15.06.2026, 15:30 Uhr
In dieser Woche entscheidet sich, welchen geldpolitischen Kurs die Welt bis Ende 2026 einschlägt. Am 16. und 17. Juni tagt das Federal Open Market Committee unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh – zum ersten...
Der Spitalimmobilien-Spezialist Infracore strebt an die Schweizer Börse. Je nach Marktbedingungen soll das IPO an der SIX in den kommenden Wochen erfolgen. Dabei will Aevis Victoria als strategischer Investor an Bord bleiben.
Beim IPO wird ein Bruttoerlös von rund 200 Millionen Franken angepeilt. Der Nettoerlös soll insbesondere zur Finanzierung der Sale-and-Leaseback-Pipeline sowie zur Rückzahlung eines Aktionärsdarlehens in Höhe von rund 55,1 Millionen Franken genutzt werden, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Der verbleibende Erlös soll zur Finanzierung der Entwicklungspipeline sowie zum Aufbau einer Kapitalstruktur verwendet werden, welche die Wachstumsstrategie unterstützt.
Der Börsengang soll Infracore Zugang zu Kapitalmärkten ermöglichen, um potenzielle künftige Wachstumsinitiativen zu unterstützen und die Marktposition sowie die Bekanntheit der Gruppe weiter zu stärken, wie es weiter heisst.
Infracore hält und bewirtschaftet ein Portfolio im Wert von rund 1,4 Milliarden Franken, bestehend aus 47 Liegenschaften an 19 Standorten in der Schweiz. Dabei stellt die Gesellschaft zwar die Infrastruktur für die medizinischen Dienstleistungen der Mieter, ist aber nicht am eigentlichen Betrieb beteiligt.
Die Mieterträge beliefen sich 2025 auf 66,1 Millionen Franken, die FFO-Rendite lag bei rund 6,1 Prozent. Die Leerstandsquote lag per Ende 2025 bei 1,3 Prozent. Zudem verfügt das Unternehmen über eine Entwicklungspipeline mit einem Potenzial von rund 42'000 Quadratmetern und strebt eine Dividende mit einer Bruttoausschüttungsquote von mindestens 80 Prozent der FFO pro Jahr an.
Mittelfristig plant das Unternehmen, mehr als 300 Millionen Franken für wachstumstreibende Zukäufe einzusetzen. Zudem sollen rund 20 Millionen Franken in weitere Renovations- und Instandhaltungen im Bestandsportfolio investiert werden.
Es gebe bereits von zwei Investoren die feste Bereitschaft (Cornerstone-Commitment) zum Erwerb von Aktien für eine garantierte Zuteilung in einem Gesamtbetrag von 75 bis 80 Millionen Franken. So sollen Cohen & Steers UK Limited Anteile im Gesamtbetrag von 40 Millionen oder 35 Millionen je nach Free-Float-Bewertung erhalten. Die Swiss Finance & Property Group sei ebenfalls mit 40 Millionen dabei.
Das Angebot werde voraussichtlich den Verkauf von neu ausgegebenen Aktien im Rahmen einer ordentlichen Kapitalerhöhung umfassen. Allenfalls könnte auch der grösste Aktionär MPT Aktien anbieten. Hinzu komme eine marktübliche Mehrzuteilungsoption (Greenshoe). Die derzeit vom verkaufenden Aktionär MPT gehaltenen Partizipationsscheine sollen unmittelbar vor dem ersten Handelstag in Namenaktien umgewandelt werden.
Der geplante Börsengang stelle einen wichtigen Schritt in der Entwicklung von Infracore dar und stehe voll und ganz im Einklang mit der Strategie von Aevis, heisst es in einer eigenen Mitteilung der Beteiligungsgesellschaft. Infracore werde als langfristige, strategische Investition betrachtet, und so soll der gesamte Anteil an Infracore behalten werden. Entsprechend würden voraussichtlich sowohl Aevis als auch MPT "marktübliche Lock-up-Verpflichtungen" eingehen, so die Infracore-Mitteilung.
Gemäss dem Geschäftsbericht für 2025 ist Aevis mit insgesamt 30 Prozent an Infracore beteiligt, Hauptaktionär ist das US-Unternehmen Medical Properties Trust (MPT) mit 70 Prozent.