30.07.2026, 09:23 Uhr
Der Immobilienfonds Solvalor 61 will im Herbst mit einer Kapitalerhöhung rund 145 Millionen Franken aufnehmen. Mit dem Geld sollen bereits vereinbarte Immobilienkäufe sowie laufende Bau- und Sanierungsprojekte...
Der Goldpreis hat sich nach den historischen Rekordständen vom Jahresbeginn zurückgebildet. Die weltweite Gesamtnachfrage blieb im zweiten Quartal mit 1'269 Tonnen gegenüber dem Vorjahr unverändert. Weniger stark gekauft haben insbesondere die Zentralbanken. Dies geht aus dem jüngsten Quartalsbericht des World Gold Council (WGC) hervor.
Zuerst die Zahlen: Der LBMA-Goldpreis notierte im zweiten Quartal im Durchschnitt bei 4'506 US-Dollar je Unze – acht Prozent unter dem Rekordstand des ersten Quartals, aber immer noch 37 Prozent höher als im zweiten Quartal 2025. Seit Ende Juni hat sich der Goldkurs oberhalb der Marke von 4'000 US-Dollar stabilisiert, wobei Investoren Kursrückgänge gezielt zum Einstieg nutzten. Der aktuelle Preis liegt laut Bloomberg bei rund 4'087 US-Dollar.
Louise Street, Senior Markets Analyst beim World Gold Council, kommentiert: «Die Goldrally zu Jahresbeginn kehrte sich im zweiten Quartal um, wobei sich die Preise nach der Korrektur von Rekordhochs konsolidierten. Der Markt blieb jedoch gut unterstützt, was die etablierte Rolle von Gold als Diversifikator und Wertspeicher widerspiegelt.»
Eines der meistdiskutierten Ergebnisse des WGC-Berichts betrifft die Käufe der Zentralbanken. Im zweiten Quartal erhöhten Zentralbanken und andere offizielle Institutionen ihre Goldreserven um netto 289 Tonnen – ein Anstieg von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und der höchste je in einem zweiten Quartal gemessene Wert. Grösster Einzelkäufer war Polen mit 51 Tonnen, gefolgt von China mit 33 Tonnen.
Allerdings musste der WGC die Zahlen für das erste Quartal 2026 erheblich nach unten revidieren: Statt der ursprünglich gemeldeten rund 244 Tonnen kauften die Notenbanken im ersten Quartal lediglich 57 Tonnen Netto-Gold – das schwächste erste Quartal seit weit mehr als einem Jahrzehnt. Diese Revision wiegt schwer, denn die ursprünglichen Zahlen hatten Marktbeobachter noch darin bestärkt, dass die Notenbanken nach dem Preisrückgang wieder kraftvoll in den Markt zurückgekehrt seien. Die Jahresnachfrage der Zentralbanken dürfte damit unter dem Niveau von 2025 bleiben.
Dennoch bleibt die strukturelle Bedeutung von Gold für die Notenbanken ungebrochen: Gemäss der aktuellen Central Bank Gold Reserves Survey des WGC beabsichtigen 45 Prozent der befragten Institutionen, ihre Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten weiter aufzustocken. Diversifikation, Inflationsschutz sowie die Absicherung gegen geopolitische und finanzielle Risiken bleiben die zentralen Motive.
Die gesamte Investmentnachfrage fiel im zweiten Quartal auf 262 Tonnen, verglichen mit 539 Tonnen im starken ersten Quartal. Goldgedeckte ETFs verzeichneten im Quartal Nettoabflüsse von 45 Tonnen, ausgelöst durch den niedrigeren Goldpreis sowie in Nordamerika durch steigende Realzinserwartungen und einen festeren US-Dollar. Für das Gesamthalbjahr weisen die Gold-ETFs dank der starken Zuflüsse im ersten Quartal jedoch noch ein kleines Plus von 18 Tonnen aus.
