BB Biotech schlägt Biotech-Index im ersten Quartal – Abschlag auf NAV deutlich reduziert

BB Biotech meldet gute Resultate im ersten Quartal 2026.
BB Biotech meldet gute Resultate im ersten Quartal 2026.

Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech hat ihr Portfolio in den ersten drei Monaten des Jahres so aktiv umgebaut wie selten zuvor. Elf neue Titel wurden aufgenommen, die Anlagerichtlinien erweitert und der Kurs lief dem Nettoinventarwert in allen Währungen davon. Dies schreibt BB Biotech im Quartalsbericht.

24.04.2026, 08:13 Uhr
Asset Management

Redaktion: asc

BB Biotech ist mit einem Paukenschlag in das Jahr 2026 gestartet. Die Aktie der Biotech-Beteiligungsgesellschaft erzielte im ersten Quartal eine Gesamtrendite von 4,1 Prozent in Franken, 5,2 Prozent in Euro und 3,2 Prozent in US-Dollar – und übertraf damit den Nasdaq Biotechnology Index (NBI) in allen drei Berichtswährungen. Der Nettoinventarwert (NAV) entwickelte sich deutlich zurückhaltender und gab in Franken um 0,6 Prozent nach, in Euro legte er marginal um 0,1 Prozent zu, in Dollar sank er um 1,5 Prozent. Sämtliche Renditen schliessen die im März ausbezahlte Dividende von CHF 2.25 pro Aktie ein. Dies schreibt BB Biotech in einer Mitteilung.

Die Outperformance des Aktienkurses gegenüber dem NAV von 4,7 Prozentpunkten in Franken hat einen sichtbaren Effekt auf die Bewertungslücke: Der Abschlag des Börsenkurses zum Nettoinventarwert verringerte sich per Ende März auf 6,9 Prozent, nach noch 10,8 Prozent zum Jahresende 2025. Das Management wertet dies als Ausdruck eines gestiegenen Anlegervertrauens und einer klareren Wahrnehmung der Portfolioqualität.

Unter dem Strich weist BB Biotech für das Quartal einen Nettoverlust von 21 Mio. Franken aus – eine markante Verbesserung gegenüber dem Vorjahresverlust von 241 Mio. Franken. Verantwortlich für das negative Ergebnis sind gemäss Unternehmen vor allem Umschichtungen im Portfolio, Timing-Effekte beim Aufbau neuer Large-Cap-Positionen sowie einzelne Kursreaktionen auf klinische Updates, die leicht hinter den Markterwartungen zurückblieben. Abgefedert wurde das Ergebnis durch die kurz vor Quartalsende angekündigte Übernahme von Terns Pharmaceuticals durch Merck.

Aktivster Portfolioumbau seit Jahren

Das erste Quartal markiert eine der aktivsten Umbauphasen in der jüngeren Geschichte von BB Biotech. Elf neue Positionen wurden aufgebaut, mehrere bestehende Beteiligungen aufgestockt und andere Engagements ganz oder teilweise veräussert. In der Konsequenz wuchs das Portfolio von 24 auf 30 Titel.

Bemerkenswert ist der Wiedereinzug der Large-Caps ins Portfolio. Mit Regeneron Pharmaceuticals, Gilead Sciences und Amgen hat BB Biotech erstmals im laufenden Investitionszyklus wieder substantielle Positionen in kommerziell etablierten Grossunternehmen aufgebaut. Diese sollen Stabilität und Liquidität beisteuern, ohne die Innovationsorientierung zu verwässern.

Daneben wurden mehrere Mid- und Small-Caps neu ins Depot aufgenommen, darunter Crinetics Pharmaceuticals, Enliven Therapeutics, Vaxcyte, Disc Medicine, Ultragenyx, Monte Rosa Therapeutics und Oruka Therapeutics. Die Positionen in Viridian Therapeutics und Krystal Biotech wurden nach positiven klinischen und kommerziellen Signalen aufgestockt, während Neurocrine Biosciences, Wave Life Sciences und Maze Therapeutics vollständig veräussert wurden. Amicus Therapeutics und Avidity Biosciences verliessen das Portfolio im Zuge abgeschlossener Übernahmen. Als Spin-off aus der Novartis-Übernahme von Avidity kam Atrium Therapeutics neu hinzu.

Auch auf der Gewinnerseite wurde Kapital freigesetzt: Revolution Medicines und Ionis Pharmaceuticals, beide mit starker Wertentwicklung und deutlich gestiegenen Bewertungen, wurden anteilig reduziert.

Anlagerichtlinien erweitert: Künftig bis zu 50 Positionen

Strategisch am bedeutendsten ist die Anpassung der Anlagerichtlinien. Die Zielbandbreite des Portfolios wurde von bislang 20 bis 35 auf neu 20 bis 50 börsenkotierte Beteiligungen erweitert. BB Biotech begründet den Schritt mit einer wachsenden Zahl klinisch differenzierter Opportunitäten sowie mit gewachsenen Research-Kapazitäten, die eine breitere Abdeckung ohne Verlust an analytischer Tiefe erlauben. Der überzeugungsgetriebene Investmentansatz mit starker Konzentration auf Kernpositionen soll erhalten bleiben.

Flankiert wird der erweiterte Rahmen durch einen personellen Ausbau: Im ersten Quartal hat BB Biotech einen neuen Senior-Analysten in den USA eingestellt, der spezifisch die Abdeckung grosskapitalisierter Biopharma-Unternehmen verstärken soll.

KI wird in den Investmentprozess integriert

Parallel treibt BB Biotech die Digitalisierung des eigenen Anlageprozesses voran. Das Unternehmen entwickelt eine eigene KI-gestützte Analyseplattform, die wissenschaftliche Daten, klinische Signale und regulatorische Erkenntnisse systematisch verknüpfen soll. Der Einsatz agentenbasierter KI zielt auf eine kontinuierliche Überwachung des Portfolios sowie auf eine strukturiertere Risikobewertung. Ziel sei eine skalierbarere Investmentarchitektur, die menschliche Expertise mit maschinell gestützten Erkenntnissen verbindet.

Aufnahme in den SPI Select Dividend 20

Bestätigung erhielt BB Biotech im Berichtsquartal auch von Indexseite: Mit Wirkung zum 23. März wurde die Gesellschaft in den SPI Select Dividend 20 Index aufgenommen. Die Aufnahme würdigt die seit 2013 verfolgte Dividendenpolitik, nach der jährlich 5 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses im Dezember ausgeschüttet werden. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde im März eine Dividende von CHF 2.25 pro Aktie bezahlt.

Ausblick: Dichter Kalender an klinischen Impulsen

Für das weitere Jahr bleibt das makroökonomische Bild anspruchsvoll. Handelsunsicherheiten, geopolitische Verschiebungen und sich wandelnde Zinserwartungen belasten die Aktienmärkte. Direkte Zollrisiken für die Portfoliounternehmen sieht BB Biotech als begrenzt, indirekte Effekte über Anlegerstimmung, Diskontierungssätze und Finanzierungsbedingungen dagegen als relevant.

Das Portfolio selbst ist auf einen dichten Kalender klinischer und regulatorischer Ereignisse ausgerichtet. Mehrere Kernbeteiligungen nähern sich wertbestimmenden Meilensteinen – von Zulassungsentscheiden bis zu Daten aus der späten Entwicklungsphase. Diese Konzentration potenzieller Kurskatalysatoren, so das Management, sei Ergebnis des gezielten Portfolioumbaus der vergangenen zwölf Monate.

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