28.05.2026, 11:14 Uhr
Eurozone-Staaten zapfen den Schweizer Franken-Markt in einem Tempo an, das alle Vorjahreswerte in den Schatten stellt. Treiber sind die Nullzinspolitik der SNB und ein Kostenvorteil nach Cross-Currency-Swap. Für...
Seit dem Vollzug der Fusion ist Helvetia Baloise eine der grössten Allbranchenversicherer der Schweiz. In der beruflichen Vorsorge treten die beiden Häuser noch eigenständig auf und weisen ihre Ergebnisse getrennt aus. Für das Geschäftsjahr 2025 melden beide solide Resultate – getragen vom anhaltenden Trend zu teilautonomen Lösungen und stabilen Kapitalerträgen.
Fangen wir mit der Helvetia an: Das Betriebsergebnis der Helvetia in der beruflichen Vorsorge stieg bis Ende 2025 um 11 Prozent auf 68,4 Millionen Franken (Vorjahr: 61,9 Millionen Franken). Trotz der anhaltenden Verschiebung aus dem Vollversicherungssegment in teilautonome Angebote baute der Versicherer sowohl die Zahl der Versicherten als auch die Kapitalerträge aus, meldet der Versicherer. Das Prämienvolumen lag mit 1'693 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert von 1'828 Millionen Franken, während der Betriebsaufwand pro aktiv versicherte Person um mehr als 15 Prozent auf 361 Franken sank (Vorjahr 426 Franken).
Die Zahl der aktiv versicherten Personen erhöhte sich um 7 Prozent auf 240'693 (Vorjahr 224'574); die Risiko- und Kostenprämien legten um 2,6 Prozent zu. Gemessen am Prämienvolumen bestätigt Helvetia damit ihren zweiten Platz im Kollektivleben-Marktvergleich des Schweizerischen Versicherungsverbands. Besonders dynamisch entwickelte sich die teilautonome Sammelstiftung BVG Invest, die ihre Versichertenzahl um 21 Prozent auf 18'800 steigerte und per 1. Januar 2026 auf über 20'000 Personen sowie ein Vermögen von über 2 Milliarden Franken kam.
Die Netto-Rendite verbesserte sich auf 2,2 Prozent (Vorjahr 1,9 Prozent), die Nettokapitalerträge auf 335 Millionen Franken (Vorjahr 296 Millionen Franken). Im der Mindestquote unterstellten Geschäft verwendete Helvetia 534,3 Millionen Franken zugunsten der Versicherten, was einer Ausschüttungsquote von 90,5 Prozent entspricht (2024: 90,6 Prozent). Den Überschussfonds in diesem Segment erhöhte der Versicherer um 25 Prozent auf 209,2 Millionen Franken. Belastend wirkt die steigende Invalidisierungswahrscheinlichkeit, insbesondere wegen zunehmender psychischer Erkrankungen.
Auch die Baloise-Sammelstiftung «Perspectiva» setzte ihre Entwicklung fort: Das Stiftungsvermögen wuchs 2025 auf 2,1 Milliarden Franken und überschritt damit erstmals die 2-Milliarden-Grenze. Die Zahl der angeschlossenen Unternehmen stieg auf 5'321 (Vorjahr 5'186). Im Anlagemarkt erzielte die teilautonome Sammelstiftung eine Performance von 6,6 Prozent und verzinste die Altersguthaben mit 3,0 Prozent. Der Deckungsgrad verbesserte sich auf 109 Prozent (Vorjahr 105 Prozent) – eine solide Überdeckung auch für ein volatileres Anlageumfeld.
Für sicherheitsaffine Kunden bleibt das Vollversicherungsangebot von Baloise die zentrale Alternative. Die überobligatorischen Altersguthaben verzinste Baloise mit 1,75 Prozent, den Überschussfonds äufnete sie mit 65 Millionen Franken. Insgesamt erzielte Baloise in der beruflichen Vorsorge einen Gewinn von 46 Millionen Franken bei einer Ausschüttungsquote von 91,1 Prozent im der Mindestquote unterstellten Geschäft. Der Nettokapitalertrag in der Betriebsrechnung belief sich auf 273 Millionen Franken.
Beide Häuser verweisen auf das geopolitisch unsichere Umfeld, in dem sich teilautonome wie auch vollversicherte Lösungen behaupten mussten. Wie die berufliche Vorsorge nach dem gemeinsamen Marktauftritt 2026 zusammengeführt und harmonisiert wird, dürfte zu den zentralen Fragen der Integration zählen.