17.09.2026, 08:16 Uhr
Der seit Ende 2025 fusionierte Versicherungskonzern Helvetia Baloise hat erstmals ein Halbjahr unter gemeinsamen Dach abgeschlossen. Die Integration der Gruppe sei derweil in vollem Gange und gut auf Kurs.
Eine der grössten Pensionskassen der Welt, die Canada Pension Plan Investment Board (CPP Investments), lancieren gemeinsam mit Brookfield Asset Management haben den «Maple Fund». Das gemeinsame Investitionsvehikel soll bis zu 50 Milliarden kanadische Dollar an Eigenkapital für grossvolumige Investitionen in kritische Infrastruktur und strategische Industrien in Kanada mobilisieren.
Die Struktur ist auf eine 50/50-Basis ausgelegt: Über einen ersten Fünfjahreshorizont sollen CPP Investments und Brookfield je bis zu 25 Milliarden kanadische Dollar an Eigenkapital einbringen. Im Fokus stehen Projekte mit einem Gesamtwert von mehr als 5 Milliarden kanadischen Dollar an Eigenkapital – also Vorhaben, die für einzelne Investoren allein kaum zu stemmen wären. Der Fund ist zudem so angelegt, dass sich weitere Investoren an einzelnen Transaktionen beteiligen können. Jede Investition durchläuft laut Communiqué eine unabhängige Prüfung durch die jeweiligen Governance-Prozesse beider Organisationen; der «Maple Fund» versteht sich als Ergänzung, nicht als Ersatz für die laufende Investitionstätigkeit der beiden Partner.
CPP-Investments-CEO John Graham begründet den Schritt mit einer «Phase neuer Ambition» in Kanada und sieht den Fund als Vehikel, um mit Kapital, langfristigem Anlagehorizont und Expertise rasch auf grosse, komplexe Opportunitäten reagieren zu können. Brookfield-CEO Connor Teskey verweist auf die komplementären Stärken der beiden Partner – Skalenkapital auf der einen, Entwicklungs- und Betriebskompetenz auf der anderen Seite – als Basis für ein «generationenübergreifendes» Investitionsprogramm.
Für Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ist der «Maple Fund» in doppelter Hinsicht relevant. Erstens strukturell: CPP Investments verwaltet mittlerweile über 860 Milliarden Franken und gehört – zusammen mit Partnern wie Ontario Teachers' und den übrigen Instituten der sogenannten «Maple Eight» – zu jenem kanadischen Pensionskassenmodell, das international als Referenz gilt: unabhängige Governance, professionalisierte interne Teams und ein hoher Anteil an Realwerten wie Infrastruktur.
Eine McKinsey-Studie hat bereits vor Jahren gezeigt, dass Schweizer Pensionskassen im Vergleich zu kanadischen und niederländischen Instituten über Jahre hinweg tiefere Anlagerenditen erzielten – mit spürbaren Folgen für die Rentenhöhe. Als zentrale Gründe nennt die Studie die starke Fragmentierung des hiesigen PK-Markts, eine dünne interne Investment-Governance sowie eine hohe Abhängigkeit von externen Vermögensverwaltern. Branchenstimmen wie jene von Corestone-Chef Martin Mlynar gehen davon aus, dass sich der Schweizer Pensionskassenmarkt aus genau diesen Gründen weiter konsolidieren wird – ein Prozess, der in den Niederlanden mit dem Verschwinden von über 600 Kassen bereits deutlich weiter fortgeschritten ist.
Infrastrukturanlagen sind für Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ein Wachstumsthema. Gemäss dem jüngsten Complementa-Vermögensmix machen alternative Anlagen wie Infrastruktur und Private Equity per Ende 2025 bereits 9,9 Prozent des Gesamtvermögens der Schweizer Pensionskassen aus – rund vier von fünf Kassen sind inzwischen in dieser Anlageklasse investiert, wobei ausländische Infrastrukturanlagen deutlich überwiegen. Der neue «Maple Fund» fügt sich in diesen Trend ein: Er schafft ein weiteres grossvolumiges Gefäss, über das sich – gemäss Communiqué – auch Drittinvestoren an einzelnen Transaktionen beteiligen können, was ihn potenziell auch für gross dimensionierte Schweizer Vorsorgeeinrichtungen oder deren Anlagestiftungen interessant machen könnte, sofern entsprechende Zugänge geschaffen werden.
Konkrete Einzeltransaktionen des «Maple Fund» sollen laut den beiden Partnern erst nach Abschluss definitiver Vereinbarungen kommuniziert werden.