren.

"Trotzdem steht fest, dass die Unternehmen der Milliardäre nach wie vor florieren. Milliardäre gründen und steuern Unternehmen, die sich konstant besser entwickeln als die Aktienmärkte. Diese Geschäftstüchtigkeit schlägt sich auch in ihren philanthropischen Bemühungen nieder: Viele Milliardäre versuchen, neue Möglichkeiten zu finden, um einen weitreichenden ökologischen und sozialen Wandel voranzutreiben. Dieser «Milliardärseffekt» ist weltweit nach wie vor frisch und lebendig – und nimmt allem Anschein nach auch nicht ab", kommentiert Josef Stadler, Head of Ultra High Net Worth bei UBS Global Wealth Management.

Selfmade-Milliardäre suchen laut Bericht nach neuen Möglichkeiten, die Welt zu verbessern. Die traditionelle Vergabe von Beihilfen wandelt sich zur strategischen Philanthropie und zur Förderung ehrgeiziger Zwecke. Um einen Unterschied zu machen, arbeiten Philanthropen auch zunehmend mit anderen Milliardären, gemeinnützigen Organisationen, Wohltätigkeitsorganisationen und Regierungen zusammen. Sie setzen ihre Vermögen, ihre Problemlösungsfähigkeiten, ihre Netzwerke und ihren Einfluss ein, um neue Philanthropiemodelle zu entwickeln, die die grösste Wirkung erzielen.

Viele Selfmade-Milliardärinnen

Der Report zeigt, dass die Zahl der Milliardärinnen in den letzten fünf Jahren um 46% gewachsen ist - stärker als die Zahl der männlichen Milliardäre (39%). Heute gibt es 233 Milliardärinnen, gegenüber 160 vor 5 Jahren. In Asien sind mehr als die Hälfte (57%) der Milliardärinnen aus eigener Kraft zum Reichtum gekommen. Vier von zehn der Selfmade-Milliardärinnen des Jahres 2018 haben Unternehmen im Konsumgüter- und Einzelhandelssektor aufgebaut.

Die Milliardäre in der Region Amerika steigerten ihr Vermögen um 0,1%. Die Netto-Anzahl der Milliardäre in Nord- und Lateinamerika stieg ebenfalls um 4,8% auf 749 Ende 2018. Das Wachstum wurde hauptsächlich von US-Technologie-Giganten getragen. In der Region EMEA hingegen ging das Gesamtvermögen um knapp 6,8% auf USD 2,4 Bio. zurück. Die Zahl der europäischen Milliardäre verringerte sich um knapp 5% auf 598. Die Region APAC weist nach wie vor weltweit die grösste Zahl an Milliardären auf, obwohl 2018 die Anzahl der Milliardäre in der Region um 7,4% auf 754 zurück ging. Dahinter verbarg sich eine gewaltige Umwälzung: 169 fielen aus der Milliardärsliste heraus, während 110 in die Gruppe der Milliardäre aufstiegen. Interessant ist, dass China im Jahr 2018 jede Woche einen neuen Milliardär oder eine neue Milliardärin hervorgebracht hat (insgesamt 56).

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