Swiss Life mit Gewinnrückgang im Halbjahr

Swiss Life erzielte im ersten Halbjahr 2020 einen um 13% tieferen Reingewinn.
Swiss Life erzielte im ersten Halbjahr 2020 einen um 13% tieferen Reingewinn.

Die Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2020 weniger verdient als im Vorjahr. Auch die Prämieneinnahmen blieben wie erwartet deutlich unter dem Wert von 2019.

13.08.2020, 10:29 Uhr

Redaktion: rem

Konkret sanken die Prämieneinnahmen in der Periode von Januar bis Juni in lokalen Währungen um 16% auf CHF 11,6 Mrd., wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Unter Ausklammerung des ausserordentlichen Effekts lagen die Prämieneinnahmen in der Schweiz allerdings um 2% über dem Vorjahr und gruppenweit auf Vorjahresniveau, wie betont wird.

Die Gebührenerträge (Fees) der Swiss Life, die auch in der Finanzberatung und in der Vermögensverwaltung stark vertreten ist, stiegen in lokaler Währung um 10% auf CHF 916 Mio. Das Fee-Ergebnis konnte um 6% auf CHF 267 Mio. gesteigert werden. Der bereinigte Betriebsgewinn sank insgesamt um 6% auf CHF 780 Mio. Der Reingewinn kam derweil auf CHF 537 Mio. zu stehen (-13%) und lag damit CHF 80 Mio. tiefer als im Vorjahr. Von diesem Rückgang seien CHF 30 Mio. auf einen positiven einmaligen Steuereffekt im Kontext der Schweizer Unternehmenssteuerreform im Vorjahr zurückzuführen.

Swiss Life Asset Managers legt beim Drittkundengeschäft deutlich zu

Swiss Life Asset Managers verzeichnete im Anlagegeschäft für Drittkunden Nettoneugeldzuflüsse von CHF 1,4 Mrd. Bereinigt um die Geldmarktfonds beliefen sich die Nettoneugeldzuflüsse auf CHF 2,4 Mrd. Die für Drittkunden verwalteten Vermögen lagen per Ende Juni 2020 bei CHF 82,9 Mrd. (Jahresende 2019: CHF 83,0 Mrd.). Die Gesamterträge von Swiss Life Asset Managers erhöhten sich um 9% auf CHF 419 Mio. Davon stammen CHF 242 Mio. aus dem Drittkundengeschäft, ein Plus von 16% gegenüber dem Vorjahr.

Konzernchef Patrick Frost zeigte sich zufrieden mit dem ersten Halbjahr. "Wir haben zeitnah Massnahmen ergriffen, um die Herausforderungen rund um die Covid-19-Pandemie bewältigen zu können", wird er in der Mitteilung zitiert. Die grössten Effekte seien über die Entwicklungen an den Finanzmärkten zu spüren gewesen, die zu einem tieferen Sparergebnis geführt hätten. Der Erfolg beim Fee- und beim Risiko-Ergebnis hätten dies aber teilweise kompensieren können.

Keine Sorgen mit dem Immobilienportfolio

Swiss Life besitzt bekanntlich das grösste Immobilienportfolio in der Schweiz. Die Entwicklung dort bereitet dem Firmenchef allerdings kaum Sorgen: "Seit Jahren spricht man von einer Korrektur, die bald eintreffen sollte. Irgendwann wird sie wohl kommen, aber wir spüren weiterhin überhaupt nichts davon", sagte Frost im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Im Gegenteil: man habe im ersten Halbjahr weitere "happige Aufwertungen" im Immobilienbereich gesehen. Und die Leerstände seien mit 3,8% insgesamt weiter auf einem historisch tiefen Niveau. Am tiefsten seien sie gar bei den Gewerbeverkaufsflächen mit unter 2% - entgegen den allgemeinen Warnungen über schliessende Läden. Wie andere Versicherer ist Swiss Life gewissen Mietern in der Zeit des Corona-Lockdowns mit Mietstundungen oder -erlassen entgegengekommen. Dies führte insgesamt zu deutlich tieferen Mieterträgen, wobei die Mieterlasse laut Frost rund CHF 10 Mio. Franken ausmachten.

In Bezug auf die weitere Zukunft sieht sich Swiss Life auf Kurs. Mit dem Unternehmensprogramm "Swiss Life 2021" sei man auf Kurs und bestätige die entsprechenden finanziellen Zielsetzungen - dies inklusive der Eigenkapitalrendite von 8 bis 10% die für jedes Jahr der Strategieperiode gelte. Insgesamt zeigte sich Frost zuversichtlich, dass die Aktionäre der Swiss Life auch im nächsten Jahr nicht darben müssen. "Wir sind optimistisch, dass wir auch für 2020 eine gute Dividende ausschütten können", sagte er. Die Ausschüttungsquote könnte dabei gar etwas über der strategischen Zielgrösse von 50 bis 60% des Gewinns zu liegen kommen.

Alle Artikel anzeigen