18.06.2026, 08:50 Uhr
Die radikale Wohnschutz-Initiative im Kanton Zürich ist zwar abgelehnt worden, der moderate Gegenvorschlag wurde jedoch angenommen. Die marktwirtschaftliche Mietzinsbildung bleibt im Kern erhalten. Dennoch spricht...
Zu Jahresbeginn haben wir fünf Themen identifiziert, die das Marktgeschehen im Jahr 2026 massgeblich beeinflussen dürften: Rezession, Aktienmärkte, KI-Aktien, Goldpreis und US-Dollar. Zur Jahresmitte ziehen wir Bilanz und zeigen, welche Faktoren in der zweiten Jahreshälfte relevant sind.
1. Droht im Jahr 2026 eine Rezession?
Trotz des Nahostkonflikts und höherer Energiepreise bleibt das Rezessionsrisiko 2026 aus unserer Sicht gering. Die Weltwirtschaft wächst, unterstützt durch Staatsausgaben und Investitionen in KI. Zwar belasten Lieferkettenstörungen und höhere Energiekosten die Konjunktur, wir erwarten jedoch eine Entspannung im Jahresverlauf. Die Inflation steigt vor allem in den USA und der Eurozone, ohne bisher starke Zweitrundeneffekte auszulösen. Insgesamt rechnen wir mit stabilem, aber verhaltenem Wachstum.
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2. Setzt sich der Bullenmarkt fort?
Zu Jahresbeginn erwarteten wir, dass der Bullenmarkt bei Schweizer Aktien mindestens bis 2027 anhält. Diese Einschätzung hat sich bestätigt: Die Aktienmärkte entwickelten sich positiv, getragen von soliden Unternehmensgewinnen, Zinssenkungserwartungen und Investitionen in künstliche Intelligenz. Die aktuelle Hausse bei Schweizer Aktien dauert seit September 2022 an und liegt mit rund 50 Prozent im Plus. Historisch gesehen dauern Bullenmärkte im Schnitt rund 3,5 Jahre mit einem Kurszuwachs von 141 Prozent. Aus dieser Optik hat der aktuelle Aufwärtstrend noch Luft nach oben. Trotz anspruchsvoller Bewertungen in einzelnen Segmenten bleibt der Bullenmarkt intakt.
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3. KI: Blase oder nachhaltiger Trend?
Wir sahen erhöhte Bewertungen, jedoch keine Wiederholung der Dotcom-Blase. Hohe Investitionen in KI sowie starke Unternehmensgewinne stützten die Kurse. Zwar entfiel ein grosser Teil des Gewinnwachstums auf die «Magnificent Seven», doch verbesserten sich die Gewinnaussichten auch in anderen Sektoren. Trotz anhaltender Diskussionen über Konzentrationsrisiken fehlen bislang die Merkmale einer breiten Spekulationsblase.
Das bestätigt auch eine historische Analyse der grossen Aktienmarktblasen der vergangenen 100 Jahre. Berücksichtigt sind unter anderem Industrieaktien der späten 1920er-Jahre sowie Technologieaktien während der Internetblase und Immobilienentwickler der 2000er-Jahre. Das Muster war dabei immer ähnlich: Innert sechs Jahren fand ungefähr eine Verfünffachung der Kurse statt. Wie die Grafik zeigt, sind wir von einer Wiederholung dieses Musters noch entfernt. Der Nasdaq-Index müsste sich in den nächsten zwei Jahren verdoppeln, um dem historischen Muster zu entsprechen. Unsere Einschätzung bleibt daher unverändert positiv für Technologiewerte.
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4. Gold: Geht die Rekordjagd weiter?
Nach dem starken Kursanstieg von 2024 und 2025 waren wir für 2026 vorsichtiger und erwarteten einen Goldpreis von 4000–4950 US-Dollar je Unze. Nach einem Hoch über 5000 US-Dollar fiel der Preis wie erwartet auf rund 4500 US-Dollar zurück. Wir sehen dies als normale Konsolidierung nach der Überhitzung und rechnen kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung. Langfristig bleibt Gold attraktiv, gestützt durch geopolitische Risiken, hohe Schulden und die Zentralbanken, die ihre Währungsreserven damit diversifizieren.
