BB Biotech: Zulassungen und Übernahmen prägen das dritte Quartal

Christian Koch ist Leiter des BB-Biotech-Teams bei Bellevue Asset Management (Bild: Bellevue)
Christian Koch ist Leiter des BB-Biotech-Teams bei Bellevue Asset Management (Bild: Bellevue)

Die Beteiligungsgesellschaft steigert ihren Neunmonatsgewinn auf 605 Millionen Franken. Drei Portfoliofirmen erhielten im dritten Quartal US-Zulassungen, zwei wurden übernommen. Das frei gewordene Kapital floss in zwölf neue Positionen.

30.10.2026, 16:52 Uhr
Anlagefonds | Anlagestrategie

Redaktion: asc

BB Biotech hat ein erfreuliches drittes Quartal hinter sich. Der Nettoinventarwert (NAV) stieg in Franken um 5,6 Prozent, die Aktie legte um 6,5 Prozent zu. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte die Schaffhauser Beteiligungsgesellschaft einen Nettogewinn von 605 Millionen Franken, nach 106 Millionen Franken in der Vorjahresperiode. «Neben der positiven Wertentwicklung prägten bedeutende klinische Fortschritte, erfolgreiche Übernahmen und gezielte Neuinvestitionen das letzte Quartal», schreibt Christian Koch, Leiter des BB-Biotech-Teams bei Bellevue Asset Management, in seinem Marktkommentar.

Der Referenzindex lief allerdings davon: Der Nasdaq Biotechnology Index (NBI) gewann im Quartal 12,0 Prozent in Franken. Den Abstand erklärt BB Biotech vor allem mit Kurssprüngen bei Moderna und bei Anbietern von Genomik-Technologien, die nicht im Portfolio sind. Weniger als die Hälfte der NBI-Titel legte im Quartal zu. Der Kursabschlag der BB-Biotech-Aktie zum inneren Wert verringerte sich von 12,9 Prozent Ende Juni auf 12,2 Prozent Ende September.

Drei US-Zulassungen im Portfolio

Gleich drei Beteiligungen erhielten im dritten Quartal grünes Licht der US-Arzneimittelbehörde: Revolution Medicines für Daraxonrasib bei metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs, Scholar Rock für Apitegromab bei spinaler Muskelatrophie und Regeneron für Garetosmab bei der seltenen Knochenerkrankung Fibrodysplasia ossificans progressiva.

Weitere Studiendaten kamen von Amgen, Argenx und Oruka Therapeutics. Amgen präsentierte positive Phase-III-Ergebnisse bei kleinzelligem Lungenkrebs und beim Sjögren-Syndrom. Argenx erreichte mit Efgartigimod bei Autoimmunmyositis den primären Endpunkt einer Phase-III-Studie. Oruka zeigte bei seinem Psoriasis-Kandidaten ORKA-001 eine weitere Verbesserung des Therapieansprechens.

Fünf Übernahmen seit Jahresbeginn

Mit Crinetics Pharmaceuticals, übernommen von Vertex, und Nuvalent, übernommen von GSK, wurden im dritten Quartal zwei weitere Portfoliofirmen gekauft. Zusammen mit Avidity Biosciences, Amicus Therapeutics und Terns Pharmaceuticals waren 2026 damit bereits fünf Beteiligungen von BB Biotech an abgeschlossenen Übernahmen beteiligt. Grosse Pharmakonzerne suchen angesichts auslaufender Patente weiterhin nach Innovationen für ihre Pipelines.

Die beiden jüngsten Transaktionen spülten rund 280 Millionen Franken in die Kasse, die BB Biotech umgehend reinvestierte. Insgesamt baute das Team zwölf neue Positionen auf und veräusserte acht Beteiligungen vollständig, darunter den Rest der seit 2010 gehaltenen Position an Ionis Pharmaceuticals. Neu im Portfolio sind etwa Biogen, Incyte und Axsome Therapeutics mit bereits vermarkteten Medikamenten sowie Kodiak Sciences, Summit Therapeutics und Bicara Therapeutics mit fortgeschrittenen klinischen Programmen. Ende September umfasste das Portfolio 43 Unternehmen.

Weitere Meilensteine im vierten Quartal

Auch im Schlussquartal stehen wichtige Entscheide an. Vaxcyte hat nach Quartalsende bereits positive Ergebnisse einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie für seinen 31-valenten Pneumokokken-Impfstoffkandidaten vorgelegt. Bei Oruka werden weitere Langzeitdaten zu ORKA-001 erwartet. In den USA stehen zudem Zulassungsentscheide für Povetacicept von Vertex, BBP-418 von BridgeBio Pharma und Anito-cel von Gilead Sciences an.

Chancen nach der September-Korrektur

Nach der Marktschwäche im September, als steigende Zinsen vor allem kleinere Biotechfirmen belasteten, sieht BB Biotech Potenzial bei Unternehmen, deren Aktienkurse gefallen sind, ohne dass sich ihre klinischen Perspektiven entsprechend verändert hätten. Die Bewertungsunterschiede im Sektor seien weiterhin erheblich. Die permanente Kapitalbasis erlaube es, solche Einstiegsgelegenheiten mit langfristigem Horizont zu nutzen. Massgebend blieben das wissenschaftliche, klinische und kommerzielle Potenzial eines Unternehmens sowie das Verhältnis von erwarteter Rendite und Risiko.

Fazit für Anleger

BB Biotech liefert operativ: Zulassungen, Übernahmeprämien und eine aktive Umschichtung des Portfolios. Gegenüber dem breiten Biotech-Index hinkt der NAV im dritten Quartal dennoch hinterher, weil die Gewinner ausserhalb des Anlagefokus lagen. Mit einem Kursabschlag von rund 12 Prozent zum inneren Wert und einer dichten Agenda an Zulassungsentscheiden bleibt die Aktie ein Vehikel für Anleger, die auf die Breite der Medikamentenentwicklung setzen statt auf einzelne Indexschwergewichte.

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