29.06.2026, 16:15 Uhr
Die Finanzmarktaufsicht Finma greift bei der Fondsgesellschaft Swiss Fund Management AG (SFM) und beim Vermögensverwalter BZ Berater Zentrum (BZ) durch. Die Behörde hat im Rahmen einer Untersuchung gravierende...
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat Projekt Helvetia offiziell bis mindestens Mitte 2028 verlängert. Das Pilotprogramm zur Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in Zentralbankgeld testet zwei technologisch unterschiedliche Ansätze – und liefert damit die Grundlagen für die künftige Rolle der SNB im digitalen Finanzsystem.
Wie die SNB auf Ihrer website schreibt, testet sie mit dem Projekt Helvetia aktuell zwei unterschiedliche Ansätze. Hintergrund beider Ansätze ist der internationale regulatorische Konsens: Sollten DLT-basierte Finanzmarktinfrastrukturen systemrelevant werden, empfehlen internationale Standards, dass dort durchgeführte Transaktionen nach Möglichkeit in Zentralbankgeld abgewickelt werden. Mit Projekt Helvetia positioniert sich die SNB so, dass sie dieser Anforderung auf verschiedenen technologischen Wegen nachkommen kann.
Integrierter Ansatz: Wholesale CBDC auf DLT-Plattform: Der erste Ansatz sieht die Ausgabe eines digitalen Schweizer Frankens für Finanzinstitute vor – eines sogenannten Wholesale Central Bank Digital Currency (Wholesale CBDC). Das Besondere: Sowohl das Zentralbankgeld als auch die Vermögenswerte liegen in tokenisierter Form auf derselben DLT-Infrastruktur. Dies ermöglicht eine simultane Übertragung auf «Delivery-versus-Payment»-Basis. Im Rahmen von Projekt Helvetia gibt die SNB dieses Wholesale CBDC auf der regulierten, DLT-basierten SIX Digital Asset Platform aus.
Synchronisierter Ansatz: Verknüpfung mit bestehendem RTGS-System: Der zweite Ansatz setzt auf die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte im traditionellen Zentralbankgeld. Eine Schnittstelle verbindet dabei die DLT-Abwicklungsplattform mit dem Echtzeit-Brutto-Abrechnungssystem (RTGS) des Schweizer Interbanken-Clearings (SIC). Diese Verknüpfung koordiniert die Abwicklung auf beiden Plattformen gleichzeitig – daher die Bezeichnung «synchronisierter Ansatz». Die Finanzmarktinfrastruktur BX Digital (BXD) setzt dieses Modell bereits in einer Produktivumgebung ein.
Die SNB verfolgt mit dem Projekt ein klar definiertes Ziel: verstehen, wie sie ihr Mandat in einer zunehmend tokenisierten Finanzlandschaft wahrnehmen kann – und gleichzeitig die Innovation des Privatsektors unterstützen. Der Pilotbetrieb begründet dabei keine Verpflichtung zur dauerhaften Einführung eines Wholesale CBDC. Es geht darum, technologisch auf dem Laufenden zu bleiben, um bei künftigen Weichenstellungen nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Antoine Martin, Vizepräsident des SNB-Direktoriums, hat am Point Zero Forum die Strategie der Nationalbank zur Digitalisierung des Geldsystems bestätigt: kein Retail-CBDC für Haushalte, dafür gezielte Innovation im Wholesale-Bereich und bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Mit der Verlängerung des Projekts Helvetai geht die SNB genau diesen Schritt.