17.06.2026, 10:13 Uhr
Der Swiss Deep Tech Report 2026 zeichnet ein widersprüchliches Bild: Die Schweiz führt global beim Anteil von Venture Capital in Deep Tech – doch bei den grossen Finanzierungsrunden fehlen einheimische Investoren...
Der Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV/ASG) schlägt Alarm: Die Aufsichtsabgaben an die FINMA bleiben 2025 praktisch unverändert hoch – trotz gestiegener Reformerwartungen. Strukturelle Mängel belasten die Branche, der politische Druck wächst.
Der Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV/ASG) feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Der Branchenverband, der 1986 gegründet wurde, veranstaltet im Laufe des Jahres verschiedene Events und Kongresse, darunter einen grossen Jubiläums-Apéro in Lugano. Diese Woche wurde schon in Zürich angestossen. Mit dabei ist auch die neue Präsidentin Vivien Jain, welche die Nöte der Mitglieder stärker vertreten will – auch gegenüber der Finma.
Die Branche hatte sicher turbulentere Zeiten hinter sich und – in der Theorie – spricht viel dafür, dass die Zahl der verwalteten Vermögen zunimmt. Doch die Branche, die erst seit kurzem vollständig Finma-reguliert ist, ächzt unter immer stärker werdenden Regulierungskosten. Die Hoffnung auf eine spürbare Entlastung nach dem Kostenschock der Vorjahre (verbunden mit der einmaligen Anmeldung bei der Finma) hat sich inzwischen zerschlagen. Wie der VSV/ASG in einer Mitteilung an die Mitglieder mitteilt, will man nun aktiv werden. Tatsächlich sei der FINMA-Finanzierungsbedarf im Bereich der Aufsichtsorganisationen (AO) für 2025 nur marginal – von CHF 9,26 Mio. auf CHF 9,18 Mio. Für die rund 1'400 bewilligten Vermögensverwalter (wovon über 800 beim VSV/ASG dabei sind) bedeutet das: Die finanzielle Belastung bleibt unverändert hoch.
Die Rechnung des Verbandes macht es deutlich: Im Vorjahr hatten die Aufsichtsabgaben durchschnittlich rund CHF 6'500 pro Vermögensverwalter betragen – gegenüber noch CHF 3'148 im Jahr 2023. Dies entspricht einer Verdoppelung innert zwei Jahren. Über einen etwas längeren Zeitraum betrachtet sind die nicht direkt verursachten Aufsichtskosten im Bereich der unabhängigen Vermögensverwalter von CHF 1,86 Mio. im Jahr 2022 auf CHF 9,247 Mio. im Jahr 2024 gestiegen – was eine Vervierfachung innert zwei Jahren ist.
Der VSV sieht die Kostenproblematik nicht als Einzelfall, sondern als systemischen Konstruktionsfehler im zweistufigen Aufsichtsmodell. Drei Kernprobleme werden identifiziert:
Besonders stossend aus Verbandssicht ist, dass die pauschale FINMA-Abgabe weder Umsatz, Mitarbeiterzahl noch ein verursachergerechtes Prinzip der Kostenverteilung berücksichtigt. Dies im Unterschied zu den Banken, wo die Aufsichtskosten gemäss FINMAG Art. 15 anhand diverser Kriterien wie Betriebsgrösse, Umsätzen und Erträgen festgelegt werden. Das Resultat: Eine Branche, die überwiegend aus KMU besteht und als deutlich risikoärmer gilt als andere Finanzmarktakteure, trägt gleichzeitig die höchsten Aufsichtskosten pro Mitarbeitenden in der Schweiz.
Angesichts steigender Fixkosten sehen sich viele Vermögensverwalter gezwungen, über ihre Zukunft nachzudenken – mit der Konsequenz, dass die Konsolidierung der Branche weiter voranschreiten dürfte.
Die Thematik hat inzwischen das Bundeshaus erreicht. SVP-Nationalrat Benjamin Fischer hatte eine Interpellation eingereicht, die vom Bundesrat eine Stellungnahme zu den explodierenden Aufsichtskosten und den Doppelspurigkeiten in den Prüfungen verlangte. Im März 2026 folgte eine weitere Interpellation von FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger mit Fokus auf die zu hohen Aufsichtskosten. Eine nachhaltige gesetzgeberische Lösung steht bislang aus.
Der VSV/ASG anerkennt, dass bei der FINMA mittlerweile Reformbereitschaft besteht. Die Behörde erarbeite Lösungsansätze zum Abbau von Doppelspurigkeiten. Die Implementierung struktureller Verbesserungen sei gemäss aktuellen Informationen auf den 1. Januar 2027 geplant. Fünf Jahre nach Inkrafttreten von FINIG und FIDLEG bleibt damit eine zentrale Erwartung der Branche – eine effiziente und verhältnismässige Aufsicht – vorerst unerfüllt. Sicher ist: Auf die neue VSV/ASG-Chefin wartet viel Arbeit.