5. Wie entwickelt sich der US-Dollar?
Unsere zuvor negative Haltung zum US-Dollar beruhte auf einer Überbewertung, deren Korrektur 2025 überraschend schnell erfolgte. Für 2026 erwarten wir eine Beruhigung, sofern die Unabhängigkeit der Fed gewahrt bleibt und keine stärkeren geldpolitischen Eingriffe erfolgen. Für den USD/CHF sehen wir bis Ende Jahr weiterhin eine Spanne von 0,77 bis 0,81. Aufgrund der höheren Teuerung im Ausland wird der mittel- und längerfristige Aufwertungspfad des Schweizer Frankens anhalten.
Anlegerinnen und Anleger sollten breit diversifiziert investiert bleiben. Die Weltwirtschaft wächst weiterhin, die Unternehmensgewinne entwickeln sich solide, und die grossen Strukturthemen – künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Infrastruktur und Gesundheit – bleiben intakt.
Ein markanter Inflationsanstieg wie 2022 ist aktuell nicht zu erwarten. Phasen erhöhter Schwankungen sind aus unserer Sicht jedoch kein Anlass, sich aus den Finanzmärkten zurückzuziehen – im Gegenteil: Sie bieten die Gelegenheit, langfristige Positionen gezielt auszubauen.
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Grundsätzlich raten wir Anlegerinnen und Anlegern, ihr Portfolio nach dem Core-Satellite-Prinzip aufzubauen. Der Kern (Core) besteht aus stabilen Bausteinen, die Risiken begrenzen und Kursschwankungen abfedern. Ergänzend dazu sorgen gezielt ausgewählte Satelliten für zusätzliche Renditechancen, indem sie auf einzelne Sektoren, Trends und Marktthemen fokussieren. Bisher erzielten unsere Anlageideen im Core-Bereich durchschnittlich ein Plus von 9,5 Prozent, während die Satelliten um 12,4 Prozent zulegten.
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Grundbausteine: Schwellenländer im Höhenflug, solide Dividendenaktien
Besonders erfreulich entwickelten sich Schwellenländeraktien mit einer Rendite von rund 30 Prozent. Schwellenländer profitieren weiterhin von überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum, einer jungen Bevölkerung sowie strukturellen Trends wie Digitalisierung, Urbanisierung und umfangreichen Infrastrukturinvestitionen. Ein breit diversifiziertes Engagement in diesen Regionen eröffnet Zugang zu langfristigen Wachstumstreibern und stärkt zugleich die geografische Diversifikation eines Portfolios.
Dividendenstarke Aktien bleiben ebenfalls attraktiv. Das von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geprägte Marktumfeld begünstigt qualitativ hochwertige Unternehmen mit stabilen Cashflows und einer nachhaltigen Ausschüttungspolitik. Da Dividendenzahlungen in der Regel deutlich weniger schwanken als Aktienkurse, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung eines Portfolios. Insbesondere Unternehmen aus der Schweiz und der Eurozone zeichnen sich durch verlässliche und attraktive Ausschüttungen aus.
Satelliten: Rückenwind für Aktien im Bereich sauberer Energie
Die stärkste Wertentwicklung innerhalb der Satellitenanlagen verzeichnete mit einem Plus von 32,1 Prozent bisher das Anlagethema künstliche Intelligenz. Innerhalb des Technologiesektors zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Während Halbleiterunternehmen stark profitierten, standen Softwareanbieter zuletzt unter Druck, da KI bestimmte bestehende Lösungen potenziell ersetzen könnte. Insgesamt dürfte sich die Erholung des Technologiesektors trotz kurzfristiger Volatilität fortsetzen, und für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger bleibt ein breit diversifiziertes Engagement attraktiv. Das Anlagethema saubere Energie (Clean Energy) erreichte ein Plus von 26,4 Prozent. Trotz des anhaltenden Gegenwinds durch hohe Zinsen kam es zuletzt zu einer deutlichen Erholung. Der weltweite Umstieg auf erneuerbare Energien wird weiterhin durch regulatorische Programme gestützt; technologische Fortschritte bei Batteriespeicherung, Solar- und Windenergie sorgen für zusätzliche Impulse. Auch der Bereich Cybersicherheit entwickelte sich robust und legte um 22,5 Prozent zu. Getrieben von zunehmenden Cyberbedrohungen, geopolitischen Spannungen und strengeren Regulierungen wächst der Markt seit Jahren dynamisch.
Wichtiger Hinweis: Thematische Anlagen bieten attraktive Wachstumschancen, sind jedoch stärker auf einzelne Segmente fokussiert und entsprechend volatil. Diese Risiken können durch breit gestreute Fonds und ETFs deutlich reduziert werden.
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