Die Barren- und Münzinvestitionen hielten sich mit 307 Tonnen im zweiten Quartal vergleichsweise stabil – ein Rückgang von lediglich drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über das erste Halbjahr gesehen liegt die Nachfrage in diesem Segment sogar 21 Prozent über dem Vorjahreswert.
Als bedeutende Stütze des Marktes erwies sich der ausserbörsliche Handel (OTC). Getragen von asiatischen Investoren – insbesondere aus China und Indien –, belief sich die OTC-Nachfrage im zweiten Quartal auf 327 Tonnen und summierte sich im ersten Halbjahr auf solide 571 Tonnen. Street hebt hervor: «Anhaltende Zentralbankkäufe und das Wachstum der OTC-Investitionen trugen dazu bei, dass die weltweite Goldnachfrage im ersten Halbjahr um zwei Prozent zulegte.»
Am stärksten zu spüren bekam der Markt die hohen Preise bei der Schmucknachfrage. Diese fiel im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 278 Tonnen – der tiefste Quartalsstand seit der Pandemie. Verbraucher reagieren mit dem Kauf leichterer Schmuckstücke oder verschieben Käufe ganz. Dennoch blieb die Schmucknachfrage im Gesamthalbjahr mit einem Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem globalen Gesamtwert von 86 Milliarden US-Dollar überraschend widerstandsfähig – ein Beleg dafür, dass Verbraucher bereit sind, mehr für weniger Gold auszugeben.
China steht unter besonderem Druck: Trotz eines möglichen staatlichen Konjunkturpakets verzögern jüngste Mehrwertsteueranpassungen eine Normalisierung der Schmucknachfrage. Modelle des WGC deuten darauf hin, dass eine Anpassung an das höhere Preisniveau schrittweise erfolgt und selbst bei stabilisierenden Preisen noch mehrere Quartale in Anspruch nehmen könnte.
Die Technologienachfrage nach Gold zeigte sich mit 80 Tonnen im zweiten Quartal stabil (+2 % im Jahresvergleich), wobei die durch KI-Investitionen gestützte Nachfrage aus der Elektronikindustrie Schwäche in anderen Bereichen kompensierte.
Auf der Angebotsseite blieb das Gesamtvolumen im zweiten Quartal mit 1'269 Tonnen gegenüber dem Vorjahr konstant – allerdings mit gegenläufigen Entwicklungen in den einzelnen Segmenten. Die Minenproduktion stieg schätzungsweise um zwei Prozent auf 966 Tonnen, unterstützt durch neue Produktionskapazitäten in Kanada und Chile. Gleichzeitig sank das Recyclingvolumen trotz hoher Goldpreise um sechs Prozent auf 326 Tonnen. Offensichtlich halten Verbraucher ihren Goldbestand lieber, als ihn zu verkaufen – ein Zeichen dafür, dass weiterer Preisauftrieb erwartet wird.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet der WGC, dass die Goldnachfrage nach wie vier stabil bleibt. Die Zusammensetzung des Investmentmix dürfte sich dabei verschieben: OTC-Aktivitäten und asiatische Investoren werden voraussichtlich eine grössere Rolle spielen. Das Interesse westlicher Anleger an Gold-ETFs hingegen bleibt eng an Realrenditen, die US-Geldpolitik und den Dollarkurs geknüpft. Der Markt preist derzeit eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober 2026 ein, während die Rendite zehnjähriger US-TIPS in Richtung 2,5 Prozent steigt – ein traditionelles Gegenwind-Szenario für das zinslose Gold.
Zentralbanken werden bedeutende Käufer bleiben, jedoch in etwas gemässigterem Tempo als in den vergangenen vier Jahren. Die hohen Preise werden die Schmuckvolumen weiter belasten. Da Recyclingangebot kaum anzieht und die Minenproduktion nur moderat wächst, dürfte die Marktdynamik in der zweiten Jahreshälfte primär von der Stärke und Zusammensetzung der Investmentnachfrage abhängen.