Rekordtief bei Funds of Hedge Funds

Seit 1996 ist die Zahl der in der Schweiz zugelassenen Funds of Hedge Funds (FoHF) auf über 300 angewachsen und hat sich während der letzten vier Jahre fast verdreifacht. Die Finanzkrise hat allerdings auch hier ihre Spuren hinterlassen: Innerhalb von zwei Jahren wurden 70% der Top Ten FoHF Anbieter, gemessen an ihren verwalteten Vermögen, ausgewechselt.

27.05.2009, 18:14 Uhr

Die Nettoabflüsse an Kapital waren so gross wie die Gelder, die noch im guten Jahr 2007 zuflossen. Die Abflüsse erreichten im Januar 2009 mit USD 7.2 Mrd. ihren Höhepunkt. Ermutigend ist allerdings, dass sich bereits im März eine Konsolidierung abzeichnete. Der Exodus vor allem privater Anleger ruft nun nach mehr Kontrolle und Transparenz und beschleunigt die Institutionalisierung des FoHF Geschäftes. Das Zentrum für Alternative Investments & Risk Management der ZHAW erstellte eine umfassende Studie über Struktur, Entwicklung und Performance der Schweizer FoHF Industrie. Die Forschungsarbeit wurde von ABS Investment Management, einem unabhängigen FoHF Anbieter, unterstützt.

Der Bericht stellt die in der Schweiz zugelassenen Funds of Hedge Funds (FoHF) umfassend dar und untersucht dabei speziell die Auswirkungen der Finanzkrise. Nachdem die Schweiz mit dreissig Jahren Erfahrung zu den Pionieren unter den Hedge Fund Investoren zählt, hat sich aus den FoHF-Aktivitäten ein wichtiger Zweig in der Vermögensverwaltung herausgebildet. Gemäss eigenen Schätzungen machen die in der Schweiz verwalteten FoHF unter Einschluss von Offshore Funds 25% bis 30% des globalen Marktes aus. Die Finanzkrise, und speziell auch der Madoff Skandal, hatten allerdings markante Auswirkungen auf die Vermögen und deren Verteilung auf die Anbieter.

Die Nettoabflüsse im Jahr 2008 erodierten die Zuflüsse des Vorjahres und beschleunigten sich im Januar 2009 auf USD 7.2 Mrd. Mehrere Liquidationen von Schweizer FoHF wurden vor allem im Dezember bekannt. Einige FoHF gerieten aufgrund gehäufter Kündigungen in eine Liquiditätsklemme und mussten ihre Rücknahmebedingungen anpassen oder bei der Finanzmarktaufsicht (Finma) sogenannte side pockets oder Aufschub beantragen. Die rigorose Handhabung des Krisenmanagement durch die Finma führte allerdings vorwiegend zu Liquidationen. Gleichzeitig meldeten sich weltweit Rufe nach vermehrter Regulierung.

Trotz der extrem schwierigen Phase der letzten zwölf Monate, verweist die ZHAW Studie auf einige Lichtblicke:

- Die schlechtesten Schweizer FoHF rentierten über die letzten 36 Monate immer noch so gut wie der MSCI. Fast alle FoHF weisen positive Renditen aus.

- Im ersten Quartal 2009 gab es nicht nur Liquidationen, sondern auch Gründungen von FoHF. Ein bekannter Schweizer Anbieter kündigte die Eröffnung von sechs neuen Produkten an.

- Im März 2009 kamen die Nettoabflüsse fast zum Stillstand. Die Vermögen der in der Schweiz zugelassenen FoHF belaufen sich auf noch USD 15 Mrd.

- Schliesslich zeigt die Geschichte des HFR Index, dass auf Perioden grosser Verluste Phasen hoher Gewinne folgten.

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