EU: Deutlich weniger Neuwagen verkauft

Nur in Deutschland wurden 2022 etwas mehr Autos verkauft, im Resten der EU blieben die Neuzulassungen so tief wie zuletzt 1993. (Bild Shutterstock/lumen-digital)
Nur in Deutschland wurden 2022 etwas mehr Autos verkauft, im Resten der EU blieben die Neuzulassungen so tief wie zuletzt 1993. (Bild Shutterstock/lumen-digital)

2022 wurden in Europa 9,26 Millionen Autos neu zugelassen, das waren 4,6 Prozent weniger als im schwachen Vorjahr. Zuletzt lag die Zahl der verkauften Neuwagen vor 30 Jahren so tief.

18.01.2023, 11:30 Uhr

Redaktion: sw

Im Dezember gab es zwar dank eines starken Schlussspurts in den grossen Märkten Deutschland und Italien ein EU-weites Plus von 12,8 Prozent auf 896 967 neu zugelassene Autos, wie der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte. Insgesamt liegen die Neuzulassungen im vergangenen Jahr aber so tief wie zuletzt 1993.
Laut Experten sind auch die Zukunftsaussichten nicht gerade rosig. Zwar hätten sich die Lieferengpässe bei Halbleitern und Vorprodukten etwas entspannt, sagte Branchenexperte Peter Fuss von der Unternehmensberatung EY. Die Lieferfähigkeit der Industrie werde sich im Jahresverlauf weiter verbessern, sodass mit der steigenden Verfügbarkeit von Neuwagen auch deren Lieferzeiten sinken dürften. «Unklar ist aber, wie gross die Nachfrage von Unternehmen und Privatleuten dann noch ist», schränkte Fuss ein. «Denn die Konjunktur schwächelt, und selbst wenn die befürchtete Rezession ausbleibt, bleiben Unternehmen und Privatleute bei Neuwagenbestellungen zurückhaltend.»

Dem Fachmann zufolge spricht viel dafür, dass die Nachfrage nach Neuwagen weiter deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau liegen wird. Nach Angaben von EY lagen die Neuzulassungen im vergangenen Jahr 29 Prozent niedriger als im Vorkrisenjahr 2019.

In Deutschland hatte die zum Jahresende auslaufende Förderung von Plug-in-Hybriden sowie die sinkenden Prämien auf den Kauf von Batterieautos im Dezember für Vorzieheffekte gesorgt. Von den grössten EU-Automärkten zogen die Autozulassungen auch im Gesamtjahr nur in Deutschland leicht an (+1,1 Prozent), in Italien (minus 9,7 Prozent), Frankreich (minus 7,8 Prozent) und Spanien (minus 5,4 Prozent) ging es hingegen abwärts. Autobauer in Europa klagten vor allem über eine mangelhafte Teileversorgung unter anderem bei Elektronikchips.

Marktführer in der EU war mit gut einer Million Autos weiter die Volkswagen -Kernmarke VW Pkw. Die VW-Gruppe insgesamt lag mit rund 2,3 Millionen Wagen auch bei der Konzernsicht an der Spitze vor der Peugeot-, Fiat- und Opel-Mutter Stellantis (1,8 Mio Pkw). Der Renault -Konzern lag mit knapp 985 000 Autos auf Rang drei. BMW kam mit allen Marken auf 624 940 Neuanmeldungen, Mercedes -Benz auf 549 023.

Die EU war weltweit nicht der einzige grosse Automarkt mit Rückgängen. In Europa, also inklusive Grossbritannien und weiteren Ländern wie Norwegen und der Schweiz, wurden mit 11,3 Millionen Pkw rund 4 Prozent weniger Autos neu angemeldet. In den USA kam es nach Zahlen des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) zu einem Rückgang der Verkäufe von Pkw und grösseren Autos wie Pickups um 8 Prozent auf 13,7 Millionen Fahrzeuge. In Japan ging der Absatz um 6 Prozent auf 3,4 Millionen verkaufte Pkw zurück.

China legt noch zu

Im grössten Automarkt China gab es hingegen laut VDA im vergangenen Jahr ein Plus von 10 Prozent auf 23,2 Millionen Neufahrzeuge. China ist für die deutschen Autokonzerne Volkswagen (mit den Töchtern Audi und Porsche), Mercedes-Benz und BMW der grösste und wichtigste Markt.

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