08.10.2026, 15:39 Uhr
Von einem Cyberangriff auf einen externen Softwarelieferanten der Pensionskasse des Bundes Publica sind möglicherweise auch vertrauliche Personendaten betroffen. Dazu könnten Angaben zu Löhnen, Vorsorgeguthaben und...
Die zunehmende Verlagerung der Verantwortung in der Altersvorsorge auf den Einzelnen eröffnet neue Chancen für die Finanzbranche. Auch im Schweizer System bestehe ein zunehmender Beratungsbedarf, heisst es in der neuen Sigma-Studie des Rückversicherers Swiss Re.
Mehr Eigenverantwortung für den Einzelnen sei die «neue Realität» in der Altersvorsorge, so die am Donnerstag publizierte Studie. Das gehe auch mit einer grösseren Verantwortung einher: Es handle sich um Entscheidungen, die die finanzielle Sicherheit der Individuen auf Jahrzehnte prägten - von der Sicherung des Ruhestandseinkommens über die Vermögensweitergabe bis hin zur Finanzierung der Pflege im Alter.
Die grösste Flexibilität für die Einzelnen bieten Pensionssysteme in Ländern wie den USA, Grossbritannien oder Australien. So hätten sich in den USA schon 2018 mehr als die Hälfte der Pensionierten dafür entschieden, ihr Vorsorgekapital zu beziehen und selbst zu verwalten. Im Jahr 2000 seien es erst 10 Prozent gewesen. In Grossbritannien bezog 2024 ein gutes Drittel (36 Prozent) das Vorsorgevermögen als Kapital statt als lebenslanges Einkommen.
Das Schweizer Pensionssystem klassifiziert die Sigma-Studie derweil als «hybrides System»: Hier besteht das Ruhestandseinkommen aus einer Kombination aus gesetzlichen Rentenansprüchen einerseits und kapitalgedeckten betrieblichen oder persönlichen Ersparnissen andererseits. Ähnliche Systeme kennen etwa auch die Niederlande, Japan oder Südkorea.
Auch in der Schweiz beobachte man einen steigenden Anteil der als Einmalzahlung bezogenen betrieblichen Leistungen. Dies deute auf eine mögliche «Beratungslücke» hin, so die Studie. Viele Menschen im Vorruhestand und Rentner würden möglicherweise komplexe Entscheidungen zur Entnahme ihrer Altersvorsorge treffen, ohne über ausreichende finanzielle Beratung zu verfügen.
Für Lebensversicherer werde es daher immer wichtiger, mit Banken, Beratern und anderen Vertriebspartnern zusammenzuarbeiten, die diese Kunden betreuten, betonen die Studienverfasser. Gleichzeitig müssten Produkte und Dienstleistungen so gestaltet werden, dass Berater und Kunden sie einfach verstehen könnten.
Der Einsatz von Technologien wie der künstlichen Intelligenz könne die Beratung und Prozesse effizienter machen. Bei komplexeren Entscheidungen würden sich Menschen jedoch weiterhin auf persönliche Unterstützung verlassen. Für Versicherer und ihre Partner liege die Chance darin, Beratung und Versicherungsschutz mithilfe von Technologie leichter zugänglich zu machen.